7 Tipps für angehende Sportfotografen
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7 Tipps für angehende Sportfotografen

Manuel Bachmann
Hauptlager Wohlen, am 08.10.2016
Sicherlich kennen viele Eltern oder Hobbyfotografen das Problem: Man will einen Sportanlass seiner «Kleinen» oder der Freunde fotografieren und Zuhause am PC stellt man fest, dass die Bilder unscharf sind oder qualitativ nichts hermachen. Mit diesen sieben Tricks passiert euch das nicht mehr.

«Was ist nur los? Ist meine Kamera kaputt?», fragt sich wohl der Eine oder Andere. Keine Sorge, die gute Nachricht gleich zu Beginn: «Nein!». Aber wie gelingen gute Sportfotos? Auf diese Frage gehe ich nun genauer ein.

Vor gut drei Jahren wurde mein Sportfotografie-Hobby mehr und mehr zum professionellen Nebenprojekt. Und so musste auch meine Ausrüstung professioneller werden. Wer jedoch denkt, dass es nun die teuersten Kameras und Objektive braucht, hat zwar nicht ganz Unrecht, jedoch muss dies nicht zwangsläufig der Fall sein. Folgendes jedoch, sollte bei der Sportfotografie beachtet werden:

1. Sei vertraut mit dem Sport

Die richtig guten Motive verpasst man zu schiessen, weil man nicht gut genug mit der Sportart vertraut ist. Wer z.B. nicht weiss, wo beim Duathlon die Wechselzone ist, verpasst interessante Momente, wie Sportler, die elegant auf ihr Velo hüpfen. Auch wie man steht und aus welcher Perspektive man seine Fotos schiesst, ist wichtig! Viele Fotografen stehen (oder besser knien) hinter dem Goal. So bekommt man zwar den Torwart schön ins Bild, jedoch verpasst man alles, was im Mittelfeld oder in der Verteidigung des Gegners vor sich geht.

2. In die Knie gehen

Fakt ist, dass die meisten Sportfoto-Profis kniend ihre Fotos machen. Versuch doch mal, das gleiche Spiel stehend und kniend zu fotografieren. Du wirst sehen, die Motive, die im Stehen geschossen wurden, sind nicht halb so interessant, wie die aus den Knien. Beobachte doch mal Fotografen am Seitenrand eines Spielfeldes, wenn du das nächste Mal einen Match schauen gehst.

3. Winner / Loser

Oftmals sieht man in Zeitschriften oder anderen Medien fast ausschliesslich Fotos vom Gewinnerteam oder eines jubelnden Sportlers. Ein guter Tipp von Scott Kelby, einem bekannten US-Sportfotografen: Auch die Verlierer fotografieren! Nicht weil man sie blossstellen möchte, sondern weil gerade sie viele Emotionen zeigen – manchmal sogar mehr als die Gewinner.

Kaum etwas braucht mehr Zeit, als Einstellungen an der Kamera zu ändern, wenn man nicht weiss wie oder wo die Funktion bzw. Taste zu finden ist. Deshalb...

4. Einstellungen

Grundsätzlich ist es am Wichtigsten, die schnellen Bewegungen der Sportler einzufangen. Hierfür benötigt man eine hohe Verschlusszeit, welche sich je nach Sportart zwischen 1/800sek und 1/2000sek befinden sollte (ausgenommen die «Mitzieher», doch dies ist eher etwas für erfahrene Fotografen). Die Blende sollte möglichst klein sein, damit der Sensor genug Licht bekommt. Idealerweise f/2.8 oder gar f/2. Bei Kitlinsen ist dieser Wert meist bei f/5.6. Den ISO stellst du auf Automatik, damit bei wechselnden Lichtverhältnissen die Bilder weder zu hell noch zu dunkel werden. Du weisst nicht genau welche Taste für welche Einstellung vorgesehen ist? Springe über deinen eigenen Schatten und lies das Handbuch oder hol dir hilfreiche Tipps im Internet. Fotografie ist ein komplexes Thema und nicht alles kann man entweder aus dem Stegreif wissen oder durch pures Ausprobieren herausfinden.

Braucht es nun wirklich teure, lichtstarke Objektive wie das f/2.8?

Es spielt eine Rolle wann und wo man fotografiert. Draussen bei Sonnenschein nicht zwingend, da genug Licht vorhanden ist. Schön wäre jedoch trotzdem, wenn man den Sportler mehr vom Hintergrund separieren könnte, was aber nicht zwingend von Nöten ist. Wer jedoch oft in Hallen bei schlechter Beleuchtung (z.B. Unihockey) fotografiert, kommt hier mit Kitlinsen, die oft auf f/5.6 begrenzt sind ganz schnell an seine Grenzen. Entgegenwirken kann man hier mit höherem ISO, jedoch verliert man schnell an Bildqualität und je nach Kamera ist bei ISO 6400 Schluss – was bei einer f/5.6 Blende in Halle immer noch zu wenig wäre.

5. Autofokus

Hier lässt man eher mal die Automatik machen, da diese in der Regel gute Dienste leistet. Man sollte jedoch beachten, dass nicht alle Objektive gleich schnell sind, denn der Autofokus ist nicht nur abhängig von der Kamera, sondern auch vom Objektiv. Auch hier spielt die Blende eine Rolle. Je lichtstärker die Optik (also z.B. f/2.8), desto mehr sieht der Autofokus und ist schneller beim Scharfstellen.

6. Übung macht den Meister

Gerne möchte ich dich ermutigen, bei den ersten Misserfolgen nicht aufzugeben. Bleib – im wahrsten Sinne des Wortes – am Ball und versuch es weiter. Wenn dir Bilder nicht gefallen, analysiere sie und finde heraus, was genau dich an ihnen stört. So weisst du, auf was du beim nächsten Mal mehr achten musst und verbessern solltest. So wirst du ein besserer Sportfotograf und deine Bilder werden qualitativ hochwertiger.

7. Schutz der Ausrüstung

«Brauche ich einen Schutzfilter für mein Objektiv?» Nun ja, diese Frage ist gar nicht so unberechtigt. Schliesslich kann beim Motocross-Event schon mal ein Stein an die teure Optik fliegen. Um ehrlich zu sein, ich habe schon viele Sportanlässe fotografiert und bisher ist mir erst ein einziges Mal ein Stein an die Linse geflogen – ohne dass die Frontlinse einen Kratzer abbekommen hat. Bei anderen Sportarten wie Unihockey, Duathlon, Triathlon noch nie und bei Fussball… naja, der Ball ist um einiges grösser als die Frontlinse, somit erübrigt sich das.

Was aber Sinn macht, ist die Kamera vor Feuchtigkeit zu schützen! Hier gibt es die Möglichkeit mit kameraspezifischen Schutzgehäusen zu arbeiten (wie z.B. dem Waliemx pro EasyCover). Wer es günstiger möchte, empfiehlt Scott Kelby eine durchsichtige Plastiktüte. Ist zwar nicht besonders schick, funktioniert aber und ist besser als kein Schutz. Wer sein LCD-Display schützen möchte, dem kann ich die MAS LCD Schutzgläser wärmstens empfehlen. Diese verkratzen zwar leicht, doch wer achtsam mit seiner Ausrüstung umgeht, dem erweisen sie einen guten Dienst.

Wenn du selbst Tipps und Tricks auf Lager hast, gerne und jederzeit her damit. Ich und die restlichen Leser freuen uns über Feedback!

Anbei findest du noch meine Empfehlungen für Nikon- und Canon-Fans in jeweils drei verschiedenen Preiskategorien. Um eure Motive allerdings, müsst ihr euch selbst kümmern. Und nicht vergessen, Fotos im Knien schiessen!

Nikon – Die Ausrüstung

Die günstige Preiskategorie

D5500 Body (24.20Mpx, 5FPS, WLAN)
Kamera/>
Nikon D5500 Body (24.20Mpx, 5FPS, WLAN)
17-70mm F/2.8-4.0 DC OS HSM Macro C, Nikon F DX
Objektiv
420.–
Sigma 17-70mm F/2.8-4.0 DC OS HSM Macro C, Nikon F DX
AT-X 70-200mm f/4 PRO FX VCM-S, Nikon
Objektiv/>
786.–
Tokina AT-X 70-200mm f/4 PRO FX VCM-S, Nikon

Die mittlere Preiskategorie

D7200 Body (24.20Mpx, 6FPS, WLAN)
Kamera/>
Nikon D7200 Body (24.20Mpx, 6FPS, WLAN)
AF-S VR DX Nikkor 16-80mm f/2.8-4 E ED
Objektiv
997.–
Nikon AF-S VR DX Nikkor 16-80mm f/2.8-4 E ED
AF-S  70-200mm 1:4G ED VR
Objektiv
1361.–
Nikon AF-S 70-200mm 1:4G ED VR

Die «Geld interessiert mich nicht»-Preiskategorie

D500 Body (20.90Mpx, 10FPS, WLAN)
Kamera
1453.–
Nikon D500 Body (20.90Mpx, 10FPS, WLAN)
AF-S 24-70mm, f/2.8E ED VR
Objektiv
–10%
Showroom
1799.–statt 1999.–
Nikon AF-S 24-70mm, f/2.8E ED VR

Canon – Die Ausrüstung

Die günstige Preiskategorie

EOS 700D, Body (18.50Mpx, 5FPS)
Kamera/>
Canon EOS 700D, Body (18.50Mpx, 5FPS)
17-70mm F/2.8-4.0 DC OS HSM Macro (C), Canon EF-S
Objektiv
420.–
Sigma 17-70mm F/2.8-4.0 DC OS HSM Macro (C), Canon EF-S
EF 70-200mm f/4.0L USM
Objektiv
609.–
Canon EF 70-200mm f/4.0L USM

Die mittlere Preiskategorie

EOS 80D Body (24.20Mpx, 7FPS, WLAN)
Kamera
–12%
804.–statt 912.–
Canon EOS 80D Body (24.20Mpx, 7FPS, WLAN)
SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD, Canon
Objektiv/>
Tamron SP 70-200mm f/2.8 Di VC USD, Canon

Die «Geld interessiert mich nicht»-Preiskategorie

EOS 7D Mark II Body (20.20Mpx, 10FPS, GPS)
Kamera
1350.–
Canon EOS 7D Mark II Body (20.20Mpx, 10FPS, GPS)
EF 24-70mm F/2.8 L II USM
Objektiv
1650.–
Canon EF 24-70mm F/2.8 L II USM

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Manuel Bachmann
Manuel Bachmann
Senior Returns Assistant, Hauptlager Wohlen

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