Ratgeber

Dieses Katzenspielzeug musst du nicht kaufen

Hightech-Spielzeug und aufwändiges Gebastel macht Katzen froh? Fehlanzeige. Von diesen simplen Do-it-yourself-Klassikern sind meine Vierbeiner bis heute Fans.

Wie blauäugig ich doch bin war! Als meine Katzen Jasper und Joy vor einem Jahr bei mir einzogen, dachte ich, ich könne sie mit automatisierten Spielzeugen den ganzen Tag beschäftigen. Motorisierte Ufos, smarte Bälle, ferngesteuerte Mäuse – je ausgeklügelter, desto besser, dachte ich.

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    Katzenspielzeuge im Test: analog oder automatisiert – was ist besser?

    von Darina Schweizer

Vieles hatte gute Ansätze, aber wenig überzeugte langfristig. Ideen von Catfluencern und Catfluencerinnen waren da nicht besser. Ich stiess auf Social Media auf Karton-Bauwerke, die fast schon einen Master in Pappometrie erforderten. Genau einmal klebte ich einen eindrücklichen Futterturm aus gefühlt 265 Pappteilen zusammen. Jasper und Joy interessierte er nicht die Bohne.

Ich beschloss: Simple und effektive Spielzeuge müssen her. Deshalb kommen hier meine (bisher) einfachsten und beliebtesten Klassiker zum Selbermachen.

Spielbälle: So knistert’s ohne Alu

Beginnen wir mit dem Leichtesten, in jeglicher Hinsicht: Papierbällen. Du hast sie in fünf Sekunden zusammengeknüllt – vorzugsweise aus raschelndem Seidenpapier. Am besten sind sie nicht so gross, dass sich die Katzen erschrecken, und nicht so klein, dass sie sie verschlucken können. Meine Bälle haben einen Durchmesser von etwa vier Zentimetern.

Seidenpapier und allenfalls etwas knisterndes, reissfestes Paketband – that's it.
Seidenpapier und allenfalls etwas knisterndes, reissfestes Paketband – that's it.

Joy fährt besonders darauf ab, wenn es knistert und klingelt. Deshalb habe ich schon ein Glöckchen im Seidenpapier versteckt und transparentes, reissfestes Paketband mehrfach um den Ball gewickelt. Bei normalen Klebebändern solltest du vorsichtig sein. Sie können sich leicht lösen und Katzen können sie verschlucken.

Noch mehr als Papier mag Jasper (leider!) Alufolie. Das Problem ist, dass sich Katzen beim Draufbeissen daran verletzen können. Auch ich entdeckte schon rote Pünktchen auf den Bällen. Am besten verzichtest du darauf. Was bei meinen Katzen besonders zieht: den Ball einen langen Flur entlang werfen oder ihn unter einem Spielteppich (eine super Anschaffung!) verschwinden lassen.

Spielbälle auf dem Spielteppich: Da rastet Jasper komplett aus vor Freude.
Spielbälle auf dem Spielteppich: Da rastet Jasper komplett aus vor Freude.

Fazit

Selbstgemachte Papierbälle interessieren meine Katzen viel langfristiger als solche aus Fell, Weichgummi oder Filz. Sie sind in Sekundenschnelle gebastelt und kosten so gut wie nichts.

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Spielangel: So bleibt sie stabil

Die zweite Idee dauert etwas mehr als ein paar Sekunden und weniger als fünf Minuten: eine Spielangel. Am besten besorgst du dir einen Holzstab (meiner ist einen Meter lang und einen Zentimeter breit) und bohrst am einen Ende ein Loch rein. Dort fädelst du nun eine Schnur durch und verknotest sie mehrfach. Der Vorteil: Sie rutscht beim Spielen nicht ab und du kannst sie nach Belieben ersetzen. Wenn deine Katzen Federn mögen, kannst du diese ebenfalls an die Schnur knüpfen.

Auch zum Knabbern super: Jasper liebt seine Spielangel.
Auch zum Knabbern super: Jasper liebt seine Spielangel.

Bei Jasper und Joy ist dünne Schnur besonders der Renner, wie du im Video unten siehst. Sie kräuselt sich stärker als dicke, wenn du sie über den Boden ziehst. Vielleicht erinnert sie die beiden Indoor-Jäger an eine sich windende Schlange?

Fazit

Spielangeln, die du kaufen kannst, sind oft nach wenigen Tagen oder Wochen futsch. Um eine selbst zu machen, brauchst du kein besonderes handwerkliches Geschick und nur ein paar Minuten. Dafür bekommst du ein stabiles Spielzeug und Schnüre, die du leicht ersetzen oder aufpeppen kannst.

Knisterteppich: So raschelt’s überraschend

Zuletzt kommt nochmals eine Idee, die nur ein paar Sekunden dauert: der Knisterteppich. Dafür klebst du eine raschelnde Plastiktüte oder einen Müllbeutel auf den Boden und lässt nur an einer Stelle ein kleines Loch offen. Dort steckst du entweder deine Spielangel darunter und bewegst sie – oder du hast zu Hause bereits einen motorisierten Ball oder eine Maus, die darunter herumsausen können. Ich habe unter die Tüte noch ein Tuch zur Geräuschdämmung gelegt, damit die Nachbarn unter mir nicht austicken.

Was raschelt denn da? Joys Neugier ist geweckt.
Was raschelt denn da? Joys Neugier ist geweckt.

Bei Jasper und Joy gibt es bei diesem Spielzeug kein Halten mehr, wie du im Video unten siehst. Mein Tipp: Klebe den Plastik nicht satt, sondern leicht gewölbt auf den Boden, wenn du ein motorisiertes Spielzeug verwendet. Sonst bleibt es stecken.

Fazit:

Versteckspielzeuge sind oft wenig widerstandsfähig und die motorisierten Bewegungen sind zu monoton. Ausserdem versagt die Technik meist irgendwann. Du kannst sie jedoch ganz einfach nachbasteln – mit Dingen, die du ohnehin schon zu Hause hast.

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Wenig Material und wir

Für mich zeigt sich nach einem Jahr mit zwei Katzen: Spielzeuge müssen weder besonders intelligent noch aufwändig sein, damit sie die Stubentiger überzeugen. Meist reichen einfache Materialien und vor allem: wir als Spielgefährtinnen und -gefährten.

Welche Spielzeuge hast du deinen Katzen schon gebastelt? Verrate es in einem Kommentar. Und wenn du keine weiteren Spielideen verpasst willst, folge meinem Profil.

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Ich liebe alles, was vier Beine oder Wurzeln hat – besonders meine Tierheimkatzen Jasper und Joy sowie meine Sukkulenten-Sammlung. Am liebsten pirsche ich auf Reportagen mit Polizeihunden und Katzencoiffeurinnen umher oder lasse in Gartenbrockis und Japangärten einfühlsame Geschichten gedeihen. 


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