Das Schwarze Loch und der Datenberg
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Das Schwarze Loch und der Datenberg

Aurel Stevens
Zürich, am 11.04.2019
Yeah, science! Da ist es: das langersehnte erste Bild eines Schwarzen Lochs. Ein total nebensächlicher Aspekt der Pressemitteilung hat mich besonders fasziniert.

Einer internationalen Forschergemeinde ist es mit enormem technischen Aufwand gelungen, ein Schwarzes Loch zu fotografieren. Die Meldung kannst du auf sämtlichen Newsportalen bewundern. Egal ob New York Times, Guardian, NZZ, Luzerner Zeitung oder Hindustan Times, das Schwarze Loch ist derzeit überall.

Beim Lesen der Meldung auf Spiegel Online habe ich gestutzt:

Das Foto ist aus zahlreichen Einzelmessungen zusammengesetzt. Bei den Beobachtungen des EHT waren in den Jahren 2017 und 2018 mehrere Petabyte an Daten zusammengekommen. Diese wurden an den Teleskopen mit Festplatten gespeichert und später per Post zu Datenzentren am Haystack Observatory in Boston (Bundesstaat Massachusetts) und am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn geschickt.
Spiegel Online

Wie bitte? Per Post?!

Das Setup des Event Horizon Telescope (EHT) sieht so aus, dass verschiedene Teleskope rund um den Globus zu einem riesigen virtuellen Teleskop mit 8000 Kilometern Durchmesser aufgespannt wurden. Die sammeln alle Daten. Die Datenberge müssen dann von Ort zu Ort verschoben werden. Wie gross der Datenberg genau ist, steht in der Pressemitteilung nicht, es ist lediglich von Petabytes die Rede.

In einem Bild der Wissenschaftlerin, die das Bild zusammengesetzt hat, ist die Zahl ersichtlich: 5 242 880 Gigabyte Daten wurden von allen Teleskopen zusammen gesammelt.

Nehmen wir an, an der Sternwarte am Südpol sei 1 Petabyte an Daten gesammelt worden. Nehmen wir weiter an, es gäbe eine Gigabit-Leitung vom Südpol zum Max-Planck-Institut. 1 PB sind 1 000 000 000 MB. 1 GBit/s sind 125 MB pro Sekunde. Der Transfer eines einziges Petabyte Daten vom Südpol nach Deutschland würde 92.5 Tage dauern.

Witzigerweise hat ein mit Festplatten vollgepackter Transporter oder Kleinflugzeug eine ziemlich hohe Datenrate. Ich nehme dafür an, dass das Petabyte mit einer Douglas DC-6 transportiert worden ist. Das Flugzeug hat eine Reichweite von etwa 6200 km, muss also 3 Mal zwischenlanden und tanken, sagen wir 2 Stunden. Die Reise dauert bei 500 km/h 32 Stunden. Insgesamt also 38 Stunden. Dann noch 4 Stunden für den Transport vom Flughafen ans Max-Planck-Institut. Damit würde eine Datenrate von über 6.5 GB pro Sekunde erzielt. Nicht schlecht!

Die Technik, Daten physisch zu transportieren, hat sogar einen Namen: Turnschuh-Netzwerk.

Jetzt du

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Die wiegen total keine halbe Tonne und können sehr bequem mit dem Hi-Tec Van transportiert werden:

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Aurel Stevens
Aurel Stevens
Chief Editor, Zürich
Ich bändige das Editorial Team. Hauptberuflicher Schreiberling, nebenberuflicher Papa. Mich interessieren Technik, Computer und HiFi. Ich fahre bei jedem Wetter Velo und bin meistens gut gelaunt.

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