Apples eiserne Faust: Konzern sperrt Apps, die Belohnungen für Tracking versprechen

Apples eiserne Faust: Konzern sperrt Apps, die Belohnungen für Tracking versprechen

Dominik Bärlocher
Zürich, am 28.04.2021
Third Party Tracking auf Apple-Geräten hat ausgedient. Apple veröffentlicht Massnahmen gegen die, die versuchen, Tracking durch menschliche Gier zu erhalten.

Wenn dein iPhone «Ask to Not Track» an eine App sendet, dann werden Third Party Cookies und andere Tracker deaktiviert. Das ist die Regel, die Apple für die jüngste Version des iPhone-Betriebssystems iOS aufgestellt hat.

Neu ist aber, dass sich Apple das Recht nimmt, Apps aus dem App Store zu verbannen, wenn sie denselben Mechanismus anwenden, den Apple anwendet, um Tracking zu sperren. Wenn ein App Developer dir auf Apple-Geräten Belohnungen verspricht, wenn du Tracking erlaubst, dann fliegt die App raus.

Das Problem mit «...und andere Tracker»

Apps wollen dich tracken. Nicht, weil sie grosse Spionage-Veranstaltungen machen, sondern weil darin bares Geld ist. Wenn eine Migräne-App dich als Migränepatienten identifiziert, dann kann ein Pharmakonzern diese Daten kaufen und dir gezielt Werbung für Migränemittelchen ausspielen. Damit der Pharmakonzern diese Daten erhält, bezahlt er Geld an den App-Hersteller.

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Apple aber will das nicht mehr und holt zum Rundumschlag gegen Third Party Trackers aus. Doch das Unternehmen ist sich auch bewusst, dass App-Hersteller mit neuen Methoden hinter dem Ofen hervorkommen werden, wie sie dich tracken können.

Das will Apple verhindern. Präventiv.

Daher «Ask not to Track», das jedes Tracking jeder Methode abwürgen soll. Keine perfekte Lösung für ein Problem, dem Apple gezwungenermassen einen Schritt hinterherhinkt. Denn wenn da Geld winkt, dann sind App-Hersteller sehr kreativ.

App-Hersteller appellieren an die menschliche Gier

Die Faustregel des Internets besagt: Wenn es gratis ist, dann bist du nicht der Kunde. Dann bist du das Produkt, das verkauft wird. Dieser Merksatz ist nirgends offensichtlicher als in versprochenen Belohnungen für die Herausgabe der Daten an Third Party Tracker, die Apple mit dem Release von iOS 14.5 explizit verboten hat.

Denn Apple wird nie eine Chance haben, wenn du als User sagst «Ja, Tracking ist okay».

Damit du möglichst oft sagst, dass Tracking okay ist, könnten dir App-Hersteller Boni versprechen. Also «Wir geben dir 20% Rabatt wenn du Tracking erlaubst». Sprich: Eine App kauft dir deine Privatsphäre ab. Buchstäblich.

Und obwohl noch kein Fall von solchen «Geld für Tracking» bekannt ist, hat Apple dem bereits einen Riegel vorgeschoben.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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