Buchstaben statt Zahlen: Nokia sortiert seine Smartphones neu
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Buchstaben statt Zahlen: Nokia sortiert seine Smartphones neu

Jan Johannsen
Jan Johannsen
Hamburg, am 09.04.2021
In den letzten Jahren waren die Smartphones von Nokia durchnummeriert. Das ändert sich jetzt. Mit der C-, G- und X-Serie deckt Hersteller HMD die Einsteiger- bis Mittelklasse ab. Die Update-Garantie unterscheidet sich allerdings zwischen den Serien.

Bisher hieß es, je höher die Zahl, desto besser ausgestattet war das Nokia-Smartphone. Die zweite Zahl hinter dem Punkt gab Aufschluss über die Generation. Je höher, desto neuer. Das letzte Top-Modell war das Nokia 8.3. Statt Zahlen steht nun ein Buchstabe vorne und je weiter hinten er im Alphabet steht, desto besser ist das Smartphone. Ob diese Logik in Zukunft so bleibt, ist ungewiss. Immerhin deckt Nokia bereits den Bereich von C bis X ab und hätte damit kaum noch Spielraum für neue Smartphones oberhalb der Mittelklasse.

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Günstige Smartphones mit Update-Versprechen

Ein Nachfolger für das Nokia 8.3 ist unter den neuen Geräten nicht dabei. Dafür gibt es weiterhin Update-Versprechen von Nokia. Die X-Modelle sollen drei Jahre lang Updates erhalten – also bis zu Android 14. Bei der G-Serie sind es nur zwei Jahre. Nach Android 13 wäre also Schluss. Für die C-Serie gibt es nur ein Versprechen über zwei Jahre Sicherheitsupdates. Die gibt es bei den anderen beiden Serien drei Jahre lang.

Nokia X20 und Nokia X10: Willkommen im Mittelmaß

Das Nokia X20 und das Nokia X10 sehen sich nicht nur sehr ähnlich, sondern teilen auch große Teile der Ausstattung. Nur beim Arbeitsspeicher und der Kamera gibt es Unterschiede.

Beide Smartphones haben ein 6,67 Zoll großes Full-HD+-Display mit einer Auflösung von 2400×1080 Pixeln. Für die Rechenleistung ist der Snapdragon 480 zuständig. Er hat zwar 5G an Bord, gehört leistungstechnisch aber ans untere Ende der aktuellen System-on-a-Chip von Qualcomm. Der Arbeitsspeicher ist beim X20 8 Gigabyte und beim X10 4 Gigabyte groß.

Der interne Speicher beider Nokia X-Modelle ist 128 Gigabyte groß und lässt sich mit einer microSD-Karte erweitern. Der Akku hat eine Kapazität von 4470 mAh. Im Lieferumfang befindet sich kein Netzteil, sondern nur ein USB-C-Kabel. Mit einem passenden Netzteil kommen die Smartphones immerhin zu einer Schnellladetechnologie mit 28 Watt. Für Kopfhörer ist ein 3,5-mm-Klinkenanschluss vorhanden. Der Fingerabdrucksensor befindet sich im Rahmen und NFC ist auch an Bord.

Nokia X20
Nokia X20

Beide Smartphones haben vier Kameras auf der Rückseite, die, von der Hauptkamera abgesehen, identisch sind: 5 Megapixel Weitwinkel, 2 Megapixel Makro und 2 Megapixel Tiefensensor. Beim X20 kommt eine 64-Megapixel-Kamera sowie eine 32-Megapixel-Frontkamera dazu. Beim X10 sind es eine 48-Megapixel-Hauptkamera und eine 8-Megapixel-Frontkamera.

Gimmick: Die Hüllen im Lieferumfang sollen kompostierbar sein.

Nokia will das X20 ab Mai für eine unverbindliche Preisempfehlung von 399 Euro und das X10 ab Juni für 319 Euro verkaufen. Genauere Daten zur Verfügbarkeit und Preise für die Schweiz fehlen noch.

Smartphones für Leute, die eigentlich kein Smartphone wollen

Die G- und die C-Serie sind noch günstiger, aber beim Blick auf die Datenblätter eher Smartphones für Menschen, die eigentlich kein Smartphone benutzen wollen. Die angekündigten Preise reichen von 75 bis 169 Euro. Angaben zur Verfügbarkeit fehlen allerdings noch.

Für die wenigen Euros gibt es auf jeden Fall ein 6,5 Zoll großes 720p-Display. Bei Nokia G20 ergänzt um den Mediatek Helio G35, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte internen Speicher. Das Kamera-Setup auf der Rückseite klingt wie beim X10: 48-Megapixel-Hautpkamera, 5-Megapixel-Weitwinkelkamera, 2-Megapixel-Makrolinse und 2-Megapixel-Tiefensensor sowie eine 8-Megapixel-Frontkamera. Der Akku hat eine Kapazität von 5050 mAh und steckt auch im G10.

Nokia G20
Nokia G20

Beim Nokia G10 reduziert sich die Ausstattung auf den MediaTek Helio G25 und 3 oder 4 Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 32 oder 64 Gigabyte internen Speicher. Die Frontkamera hat ebenfalls eine Auflösung von 8 Megapixeln, aber auf der Rückseite erwarten dich nur eine Hauptkamera mit 13 Megapixeln sowie eine 2-Megapixel-Makrolinse und ein 2-Megapixel-Tiefensensor.

Beim Nokia C20 und Nokia C10 macht der Prozessor den Unterschied. Unisoc SC9863a im C20 oder Unisoc SC7331e im C10. Und es ist völlig in Ordnung, wenn du von dem Unisoc als Hersteller noch nie etwas gehört hast. Die sehr genügsame «Go Edition» von Android sowie 1 oder 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und der 16 oder 32 Gigabyte große interne Speicher sind, ebenso wie die einzelne Kamera auf der Rückseite sowie die Frontkamera mit jeweils einer Auflösung von nur 5 Megapixeln, keine Argumente für eines dieser beiden Smartphones Geld auszugeben.

Nokia C20
Nokia C20

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Jan Johannsen
Jan Johannsen
Content Development Editor, Hamburg
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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