

Apple Make-up? Niemals! Oder doch?
Was hat das Technologieunternehmen Apple mit Schminke am Hut? Eigentlich gar nichts – bis auf ein Werbevideo, das Anlass zur Spekulation gibt.
Über 63 Millionen Aufrufe verzeichnet dieser 14-Sekunden-Clip. Innerhalb von nur vier Tagen! Und das, obwohl der Inhalt auf den ersten Blick so gar nicht spektakulär ist: Jemand dippt seinen Puderpinsel in einen rosa Blush. Vielleicht ist es auch ein Highlighter. Man erkennt es nicht so genau.

Quelle: Screenshot Tiktok @apple

Quelle: Screenshot Tiktok @apple
Eine wirklich simple, unterinszenierte Sequenz, die nur auffällt, weil sie a) von Apple auf Tiktok gepostet wurde und b) das Verpackungs-Design des Puders an einen Laptop angelehnt ist. Genauer gesagt an das iBook G3 (produziert von 1999 bis 2001). Inklusive angeknabbertem Apfel-Logo.

Quelle: Screenshot Tiktok @apple

Quelle: Ben Szymanski via Unsplash
Das Video mit der Unterschrift «getting ready» wirbt für das neue MacBook Neo in «Blush», einer von vier Farben:

Aha, wie passend. Die «Werbe-Story» könnte also hier zu Ende erzählt sein. Das Rätsel ist schliesslich gelöst. Aber lass uns doch trotzdem etwas genauer hinsehen. Einfach zum Spass.
Eine gar nicht mal so schlechte Idee
Auffällig ist, dass sich dieser Beitrag auf Apples Tiktok-Account von den restlichen abhebt. Von den aktuell zwölf sichtbaren Apple-Posts (allesamt zum MacBook Neo) ist das Make-up-Video mit 63 Millionen Aufrufen, 5,9 Millionen Likes und 1,4 Millionen Shares mit Abstand das beliebteste. Zum Vergleich: Der zweitbeliebteste (vor 6 Tagen gepostet, also älter) verzeichnet «nur» 16,6 Millionen Aufrufe, 1,7 Millionen Likes, 177 Tausend Shares. Scheint ganz so, als hätte da jemand das Interesse der Beauty-Community geweckt – und Raum für Spekulationen geschaffen.
Das legt zumindest ein Blick in die Kommentarspalte nahe. Von Wunschdenken bis Ablehnung ist da alles dabei.
«apple cosmetics?»
«iShadow»
«Do yall have the blush pro?»
«One sec I have to update my blush»
«apple makeup before gta 6💔»
Auch auf dem Beauty-News-Account Trendmood auf Insta, wo der Post ebenfalls geteilt wurde, sammelt die Aktion mit 16 000 Likes überdurchschnittlich viele Herzen. Und Meinungen.
«They way I would buy this so fast»
«Dude, I seriously got excited for a minute. Would totally get it.»
«The level of disappointment I felt when I clicked the description and realize this is not an actual product I can buy right NOW 😭»
«No! They need to stay in their lane. Makeup brands are over saturated as it is.»
«It would be an overpriced product, compatible only with other iMakeup products 🤭»
«Apple should collaborate with MAC and called this Mac Book Blush»
Um nur ein paar Stimmen zu zitieren.
Realistisch?
War der Clip wirklich reine Werbung für das rosafarbene MacBook Neo? Oder steckt darin womöglich ein plakativer Teaser für eine künftige Beauty-Kollaboration?
So oder so: Apple hat sein Ziel erreicht und ordentlich Aufmerksamkeit für den Laptop-Blush eingeheimst. Auch meine. Und obwohl ich definitiv ohne «Apple Cosmetics» leben kann (und will), wäre Apple marketingtechnisch gut beraten, diese Merch-Gelegenheit mit einem passenden Player aus der Beauty-Szene wahrzunehmen.
Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Tech-Uunternehmen mit einer Kosmetikmarke zusammenspannt und so eine neue Zielgruppe anspricht: Microsoft zum Beispiel lancierte 2022 gemeinsam mit der Marke OPI zwölf Nagellacke, die von Xbox-Games inspiriert waren und die den Käuferinnen und Käufern exklusive In-Game-Inhalte wie Skins zugänglich machten. Später folgten Konsolen, die farblich auf die Lacke abgestimmt waren.
Was Apple aus dem Hype macht, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit werfe ich dir den Apfel zu.
Würdest du dir ein Wangenrouge von Apple kaufen?
Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich.
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