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SpielereienReview 318

Ist der Bugatti Chiron das neue Prestigemodell von LEGO?

Nach dem Porsche nun der Bugatti. LEGO bringt ein neues Technic-Modell aus der Automobilwelt auf dem Markt. Ich habe mir den Chiron gekrallt, zusammengebaut und für euch getestet.

Mit grossen Worten und marketingtechnisch gut gewählten Begriffen preist LEGO ihr neues Technic-Set an. Sie sprechen von einem vollkommenen Sportwagen, der in Zusammenarbeit mit Bugatti perfekt erfasst wurde. Weiter schwärmen sie von der glänzenden und aerodynamischen Karosserie dieses LEGO-Sets. Es spiegelt die unverkennbare, klassische Farbgebung wieder. Und so weiter und so fort. Bei Worten wie unverkennbar, einzigartig und detailgetreu werde ich skeptisch. Dennoch muss ich sagen, dass mich dieses Set neugierig gemacht hat. Nicht weil Bugatti draufsteht, sondern LEGO Technic. Ich habe mir also ein Muster von LEGO besorgt, mein Kalender für die nächsten Tage blockiert und mich ans Werk gemacht.

Sechs Schachteln mit 3599 Teilen

Eines muss man LEGO lassen. Alleine die Verpackung des Chirons sieht bereits Hammer aus. Das matte Blau macht bei jedem Licht eine gute Falle. Auf der Oberseite ist der Bugatti Chiron in der Frontansicht abgebildet. Auf den fünf anderen Flächen der Schachtel die jeweils passende Seiten- beziehungsweise Rückansicht. Öffnest du die Schachtel, springen dir als erstes die vier Bugatti-Felgen in die Augen. Diese warten auf der linken Seite in Reih und Glied darauf, verbaut zu werden.

Eine der schönsten LEGO-Verpackungen, die ich je gesehen habe.

Neben den Felgen sind sechs, mit Teilen gefüllte Schachteln vorzufinden. Auch diese sind bedruckt und zeigen die vordere, rechte Hälfte des originalen Bugatti Chirons. Zu guter Letzt ist auch das Handbuch beziehungsweise die Bauanleitung in der Schachtel mit enthalten. LEGO hat jedoch die Bauanleitung in zwei Bücher à je 300 Seiten aufgeteilt. Das erste Buch beinhaltet die gesamte Mechanik des Fahrzeuges. Hier werden das Getriebe, der Motor und die Radaufhängungen gebaut. Im zweiten Buch kommen die Verkleidung und die Karosserie zum Zuge.

Buch Eins: Hier ist Technic drin

Nach ein paar schön illustrierten Seiten mit Fotos über den originalen Bugatti Chiron und die Entwicklung des LEGO-Modells beginnt der Zusammenbau. Ich nehme mir also die erste Schachtel zur Hand und schütte ihren Inhalt auf den Tisch. Darin sind drei nummerierte Plastiksäcke enthalten. Wie von bisherigen LEGO-Modellen gewohnt, ist die Anleitung einfach zu verstehen und erklärt jeden einzelnen Schritt bis ins letzte Detail. Trotz des grossen Sets werden auch LEGO-Technic-Neulinge keine Mühe mit dem Zusammenbau des Chirons haben.

Detaillierte Anleitung, wie es LEGO immer macht.

Mit den Teilen der ersten Schachtel baue ich mir den W16-Motor, das Getriebe und die hintere Radaufhängung. Beim Motor hat LEGO ein wenig getrickst. Es ist kein richtiger W16, wie im originalen Fahrzeug. Im echten Chiron stehen sich zwei V8-Motoren nebeneinander, welche mit nur einer Nockenwelle betrieben werden. Im Modell von LEGO ist in der Mitte ein V8 und auf beiden Seiten je ein Reihen-Vierzylinder, die wiederum eine eigene Nockenwelle besitzen und über ein Zahnrad miteinander verbunden sind.

Der falsche W16-Motor im eingebauten Zustand.

Die zweite Schachtel beinhaltet wiederum drei Plastiksäcke, in welchen die LEGO-Teile chronologisch nach dem Bauprozess geordnet sind. In diesem Schritt der Bauphase baue ich die vordere Radaufhängung und die Lenkung. Danach kann ich mir den von der ersten Schachtel gebauten Teil nehmen und beide miteinander verheiraten. Jetzt sehe ich zum ersten Mal, wie gross das Ding überhaupt wird. Es ist enorm und wiegt bereits jetzt schon eine halbe Tonne.

Für diese ersten beiden Schachteln habe ich insgesamt etwa sieben Stunden gebraucht. Das waren sieben wirklich tolle Stunden, denn hier ist Technic drin. Alle mechanischen Teile, wie das Getriebe und der Motor durfte ich in diesem Teil der Bauphase zusammenbauen.

So sieht der Chiron nach den ersten 300 Seiten der Bauanleitung aus.

Buch Zwei: Alles schöne wird versteckt

Im Buch Zwei der Anleitung kommen die restlichen vier Schachteln zum Einsatz. Diese zweite Hälfte des Zusammenbaus hat nicht mehr viel mit Technik am Hut. Es kommen ausschliesslich Verkleidungselemente und Dekorationen zum Fahrzeug hinzu und verdecken damit all die schönen Zahnräder und mechanischen Elemente.

Mit den Einzelteilen aus der dritten Schachtel baue ich hauptsächlich die Heckpartie. Dazu gehören der einstellbare Heckspoiler, die Rücklichter und die hinteren Radkästen. Ebenfalls in dieser Schachtel enthalten, sind die gebogenen Teile für das Dach des Bugatti Chirons.

Die Halterungen für den langen roten Stab sind Stud Shooter von LEGO Star Wars.

Im nächsten Schritt und somit mit den Teilen aus der vierten Schachtel kann ich den Innenraum mit den Sitzen, Armaturen und Innenverkleidungen am Gefährt anbauen. Bei den Sitzen kommt in diesem Modell zum fast einzigen Male normale LEGO-Steine und keine Technic-Teile zum Einsatz. Der Mix dieser beiden Elemente fällt jedoch in keiner Weise auf, denn sie verschmelzen nahtlos ineinander. Im Innenraum muss ich viele Klebelemente an die Armaturen und das Steuerrad anbringen. Das mit diesen Klebstreifen habe ich noch nie wirklich verstanden. Bei einem LEGO-Set in dieser Preisklasse darf doch wohl erwartet werden, dass LEGO ihre Steine bedrucken kann. Oder etwa nicht?

Das Aufkleben der Klebstreifen ist immer eine Geduldsprobe.

Als Nächstes ist Box Nummer Fünf an der Reihe. Der Zusammenbau neigt sich langsam dem Ende zu, denn ich kann nach jedem Schritt mehr vom fertigen Auto sehen. In diesem Bauabschnitt kommen alle Teile der Frontpartie inklusive den beiden Türen zum Zuge. Viel zu sagen gibt es hierzu nicht. Ausser, dass alle Schritte immer zweimal gemacht werden müssen. Einmal für die linke Seite und einmal für die Rechte. Das ist mit der Zeit ermüdend und macht viel weniger Spass, als noch die ersten beiden Schachteln.

So schön die Front auch ist, sie ist langweilig zu bauen.

Die sechste und letzte Schachtel sind nur noch Kleinigkeiten. In diesem letzten Schritt werden die Bremsklötze und die Felgen montiert, die A-Säule kommt hinzu, über dem Motor wird noch eine kleine Abdeckung angebracht und für den Kofferraum darf ich eine kleine Reisetasche im gleichen Farbton wie das Interieur zusammenstellen. Ein seichter Abschluss sozusagen.

Der fertige Bugatti Chiron in der Frontansicht.

Für den gesamten Zusammenbau vom ersten Schritt bis zur letzten Seite des zweiten Buches habe ich knapp 15 Stunden gebraucht. Mit Hochs und Tiefs. Der Spannungsbogen geht zu Beginn stark nach oben und fällt danach von Schachtel zu Schachtel weiter nach unten. Das erste Buch war interessant und die Bauschritte hatten viel mit anderen Technic-Modellen gleich. Die zweite Hälfte war jedoch weniger spannend und zog sich zeitlich in die Länge.

Der knackige Hintern kann sich sehen lassen.

Für wen lohnt sich der Kauf?

Wenn du ein Fan von Bugatti bist oder eine Schwäche für Supersportwagen hast, wirst du mit diesem Set sehr viel Spass haben. Laut LEGO soll der Bugatti ab 16 Jahren geeignet sein. Ich finde jedoch, dass man dieses Set bereits mit 10 Jahren oder gar noch jünger zusammenbauen kann.

Fährst du auf LEGO Technic ab, wirst du vom Bugatti Chiron aber enttäuscht sein, denn mit Technic hat dieses Modell wenig am Hut. Der Chiron besitzt so gut wie keine Funktionen, die Verkleidung verdeckt praktisch alle mechanischen Teile und ein nachträgliches Aufrüsten mit einem Elektromotor ist ebenfalls so gut wie unmöglich. Für Technic-Fans würde ich eher den neuen geländegängigen Kranwagen empfehlen. Dieser hat 500 Teile mehr, ist halb so teuer und hat wirkliche Technic-Funktionen. Zudem kann er im Vergleich zum Bugatti auch mit Power-Funktionen nachgerüstet werden.

  • Bugatti Chiron (42083)
  • Bugatti Chiron (42083)
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LEGO Bugatti Chiron (42083)
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Auf dem Motorrad geniesse ich meine Freiheit, beim Angeln wecke ich meinen Jagdinstinkt und hinter der Kamera lasse ich meiner Kreativität freien Lauf. Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.

3 Kommentare

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User bb1950328

LEGO verwendet Sticker, damit man sie nachher wieder abziehen kann wenn man ihn auseinandernimmt. So können die Bauteile problemlos auch für eigene Kreationen genutzt werden. Aber sonst schöner Artikel👍

27.07.2018
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User rams_arto

Bei einem Set, das über 400.- kostet, könnte man aber auch von Lego erwarten, dass sie die bedruckten Teile doppelt liefern. Einmal bedruckt und einmal blank.

27.07.2018
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