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Saugroboter greifen Flecken mit Dampf und Nebel an

Dampf und Sprühnebel gegen Flecken, ein aufgeheizter Abwassertank gegen Gestank: Die Saugroboter-Hersteller zeigen auf der IFA ihre neuesten Modelle mit unterschiedlichen Stärken.

Auch wenn ich darüber geschnödet habe, dass an der Techmesse IFA in Berlin bei den Saugrobotern Stillstand herrscht, haben die Hersteller neue Modelle herausgebracht. Die können zwar nichts grundlegend Neues – aber sie sind in vielen Bereichen besser und bieten mehr Funktionen. Hier kommt eine kurze Übersicht über die neuen Saugroboter und was sie Besonderes können.

Dreame: mit Dampf gegen hartnäckige Flecken

Der Dreame Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete ist das Topmodell des Herstellers mit Wischrolle. Den X60 habe ich ja eben erst getestet – das ist die interne Konkurrenz, das Topmodell mit zwei runden Mopps.

Die Besonderheit: Der Aqua20 wischt den Boden nicht nur mit warmem Wasser, er heizt es im Roboter auf 180 Grad auf und dampft damit mit vier Düsen besonders verunreinigte Hartböden ein. Damit soll der Roboter laut Hersteller 99,999 Prozent der Bakterien entfernen. Die Rolle arbeitet mit einem Druck von 18 Newton auf den Boden und kann bis acht Zentimeter ausgefahren werden – doppelt so viel wie im Vorgänger.

Das neue Topmodell von Dreame – optisch sehr ähnlich wie die Vorgänger.
Das neue Topmodell von Dreame – optisch sehr ähnlich wie die Vorgänger.

Dreame spendiert dem Gerät eine Vollausstattung: Der Roboter klettert über Doppelschwellen bis zehn Zentimeter und einzelne Schwellen bis fünf Zentimeter, erkennt über 320 Hindernisarten und weicht ihnen aus, und er saugt mit 40 000 Pascal. Der Aqua20 Pro Ultra Roller X Complete kommt im Herbst zu uns in den Shop. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt voraussichtlich 1279 Franken oder 1499 Euro.

Roborock: zweiter Anlauf mit Rolle

Beim ersten Modell von Roborock mit selbstreinigender Rolle hatte ich im Test drei Schwächen ausgemacht. Nun hat der Hersteller auf der IFA den Nachfolger vorgestellt, den Roborock Qrevo Edge 2 FlowX. Kann ich mir Hoffnung machen, dass die Kritikpunkte behoben wurden?

Hat der Vorgänger noch zwölf Zentimeter in die Höhe geragt, sind es nun nur noch knapp neun Zentimeter. Das ist ein guter Wert für einen Roboter mit Rolle. Der Roborock ist beispielsweise ein Zentimeter flacher als das oben erwähnte Modell von Dreame. Der zweite Kritikpunkt bleibt aber auch beim Qrevo Edge 2 FlowX bestehen: Er hat keine dezidierte Kletterfunktion und dürfte somit bei Schwellen, die höher als rund zwei Zentimeter sind, überfordert sein.

Der dritten Schwäche hat sich Roborock dann aber wieder angenommen. Die 27 Zentimeter lange Rolle fährt stärker zur Seite aus und die Seitenbürste dreht in beiden Richtungen. So sollen Ecken und Ränder genauer geputzt werden als vorher. Als Besonderheit hat der Hersteller an der Rolle einen flexiblen Abstreifer angebracht, der überflüssiges Wasser entfernt. So sollen auch empfindliche Holzböden nicht allzu nass werden.

Der Roborock Qrevo Edge 2 FlowX ist bereits im Shop erhältlich. Die Preise starten bei 699 Franken oder 750 Euro.

Die Rolle des Roborock Saros 20 Flow Complete ist breiter und fährt mehr zur Seite aus.
Die Rolle des Roborock Saros 20 Flow Complete ist breiter und fährt mehr zur Seite aus.

Der Hersteller bringt in ein paar Wochen auch gleich eine zweite Variante mit Rolle auf den Markt, den Roborock Saros 20 Flow Complete. Er ist ebenfalls nur neun Zentimeter hoch, bietet aber mehr Saugkraft und er klettert über bis zu 8,8 Zentimeter hohe Doppelschwellen und bis 4,5 Zentimeter hohe Einzelschwellen. Die Rolle wird während der Reinigung laufend von 16 Düsen mit Hochdruck gereinigt. Damit bietet Roborock nun auch das Komplettsystem an, das zumindest auf dem Papier keine Schwächen hat. Der Saros 20 Flow Complete dürfte dann aber auch doppelt so teuer sein. Er kostet 1299 Euro. Die Schweizer Preise sind noch nicht bekannt.

Ecovacs: mit oder ohne Beutel

Den neuen Deebot X12S bietet Ecovacs in zwei Varianten an: als OmniClone mit einem Staubbehälter in der Basisstation und als Pro Omni mit einem Staubbeutel. Zwei weitere Extras hat der Hersteller integriert: Der Abwassertank wird regelmässig aufgeheizt, um so Gerüchen vorzubeugen. Der Roboter drückt eine flache Führungsrolle auf den Teppich, sodass er kleine Partikel und laut Hersteller 95 Prozent der Hausstaubmilben aufsaugt.

Der Deebot X12S kommt in beiden Varianten voraussichtlich Ende September zu uns in den Shop. Mit Staubbeutel kostet er 1099 Euro, beutellos sind es 1299 Euro. Die Schweizer Preise sind noch nicht klar.

Die Basisstation heizt den Abwassertank auf, damit er nicht unangenehm riecht.
Die Basisstation heizt den Abwassertank auf, damit er nicht unangenehm riecht.

iRobot: Sprühnebel gegen Flecken

Das neue Topmodell von iRobot heisst Roomba Max 875 Combo. Der US-Hersteller, seit kurzem in chinesischem Besitz, setzt auf eine Wischrolle, die bei Teppichen abgedeckt wird. Gleichzeitig senkt der Roboter eine Schürze auf die Fasern ab, wodurch die Saugeffizienz steigt. Zusammen mit der Saugkraft von 35 000 Pascal soll er Teppiche dreimal gründlicher reinigen als die bisherigen Topmodelle der Marke.

Der iRobot sprüht Nebel auf Flecken – fotografisch lässt sich der feine Wasserdampf nicht festhalten.
Der iRobot sprüht Nebel auf Flecken – fotografisch lässt sich der feine Wasserdampf nicht festhalten.

Um Flecken besser zu entfernen, sprüht das Gerät kontinuierlich einen warmen Sprühnebel auf den Boden, der dann vom Rollermopp zusammen mit dem Schmutz aufgenommen wird. Der Roboter ist knapp zehn Zentimeter hoch und überwindet Schwellen bis 3,5 Zentimeter.

Der Roomba Max 875 Combo kostet 1200 Euro. Der Schweizer Preis und der Start bei uns sind noch unklar.

Dyson: drei neue Saugroboter

Dyson bringt gleich eine ganze Familie an neuen Saugrobotern auf den Markt. Die drei Geräte decken einen grossen Preisbereich ab und richten sich an unterschiedliche Zielgruppen:

  • Dyson R1 Nurovi Dry (erhältlich ab Ende 2026 für 550 Franken oder Euro): Darauf haben einige Nutzerinnen und Nutzer gewartet. Das Einsteigermodell saugt den Boden nur, eine Wischfunktion mit Mopps fehlt ganz. Die Saugkraft liegt bei 21 000 Pascal, zudem spendiert Dyson dem Modell das neue Seitenkehrsystem mit ausfahrbaren Bürsten.
Das Basismodell saugt den Boden, Wischmopps hat es keine.
Das Basismodell saugt den Boden, Wischmopps hat es keine.
  • Dyson R2 Nurovi Wash+Dry (erhältlich ab Ende 2026 für 850 Franken oder Euro): Dies ist quasi der R1 mit einer Wischfunktion. Der englische Hersteller hat dafür neuartige Mopps entwickelt, die nicht rund sind, sondern eine Dreiecksform aus drei Kreisbögen haben. Sie sollen dank speziellen Bewegungsmustern besser in die Ecken kommen und diese reinigen. Für die gründliche Reinigung sorgt 75 Grad warmes Wasser, das in der Basisstation erhitzt wird.
Keine runden Mopps, sondern dreieckige: Diese sollen besser in die Ecken wischen.
Keine runden Mopps, sondern dreieckige: Diese sollen besser in die Ecken wischen.
  • Dyson R3 Nurovi Spot+Scrub UV: (erhältlich ab Anfang 2027 für 1200 Franken oder Euro): Das Topmodell leuchtet den Boden mit UV-Licht und dem von den Akkusaugern bekannten grünen Laserlicht an. Die Kamera erkennt so auch vermeintlich unsichtbare Flecken, die der Roboter gezielt reinigt. 200 Substanzen und Objekte unterscheidet das System. Statt mit Mopps wischt der R3 den Boden mit einer selbstreinigenden Rolle, die bis zu vier Zentimeter zur Seite ausfährt. Laufend liefern zwölf Düsen 70 Grad warmes Wasser nach. Die Basisstation funktioniert ohne Staubbeutel, so wie ich das von den Dyson-Akkusaugern her kenne.

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