

AMD Ryzen 7 9850X3D: Der neue Gaming-König, den du nicht brauchst
Der Ryzen 7 9850X3D toppt die bisher beste Gaming-CPU 9800X3D. Doch ist das mehr als eine Machtdemonstration? Die internationalen Reviews zeigen: Es ist kompliziert.
Der Ryzen 7 9850X3D ist technisch identisch mit seinem Vorgänger. Gleiche Zen-5-Architektur, gleicher 3D V-Cache, gleiches Design. Der Unterschied liegt im Binning: AMD hat die besten Chips aussortiert und ihnen höhere Taktraten spendiert. Mit bis zu 5,62 Gigahertz (GHz) im Single-Core-Betrieb taktet der 9850X3D, rund 8 Prozent höher als der 9800X3D. Im Multi-Core-Betrieb ist es ein Plus von 2 Prozent.
Minimal schneller bei der Produktivität
In Anwendungen fällt der Unterschied gering aus. Techspot misst in Cinebench 2024 lediglich 2 Prozent mehr Leistung, in 7-Zip sind es zwischen 1,5 und 4 Prozent. Techpowerup kommt auf ähnliche 2,2 Prozent im Anwendungs-Durchschnitt, wobei Single-Core-Workloads mit 5 bis 7 Prozent stärker profitieren.
X3D-Chips sind aber fürs Gaming konzipiert. Hier sieht es mit dem Leistungszuwachs besser aus.
Gaming: besser, aber nicht substanziell
Im Gaming liegt der 9850X3D je nach Auflösung zwischen 2,5 und 5 Prozent vor dem 9800X3D. Techspot ermittelte bei CPU-limitierten Szenarien 4 bis 5 Prozent mehr Performance, Computerbase bestätigt durchschnittlich 5 Prozent. Bei 4K mit einer RTX 5090 schrumpft der Vorteil auf 0,5 bis 3 Prozent.
Techpowerup fasst zusammen: «Es ist beeindruckend, dass AMD noch etwas mehr Performance herausholen konnte – auch wenn der Abstand klein ist.»
Verglichen mit der Konkurrenz bleibt die X3D-Dominanz unangetastet: Weder der Core i9-14900K noch der Core Ultra 9 285K kommen der CPU nahe.
Leistungsaufnahme: der Preis der Geschwindigkeit
Die höheren Taktraten fordern ihren Tribut. Techspot misst am Beispiel von «The Last of Us» eine 24 Prozent höhere Leistungsaufnahme im Vergleich zum 9800X3D. Daraus resultiert aber nur 5 Prozent mehr Performance. Techpowerup kommt auf ähnliche Zahlen. Die Leistungsaufnahme steigt durchschnittlich von 80 auf 100 Watt (W). Im Test relativiert der Reviewer jedoch: Die neue AMD-CPU ist effizienter als die Konkurrenz.
Die Preis-Frage
Bei der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) liegt der neue 9850X3D 30 Euro oder Franken über dem 9800X3D. Das erscheint Techpowerup fair. In der Realität dürfte der Preisunterschied aber höher sein, wie Computerbase schreibt: Der 9800X3D ist derzeit unter der UVP verfügbar.
Für wen ist die CPU?
Techspot bringt es auf den Punkt: «AMD hat den schnellsten Gaming-Prozessor der Welt genommen und ihn noch etwas schneller gemacht. Für die meisten ist er unnötig.» Die Zielgruppe ist klar: FPS-Jäger, die das absolute Maximum wollen und bereit sind, dafür zu zahlen.
Computerbase sieht den 9850X3D als «Machtdemonstration, mit der AMD das Preisniveau hochhalten will».
Fazit: Unnötig gut
Anders als Intels absurde KS-Modelle ist der 9850X3D kein schlechtes Produkt. Er ist schneller, verbraucht moderat mehr und kostet nur wenig mehr. Aber er löst kein Problem, das der 9800X3D nicht schon gelöst hätte.

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