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SpielereienReview 818

Ich kapituliere nach 15 Stunden Bauzeit

Der «Allrad-Jeep» ist das teilemässig grösste Set des Modellbauherstellers «WoodenCity». Mit dem Bau wollte ich meine Fingerfertigkeiten unter Beweis stellen, bin jedoch kläglich gescheitert.

Der «WoodenCity Jeep 4x4» besitzt 569 Einzelteile aus Birkensperrholz und sollte laut Hersteller in ungefähr 12 Stunden gebaut sein. Seine Einzelteile sind auf mehreren Holzbögen vorgelasert und können von Hand oder mit einem spitzen Hilfsmittel herausgetrennt werden. Was sich einfach anhört, ist schwieriger als gedacht. Denn die Dinger gehen schnell kaputt. Sehr schnell sogar.

  • Jeep 4x4 569 Teile
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CHF 70.–
WoodenCity Jeep 4x4 569 Teile
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Bereits zu Beginn der erste Rückschlag

Neben dem Modellbauset benötigst du noch einen Cutter und ein paar Teelichter. Mit dem Cutter entfernst du die herausstehenden Holzreste, welche beim Heraustrennen der Einzelteile aus den Bögen übrig geblieben sind. Das Wachs der Teelichter ist dazu da, die Zahnräder geschmeidiger zu machen. Ich habe alle nötigen Dinge besorgt, mir eine aufgeräumte Arbeitsumgebung geschaffen und mich mental auf einen Modellbau-Marathon vorbereitet. Ich bin also ideal vorbereitet. Möge die Odyssee beginnen.

Die Kurbelwelle ist bereits gebrochen.

Als erstes ist der Motor an der Reihe. Dazu gehören neben den vier Zylindern auch ein Ventilator des Kühlergrills, eine Kurbelwelle und einen Rahmen, der den Motor in Position halten sollte. Das Gebilde ist jedoch wackelig und halb lose. Immer wieder macht sich ein Teil selbstständig und ich muss es wieder an seinen Platz zurückfummeln. Als ich dann das Zahnrad an der Kurbelwelle befestigen will, bricht mir bereits das erste Stück auseinander. Der Jeep würde später zwar noch vor- und zurückfahren können, aber durch den Bruch der Kurbelwelle können sich dabei die Zylinder nicht mehr bewegen. Eine erste Ernüchterung macht sich bei mir breit.

Zu ungenaue Einzelteile und schlechte Qualität

Ich bin mittlerweile bereits seit mehreren Stunden mit dem Bau beschäftigt. Immer wieder bricht mir ein kleines Stück Holz ab. Sei es beim Heraustrennen aus den Bögen oder beim Zusammenbauen. Zwar kann hie und da was abbröckeln, ohne dass sich dabei grosse Folgeschäden ergeben, doch beim Getriebe funktioniert gar nichts mehr. Die Zahnräder sind ungenau gefertigt und das Holz hat eine schlechte Qualität. Mit Müh und Not und einer ordentlichen Portion Wut kriege ich das Ganze zusammen. Eigentlich sollte hier alles reibungslos ineinandergreifen, doch die Zahnräder lassen sich nur bedingt bewegen. Meine Finger schmerzen und mein Geduldsfaden ist gerissen. Am liebsten würde ich das gesamte Modell in Brand stecken. Ich brauche eine Pause. Eine lange Pause.

Zu ungenau gefertigte Zahnräder verklemmen das Getriebe.

Es ist nun eine Woche später. Ich habe mich wieder beruhigt und bin guter Dinge, dass ich heute den Jeep fertig bauen kann. Da ich bereits acht Stunden für dieses Modell aufgebracht habe und der Hersteller die gesamte Bauzeit mit 12 Stunden beschreibt, sollte ich also in gut vier Stunden fertig sein. Schön wär’s.

Nach einmaligem Aufziehen brach der Schlüssel ab.

Der nächste Kapitalschaden lässt nicht lange auf sich warten. Ich bin mittlerweile beim Reserverad am hinteren Ende des Wagens angelangt. Darin versteckt sich ebenfalls der Aufziehmechanismus für die Fortbewegung des Jeeps. Mit einem Schlüssel kannst du ein Gummiband spannen. Diese Spannung überträgt sich anschliessend an das Getriebe und danach auf die Räder. So die Theorie. Wie du aber weisst, hat mein Getriebe so seine Schwierigkeiten und läuft nicht einwandfrei. Beim ersten Aufziehversuch bricht dann auch noch der Schlüssel ab. Jetzt funktioniert also gar nichts mehr. Das Ding taugt nur noch zu Dekozwecken.

Erst in der Hälfte? Vergiss es!

Sichtlich genervt baue ich noch ein paar Stunden weiter. Motivation habe ich keine mehr. Wofür auch? Das ganze Teil ist nutzlos geworden, da alle wichtigen Elemente kaputt sind. Ich bin nun seit insgesamt 15 Stunden mit diesem Modell beschäftigt. Als ich dann in der Bauanleitung lese, dass ich nun in der Hälfte angekommen bin, platzt mir der Kragen. Vergiss es! Nicht mit mir! Noch mal so lange halte ich das nicht durch. Normalerweise beende ich alles, was ich angefangen habe, doch hier ist nun endgültig Schluss. Das Fahrwerk und die Räder bringen mir sowieso nichts, wenn der Antrieb im Arsch ist.

Ich kann nicht mehr. Ich gebe mich geschlagen.

Fazit

Nüchtern betrachtet ist dieses Modell interessant. Es besteht aus ökologischem Holz, wurde in der EU hergestellt, muss nicht geklebt werden und sieht cool aus. Wäre da nicht die schlechte Qualität. Das verdirbt einem den ganzen Spass am Modell. Dieses billige Sperrholz dient lediglich als Brennholz. Der Hersteller hätte lieber auf hochwertiges Material gesetzt und den Preis angehoben. Günstig ist nicht immer gut. Zudem habe ich auch meine Modellbaukünste total überschätzt. Mit dem grössten und kompliziertesten Set anzufangen, war definitiv eine schlechte Idee. Ich hätte wohl lieber mit einem einfacheren Set, wie zum Beispiel dem Doppeldeckerflugzeug mit 63 Teilen beginnen sollen. Wenn filigranes Arbeiten mit den Händen genau dein Ding ist, könnten die Holzmodelle von WoodenCity und Ugears interessant für dich sein. Ich hingegen bin nicht der Typ dafür und lasse in Zukunft meine Finger von solchen Sachen.

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User

Ramon Schneider, Zürich

  • Junior Editor
Auf dem Motorrad geniesse ich meine Freiheit, beim Angeln wecke ich meinen Jagdinstinkt und hinter der Kamera lasse ich meiner Kreativität freien Lauf. Bezahlt werde ich dafür, von früh bis spät mit Spielwaren Humbug zu betreiben.

8 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen.

User Anonymous

Weil hier Leute etwas testen, die absolut keine Ahnung haben. Die Teile sind vorgestanzt aber müssen nachgeschliffen werden. Es liegt nicht am Sperrholz, sondern am Andwender. Und es sollte jedem klar sein, dass dies kein Spielzeug ist, sondern ein Ausstellungstück mit Funktionen. Man verlangt ja auch nicht von einer Limusine, dass sie so beweglich ist wie ein Jeep und Offroad fahren kann. Ich habe auch ein RC Auto einer Spezial Eddition und im Spiel ist es ein Super Offroad Fahrzeug aber die Spezial Eddition ist ein Ausstellungsstück mit Funktionen und kann nicht im freien verwendet werden.

Beim Heraus nehmen der Teile MUSS ein Skalpel verwendet werden und das in verschiedenen grössen. Dann wäre auch ncihts abgebrochen. Bei der Grösse und Material würde ich bei gewissen Teilen sogar mit Pinzette arbeiten. Dieser Bericht ist wieder mal ein Beweis dafür, dass nur Hobbyjournalisten bei Digitec arbeiten und sich nicht wirklich über die Art und Weise informieren.

Nintendo hat Labs und dort ist es dünner Karton und es geht nichts daneben, wenn man es richtig macht.

29.11.2018
User goeoenkzwei

Ich glaube nicht, dass das am "Hobbyjournalismus" liegt. Der Bericht ist eher ein Tatsachenbericht darüber, wie es in den meisten Fällen wohl laufen wird, wenn man so ein Ding verschenkt an jemanden, der nicht ausgewiesener Filigrantechniker oder sehr geübter Modellbauer ist. Das Frustpotential bei geschätzten 80 % der Käufer ist hoch und die würden besser die Finger davon lassen. Ich denke, das kommt beim Bericht gut rüber.
Jetzt kann sich jede*r selber Gedanken machen, ob dieses Modell wohl das richtige ist.

29.11.2018
User JazzSam

Du sprichst mir aus der Seele Anonymous....

29.11.2018
User Anonymous

man muss weder ein Filigrantechniker sein noch ein Modellbauer. Lediglich sein Hirn einsetzen und sich bewusst sein, was dies für eine Arbeit ist und sich mit der Materie auseinandersetzen. Ich bin keins von beidem aber liebe solche Dinge und informiere mich einfach. Ich konnte nicht löten habs aber gelernt als
ich mit ferngesteuerten Autos angefangen habe.

Ich hab mit Nintendo LABs begonnen, weil ich eine Switch habe, es witzig ist und man so besser in den Modelbau kommt. Später werde ich vielleicht auch sowas wie den WoodCity Jeep machen oder so.

Ist wie in meinem Beruf, wo die Leute glauben sie können PCs nutzen aber sich nicht damit auseinander setzen und dann ständig die gleichen Dinge fragen oder nicht lernen wollen. Aber dann das Gefühl haben, der IT Support müsse das beantworten oder für sie dann erledigen. Wer in der Arbeitswelt mit solchen Geräten arbeitet, muss die Basic kennen. Alles andere ist zum kotzen und egoistisch. Bei der älteren Generation ist es noch was anderes aber auch dort gibt es Individuen, die besser damit umgehen können als viele 20 jährige.

Viel zu viele überschätzen sich auch und fangen gleich mit dem schwersten an und wenn Bekannte oder Freunde so etwas verschenken, dann sind es keine wirklichen Freunde die einen kennen. Ansonsten hätten sie sich mehr Mühe gegeben mit dem Geschenk. Aber heutzutage hat man ja lieber 500 Likes und Freunde als wirkliche Freundschaften zu pflegen.

30.11.2018
Antworten
User aeroman1

Ich hab den Traktor zusammengebaut - er funktioniert! Der Trick ist, dass mit dem Cutter die Teile de facto an den Verbindungen ausgeschnitten werden müssen - nicht ausgebrochen. Es ist sehr aufwändig und dauert länger!

29.11.2018
User dersim11

Netter Erfahrungsbericht, aber warum wird denn überhaupt etwas angeboten, was scheinbar durch Galaxus selbst als „minderwertige“ Qualität bezeichnet wird? Ich persönlich habe mir vor einiger Zeit den Ugears Classic Rennwagen geholt, der sich nun bei ca. 70-80% beendeter Bauphase auf meinem Schreibtisch breit gemacht hat. Es sieht nett aus und machte anfangs recht viel spass es aufzubauen. Die Ernüchterung kommt erst dann zum Vorschein, wenn bewegliche Teile gebaut werden sollen, die aber scheinbar doch noch zusätzlich bearbeitet (schleifen, ölen etc) werden müssten, damit sie sich reibungslos bewegen. somit muss ich mich damit abfinden, dass dieses teure Stück Holz sich doch nur als Vitrinenmodell entpuppen wird.

28.11.2018
User terry76

Ich würde den gern zusammen bauen und ein live Facebook machen ich denk ich krieg das unter diesen 10 stunden hin;)0788377371

05.12.2018
User Anonymous

Habe mehrere Modelle dieses Herstellers gekauft und gebaut. Die Qualität ist überwiegend minderwertig, von den Anleitungen ganz zu schweigen, einmal waren 2 (!) Korrekturanleitungen im Set und selbst diese waren noch falsch, einfach unterirdisch. Finger weg von diesen Sets.

02.12.2018