Darum solltest du die Kühlflüssigkeit deiner Wasserkühlung regelmässig wechseln

Darum solltest du die Kühlflüssigkeit deiner Wasserkühlung regelmässig wechseln

Kevin Hofer
Zürich, am 08.08.2019
Ein wassergekühlter PC braucht regelmässigen Service. Sonst lagert sich allerlei im Loop ab. Das habe ich jüngst bei unserem defekten Gaming-PC festgestellt.

Igitt. Der GPU-Block der 1080 Ti ist mit Kalk durchsetzt. Dabei müsste der Wasserzusatz genau dem vorbeugen. Da ich sowieso herausfinden will, wieso unser Gaming-PC nicht mehr läuft, schaue ich mir den Block etwas genauer an.

Beim PC handelt es sich um diesen hier, den die Kollegen Christian Seeholzer und Quentin Aellen zusammengebaut haben.

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Überall Ablagerungen

Währenddem ich den Loop trockenlege, stelle ich fest: Der Block sieht in halbleerem Zustand beinahe noch übler aus. Was ich ebenfalls feststelle: Die Rohre haben sich verfärbt und an gewissen Stellen haben sich ebenfalls Ablagerungen gebildet.

Nachdem ich die Grafikkarte ausgebaut habe, sehe ich das volle Ausmass: Überall sind Rückstände zu sehen. Auch in den Lamellen sitzt Unrat fest. Die Finnen sollen die Wärmeableitung verbessern. Sind sie verstopft, funktioniert die Ableitung nicht mehr optimal. Das könnte ein Grund für die hohen Temperaturen sein, mit denen Kollege Philipp Rüegg während seinen digitec plays Streams jeweils zu kämpfen hatte.

Ich öffne den GPU-Block, um ihn zu reinigen. Ein Grossteil der Ablagerungen ist zwischen der Acrylglassabdeckung und dem Kühlblock selbst. Zudem hat sich das Acryl durch die Farbe des Wasserzusatzes verfärbt. Mal schauen, ob ich das wieder sauber kriege.

Zwischen den Lamellen reinige ich mit einem Japanmesser. So sieht es nach nur ein mal durch den Spalt fahren aus:

Wahnsinn, was sich in etwas mehr als einem Jahr alles angesammelt hat. Das zeigt, wie wichtig es ist, einen Wasserkühlungs-Loop regelmässig zu pflegen. Den GPU-Block reinige ich mit einem Allzwecktuch und etwas Brennsprit. Am Schluss wische ich mit einem feuchten Tuch nach.

Alles kriege ich nicht weg, weder auf der Acrylplatte noch auf dem GPU-Block selbst. Ich bin aber dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. Schliesslich ist das Teil nicht mehr ganz neu, es darf etwas gebraucht aussehen.

Wie sieht’s im CPU-Block aus?

Vor allem der Prozessor wurde während Phil’s Streams sehr heiss. Ich will wissen, wie viel Ablagerungen sich im CPU-Block gebildet haben und öffne ihn. Okay, zum Glück hat der CPU-Block ein milchiges Acryltop. Sonst wären die Ablagerungen ständig sichtbar. Was sich alles auf dem Block selbst angesetzt hat, lässt mich erschaudern.

Das sieht einiges wilder aus als auf dem GPU-Block. Und beim CPU-Block sind die Lamellen viel dichter beieinander. Das wird schwierig zu reinigen. Ich gehe zunächst gleich vor wie beim GPU-Block. Nachdem ich das Gröbste weggemacht habe, nehme ich eine feine Bürste und tränke diese im Brennsprit. So reinige ich zwischen den Finnen. Es kommt noch so einiges aus den schmalen Rinnen raus.

Das Acryltop kriege ich nicht ganz sauber. Er ist an einer Stelle verleimt und lässt sich im Inneren deshalb nicht reinigen.

Regelmässige Pflege ist wichtig

Ich will wissen, ob auch andere Leute Probleme mit Ablagerungen haben und stosse auf ein Video von der8auer. Bei ihm und seiner Partnerin sind die Ablagerungen noch viel heftiger als bei unserem Gaming-PC. Das mag daran liegen, dass die Kollegen Chris und Quentin bei unserem PC damals einen Wasserzusatz-Prototypen von Alphacool getestet haben. Der sollte Ablagerungen vorbeugen. Ganz so gut hat’s noch nicht geklappt, aber immerhin war’s bei uns nicht ganz so schlimm wie im Video.

Bei den Ablagerungen handelt es sich gemäss Alphacool um Farbpigmente. Der Hersteller rät vom Gebrauch von Lebensmittelfarbe, wie sie der8auer benutzt, ab. Denn diese Farbe sei auf Zuckerbasis. Durch die dauerhafte Erhitzung könne diese karamellisieren und im abgeschalteten Zustand erhärten. So entstünden Ablagerungen, die gemäss Hersteller sogar Pumpen kaputt machen können.

Alphacool setzt laut eigenen Aussagen deshalb auf Waschmittelchemie und Textilfarben von professionellen Anbietern. Diese basieren auf Farbpigmenten im Nanobereich. Der Hersteller gibt aber zu, dass auch die nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt sind und sich Ablagerungen bilden können.

Klar ist: Ein Allerheilmittel gegen Ablagerungen gibt es nicht. Auch moderne Wasserzusätze können Unreinheiten in deinem Wasserkühlungs-Loop nicht verhindern. Es bleibt dir nichts anderes übrig, diesen regelmässig zu leeren, reinigen und neu befüllen. Und auch so bleibt der Fakt, dass farbiger Wasserzusatz deine Tubes und Wasserblöcke verfärbt. Das ist ärgerlich, wenn du die Farbe deiner Kühlflüssigkeit ändern möchtest. Willst du dem entgehen, bleibt dir nichts anderes übrig, als immer bei derselben Farbe zu bleiben oder schlicht darauf zu verzichten.


Kevin Hofer
Kevin Hofer
Editor, Zürich
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

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