
CO2-Kompensationen steigen um 400 Prozent
Fliegen ja. Aber mit schlechtem Gewissen. So scheint es immer mehr Leuten zu ergehen, denn die CO2-Kompensationen gehen momentan durch die Decke.
400 Prozent. So gross ist das Wachstum bei CO2-Kompensationen im ersten Halbjahr 2019 im Gegensatz zu letztem Jahr. Das sagen die Zahlen des Kompensationsanbieters myclimate. Wer sich für einen Ausgleich entscheidet, bezahlt seinen Kohlendioxidverbrauch. Das Geld kommt dann weltweiten Klimaschutzprojekten zugute.
60 Prozent dieser Zahlungen fallen auf Flugreisen, was erst einmal erfreulich klingt. Denn das schlechte Gewissen scheint bei den Reisenden zunehmend mitzufliegen. Gleichzeitig steigen aber auch die Passagierzahlen weiter an, so zum Beispiel beim Flughafen Zürich. Hebelt dieser Umstand die Kompensationen also wieder aus? «Nein, das ist zu einfach», meint myclimate Pressesprecher Kai Landwehr. «Die Passagierzahlen sind dieses Jahr im Vergleich zu den Vorjahren weniger stark gewachsen. Dagegen wird das Interesse nach Alternativen wie Bahnreisen immer grösser.» Landwehr fügt aber relativierend hinzu, dass immer noch die wenigsten Leute ihren CO2-Verbrauch kompensieren. Schätzungen zufolge liegt der Wert unter 5 Prozent.
Das Klimathema ist vor allem seit letztem Jahr vermehrt in den Schlagzeilen – über Bilder von toten Fischen bis hin zur CO2-Debatte. «Und dann kamen die “Fridays for Future”, die noch einmal einen grossen Effekt erzielt haben», da ist sich Landwehr sicher. Jetzt ist das Thema nicht nur in den Medien, sondern auch in den Köpfen der Menschen angekommen und damit das Dilemma: Ich will etwas fürs Klima tun, kann oder will aber nicht auf Komfort verzichten. Deshalb sind Lösungen wie die Kompensation von myclimate gefragt. Es bleibt zu hoffen, dass der Trend noch lange anhält.
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Menschen, Gedanken und Lebenswelten kennenzulernen,. Journalistische Abenteuer lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.
Vom neuen iPhone bis zur Auferstehung der Mode aus den 80er-Jahren. Die Redaktion ordnet ein.
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