Monopoly für Gewinner: Die Strategie, die jede Beziehung beendet
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Monopoly für Gewinner: Die Strategie, die jede Beziehung beendet

Dominik Bärlocher
Zürich, am 04.09.2020
Bilder: Thomas Kunz
Monopoly ist nicht für nette Menschen gemacht. Aber jenseits von «nicht nett» liegt «kapitalistisch-gnadenlos». Mit dieser Strategie ist dir zwar der Sieg gewiss, der Hass deiner Mitspieler aber auch.

Monopoly ist ein Spiel, das Beziehungen beendet. Monopoly ist ein Spiel, das jeder hasst und irgendwann kommt dann doch jemand beim Spieleabend auf die schlaue Idee, das Brett mit den Immobilien hervorzuholen. Vielleicht ist es die klassische Edition, vielleicht die «Fast and Furious»-Edition. Egal, am Ende bekämpfen sich alle und jeder hat eines erkannt: Kapitalismus ist unfair. Das Spiel ist scheisse. Alle hassen alle.

Damit dieses Debakel möglichst schnell vorbeigeht, brauchst du eine Strategie. Dazu müssen wir schnell die Regeln Revue passieren lassen.

Monopoly: Die wichtigsten Regeln im Überblick

Der wichtigste Aspekt des Spiels ist der Name des Brettspiels, das anno 1935 mit seinen heutigen Regeln erstmals von den Parker Brothers veröffentlicht wurde. Es geht nicht darum, alle Strassen zu besitzen. Das ist nicht das Monopol des Spiels. Aber ich greife vor.

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Drei Regeln sind für die folgende Strategie wichtig:

  1. Du würfelst immer mit zwei Würfeln, die je sechs Seiten haben.
  2. Auktionen sind möglich. Du kannst deine Besitztümer versteigern.
  3. Wenn die Bank keine Häuser mehr hat, dann kann keiner mehr Häuser bauen.

Natürlich sind da noch all die anderen Regeln, aber die sind für die kommende Strategie nicht besonders wichtig. Die drei oben können so missbraucht werden, dass du nach sieben Zügen den Sieg in der Tasche hast.

Die Strategie im Detail

Damit du eins vorneweg weisst: Du wirst mit dieser Strategie zum wüstesten Kapitalisten ohne Gefühle. Neudeutsch werden die «wüsten Kapitalisten» übrigens «Neoliberalisten» genannt. Dann sind sie nicht so beleidigt. Deine ganzen linksgrünen Gedanken? Machen Pause. Mitleid mit deinen Mitspielern? Fehlanzeige.

Zu Beginn: Kauf alles

Wenn das Spiel losgeht, kauf jedes Feld, auf dem du landest. Keine Sorge, du behältst nur einige wichtige Felder. Der Rest ist Handelsware für Auktionen.

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Das ist simpel, setzt dich schon mal ab mit hoffentlich mehr Besitz als deine Mitspieler. Zudem ist das Risiko hoch, dass deine Mitspieler auf einem deiner Felder landen und dir ein bisschen Geld abdrücken müssen.

Zu verkaufen: Der wertlose Müll

Es gibt Felder, die bringen dir nichts. Da ist Aufwand/Ertrag zu hoch.

Lohnt sich nicht
Lohnt sich nicht
  • Lila Felder
  • Braune Felder
  • Eisenbahnen
  • Utilities

Kauf dir diese Felder, handle damit. Aber versuch gar nicht erst, das Set zu komplettieren. Ein Monopol auf diesen Feldern lohnt sich schlicht nicht.

Kauf das: Tu alles für diese Felder

Du wirst schnell damit anfangen müssen, anderen Spielern Geld aus der Tasche zu ziehen. Dazu gibt es Felder, die wertvoller sind als andere. Und zwar sind das die Felder, auf denen statistisch am meisten Spielerinnen landen. Das sind die Felder, die zwischen sechs und zwölf Felder nach dem Gefängnis liegen. Sprich: Orange und Rot.

Kauf diese Felder, denn hier landen deine Schuldner
Kauf diese Felder, denn hier landen deine Schuldner

Tu fast alles, um an diese Felder zu kommen. Zahl zu viel an Auktionen, handle mit anderen Feldern. «Ich geb dir zwei Eisenbahnen für einmal Rot»? Deal!

Auktionen: Mehr Käufe in kürzerer Zeit

Wenn ein Mitspieler auf einem Feld landet, das aber nicht kauft, dann ist es zur Auktion freigegeben. Nutz das aus und kauf dir alles, was du dir kaufen kannst.

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Das Gute: Du kannst so extrem günstig zu Immobilien kommen. Wenn ein Feld XXXPRICE kostet, kannst du mit der Auktion bei 10 Franken einsteigen.

Sets: Der Schlüssel zum Erfolg

Schau, dass du so schnell wie möglich alle Felder einer Farbe zusammen kriegst. Denn dann zahlen dir die Leute, die auf deinem Eigentum landen, doppelt Miete. So kommt bei dir mehr Geld rein, damit du mehr kaufen und vor allem mehr bauen kannst.

Gefängnis: Erst Feind, dann Freund

Das Gefängnis ist nicht nur ein lästiges Feld in der einen Ecke des Spielbretts oder der Ausgangspunkt für deine finanzielle Dominanz im Spiel, sondern auch ein Feld, auf dem du keine Miete zahlen musst. Es verhindert aber nicht, dass du mit Immobilien handeln kannst.

Das Gefängnis ist Part einer Strategie
Das Gefängnis ist Part einer Strategie

Daher gelten zwei Richtlinien in Hinblick auf das Gefängnis:

  • Am Anfang des Spiels: Tu alles, um aus dem Gefängnis rauszukommen oder gar nicht erst reinzukommen.
  • Gegen Ende des Spiels: Tu alles, um im Gefängnis zu bleiben.

Häuser: Das Monopol in Monopoly

Das wohl grösste Missverständnis in Monopoly ist der Begriff des Monopols. Es geht nicht darum, alle Felder auf dem Brett zu besitzen. Es geht darum, deine Mitspieler einzustampfen und in den Bankrott zu treiben. Daher ist das Monopol nicht die Kontrolle über jedes Feld.

Das Monopol ist die Kontrolle über alle Häuser.

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Die Regeln für den Hausbau:

  • Du darfst so viele Häuser bauen, wie du willst, wann du willst.
  • Du musst nicht auf dem Feld sein, auf dem du bauen willst.
  • Du musst gleichmässig bauen. Sprich: Du kannst nicht drei Häuser auf rotem Feld A stellen und rotes Feld B unbebaut lassen. Bevor du auf einem Feld einer Farbgruppe ein zweites Haus baust, müssen alle deine Felder ein Haus haben.
  • Wenn die Bank keine Häuser mehr verkaufen kann, da sie keine mehr hat, müssen Spieler darauf warten, dass ein Spieler seine Häuser verkauft

Die letzte Regel ist die Wichtigste im ganzen Spiel. Sie ist es, die dir das Monopol ermöglicht. Wenn jemand ein Hotel kauft, dann kauf dir die Häuser so schnell wie möglich. Denn wenn alle Häuser weg sind, kann niemand mehr irgendetwas bauen. Keine Hotels, keine Häuser, kein gar nichts.

Sobald die Bank keine Häuser mehr hat, dann hat jeder Spieler, der nicht – Handgelenk mal Pi – drei Häuser oder mehr besitzt, verloren. Sie wissen es einfach noch nicht.

Mit dieser Strategie ist dir der Sieg so gut wie gewiss. Wenn dir aber etwas an deinen Freundschaften und Beziehungen liegt, dann willst du vielleicht etwas Gnade walten lassen, selbst wenn das nicht die Idee des Spiels ist.

Willst du das wirklich?

Nach der Recherche zu diesem Artikel liegt ein komplettes Set «Monopoly» auf meinem Tisch. Ich will das nicht mehr. Echt nicht. Ich hasse schon genug andere Dinge und werde von genug Dingen gehasst. Da muss nicht noch ein Brettspiel mithelfen.

Wenn du das Set willst, dann klick unten auf den Button und ich schick dir das zu, wenn du die Verlosung gewinnen solltest.

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Du kannst ein Monopoly gewinnen, weil wir wollen das echt nicht mehr.

Der Wettbewerb ist inzwischen beendet.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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