Alles im Eimer: das Multitalent «Omnioutil»

Alles im Eimer: das Multitalent «Omnioutil»

Pia Seidel
Zürich, am 18.10.2021
Mit «Omnioutil» sind alle Erwartungen, die ich an ein Reinigungsutensil hatte, im Eimer. Die Designikone ist nämlich mehr als nur ein Behälter zum Putzen. Und das wegen der Details.

Schöne Putzeimer sind rar. Wahrscheinlich, weil sie oft nur als Mittel zum Zweck gesehen werden. Andere Dinge sollen durch sie glänzen. Aber sie verschwinden nach ihrem Auftritt wieder hinter der Bühne. Der Eimer «Omnioutil» ist da anders. Er gilt in der Designszene als Star. Ich würde nicht so weit gehen, ihn so zu nennen. Aber seit ich ihn habe, spielt er bei mir und meiner Nichte, wann immer sie mich besucht, die Hauptrolle.

Alles eine Frage der Details

Der Entwurf des Design-Eimers stammt vom japanischen Familienunternehmen Hachiman und ist aus dem Jahr 1993. Nebst seiner ansprechenden Optik und seinem preisgekrönten Material wird er seither als Multitalent gefeiert. Ob als Flaschenkühler, Werkzeugkiste oder Kompostbehälter – Omnioutil ist das, was du mit etwas Fantasie daraus machst.

Auf dem Markt hat der Eimer allein in Sachen Aussehen und Stapelbarkeit wenig Konkurrenz. Bis auf ein Modell der Marke Rotho gibt’s hauptsächlich hässliche Putzeimer. So wie mein altes Modell «Vario» (Sorry, Rotho):

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Dabei ist es gar nicht so viel, was der Omnioutil anders als herkömmliche Modelle macht.

Er macht den Deckel drauf

Details wie die kleine Öffnung am Henkel machen Omnioutil zum Gartenschlauchhalter und durch den Deckel wird er stapelbar. Oder aber, du nutzt ihn als Couchtisch und Hocker. Deshalb entscheidet die Design-Ikone die Putzeimer-Partie für sich. Eimer ohne Deckel stehen dagegen einfach nur dumm rum.

Der Deckel macht einen Unterschied: Damit wird der Eimer zum Coffee Table.
Der Deckel macht einen Unterschied: Damit wird der Eimer zum Coffee Table.

Meiner Nichte gefällt vor allem, dass sie ihre Spielsachen darin «eindeckeln» kann. Ob Teddy, Holzspielzeug oder mein Handy – alles was herumliegt, fliegt mit rein, raus und dann irgendwann wieder rein und schon ist aufgeräumt. Ein schöner Nebeneffekt, wie ich finde.

Er regt die Fantasie an

Apropos Spielsachen: Obwohl ich diese meiner Nichte herausgelegt habe, spielt sie lieber mit allen Eimern, die ich besitze. Sie klettert darauf und trägt oder schiebt ihn von A nach B. Ich kann nun aus der Feldforschung sagen, dass der Omnioutil eine Nutzlast von mindestens 13gewichtNichte hat, wie es in der Programmiersprache «JavaScript» heissen würde. Und die Deckel fungieren mal als Zielscheibe für Bälle oder als Tablett für ihre Trinkflasche.

Ordnungshelfer(in): Meine Nichte macht kurzerhand den Eimer zum Spielzeug...
Ordnungshelfer(in): Meine Nichte macht kurzerhand den Eimer zum Spielzeug...
... und räumt darin ihre Spielsachen auf.
... und räumt darin ihre Spielsachen auf.

Er schlägt Wellen

Von Weitem könntest du meinen, dass Omnioutil aus Papier besteht. Vor allem die weisse Variante. Seine gewellte Oberfläche erinnert an zarte japanische Lampenschirme und macht ihn dekorativer als gewöhnliche Eimer. Meiner knapp zwei Jahre alten Nichte sagt die Textur auch zu. Sie fährt mit ihren Fingerchen immer wieder über die Wellen und macht den Eimer zu ihrem Musikinstrument.

Freundliche Farben und Formen machen den Unterschied.
Freundliche Farben und Formen machen den Unterschied.
Und auch die Haptik spielt eine Rolle.
Und auch die Haptik spielt eine Rolle.

Omnioutil ist nicht besonders smart, aber mit dem Auge fürs Detail designt. Dank ansprechender Optik muss ich ihn nicht verstecken. Mit dem Deckel schafft er Raum. Und meine Nichte braucht vorerst keine anderen Spielsachen. Sie trommelt und wirbelt lieber mit dem Eimer herum. Der Designer Charles Eames steckt nicht hinter diesem Design, aber er hat einmal gesagt: «The details are not the details. They make the design» – sprich: Die Details sind nicht die Details. Sie machen das Design aus. Jeder Gegenstand sollte also durchdacht und facettenreich sein. Sogar ein Putzeimer.

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Pia Seidel
Pia Seidel

Senior Editor, Zürich

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres. – Albert Einstein

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