Godzilla vs. Kong: Spielzeugwerbung enthüllt dritten Titanen

Godzilla vs. Kong: Spielzeugwerbung enthüllt dritten Titanen

Dominik Bärlocher
Zürich, am 23.03.2021
Eine mysteriöse Spiegelung im jüngsten Trailer zu «Godzilla vs. Kong» soll auf einen dritten, mysteriösen Titanen hinweisen. Das Geheimnis ist so schlecht gehütet, dass es eigentlich klar ist, dass der Dritte im Bunde Mechagodzilla sein wird.

Es soll der Kampf der Giganten werden, der zuletzt anno 1962 ausgetragen wurde. Godzilla, der König der Monster, soll gegen Kong antreten. Einer der Verlierer steht schon mal fest: Die Menschheit. Denn wenn Kong mit seiner gigantischen Axt ausholt und sich gegen Godzillas Atomfeueratem stellt, dann werden Städte nicht bloss zerstört, sie werden eingeäschert.

Godzilla-Fans aber stellen sich eine Frage: Warum ist ihr Lieblingsmonster wieder ganz offensichtlich der Bösewicht? Hat die Geheimorganisation Monarch es nicht in «Godzilla: King of Monsters» geschafft, dass die Echse zu den Guten übergelaufen ist?

Und was zeigt uns dieser letzte Screenshot im neuesten Trailer?

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Die Antwort ist einfach: ein weiteres Kult-Monster aus dem Stall des japanischen Studios Toho: Mechagodzilla. Das enthüllt auch Blick auf die Funko-Pop-Figuren, die als Tie-in zum Film auf den Markt kommen werden.

Die offensichtlichste Fährte in der Filmgeschichte

«Godzilla vs. Kong» wird von Warner Bros. produziert. Das Studio möchte wohl, dass du und all die anderen Godzilla-Fans sich fragen, welches Monster in der Reflexion im Auge des Titanen Godzilla auftaucht.

Nur, dass es schmerzhaft offensichtlich ist, dass es Mechagodzilla sein wird. Den Anfang der Leaks hat der Spielzeughersteller Funko gemacht. Denn wie für jedes andere Franchise, das einigermassen okaye Chancen auf Erfolg hat, stellt der Gummifigurenkonzern sogenannte Funko Pops mit Charakteren aus dem Film her. Das sind verniedlichte Versionen der Figuren aus Film und Fernsehen, Musik und Popkultur, die offenbar einen hohen Sammlerwert haben.

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Auf dem offiziellen Blog des Herstellers ist dann Mechagodzilla vor wenigen Tagen aufgetaucht. Der knuffigen Version des Killerrobotersauriers ist ein Strahl seines roten Todeslasers beigelegt.

Eine etwas detailliertere Ansicht des Robotermonsters bietet der Spielfigurenhersteller Playmates. In seinem Katalog ist der 15 Zentimeter hohe Mechagodzilla aufgetaucht. Die Figur zeigt einen Dinoroboter mit grossen Klauen.

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Dazu kommt noch, dass Regisseur Adam Wingard den Roboter bestätigt hat. In einem Instagram Post hält er eine Actionfigur in die Kamera.

Regisseur Adam Wingard zeigt Mechagodzilla aus seinem Film
Regisseur Adam Wingard zeigt Mechagodzilla aus seinem Film
Instagram

All das ist den Hardcore-Fans schon viel zu viel Fährte und sie brauchen das auch nicht. Denn Spiegelbilder und Spielfiguren sind für geübte Ohren überflüssig. Im jüngsten Trailer mit dem Untertitel «Salvation», Erlösung, läuft ein Techno-Track im Hintergrund.

Dieser Track ist nichts anderes als eine auf modern gecoverte Version des originalen Leitmotivs Mechagodzillas.

Mechagodzilla: Der König der Robotermonster

In «Godzilla vs. Kong» ist die Welt kurz vor dem Abgrund. Godzilla ist aus unbekannten Gründen auf Zerstörung aus. Die letzte Hoffnung der Menschheit ist Kong, der Riesenaffe von Skull Island. Das soll aber nicht heissen, dass die Menschheit einfach auf einen Affen hofft. Oder dass nur Monarch, Geheimorganisation für die Forschung und Kontrolle der Titanen, sich in den Kampf der Monster einmischen will.

Mechagodzilla ist ein Roboter. Roboter werden von jemandem gesteuert. In den japanischen Filmen war das anno 1974 in «Godzilla vs. Mechagodzilla» eine Rasse Ausserirdischer vom «Dritten Planeten des Schwarzen Lochs». Mithilfe des gigantischen Roboterdinosauriers wollten sie die Menschheit unterjochen. So selten das Metall, aus dem die Hülle des Roboters auch bestand, auch sein mochte, gegen den König der Monster hatte der Roboter keine Chance. Godzilla reisst Mechagodzillas Kopf ab.

Doch nur ein Jahr später, 1975, die Revanche: In «Terror of Mechagodzilla» wird Interpol aktiv. Und die Aliens kehren zurück. Die Kontrolleinheit für den mittlerweile restaurierten und mit Upgrades versehenen Mechagodzilla wird in eine Frau implantiert, die auch noch ein Cyborg ist.

«Terror of Mechagodzilla» ist ein Klassiker. Roboter, Monster, Robotermonster, Aliens und Spionage sind alles nur Ausreden, damit sich ein paar Menschen in Kostümen inmitten einer Miniaturstadt die Köpfe einschlagen. Da können Cyborgs mit Interpol-Agenten flirten, wie sie wollen. Interessiert die Hardcore-Fans nicht.

Genau das sind auch die Hoffnungen für «Godzilla vs. Kong»: Eine Story, die sich selbst nicht zu ernst nimmt und viel Monster, die sich verprügeln. Monarch darf gerne von Aliens geführt werden, die im Erdkern noch ein Monster versteckt haben, das aber nur mit der Harfe eines Mädchens erweckt werden kann, das zufällig noch Nichte einer alten Göttin ist. Wenn, aber nur wenn, das dazu führt, dass Godzilla Kong härter eins auf die Fresse gibt. Genau das ist es, was Filme wie «Terror of Mechagodzilla» zum Kult hat werden lassen. Das und die Tatsache, dass die deutschen Filmtitel absolut grossartig sind. Aus «Terror of Mechagodzilla» ist im Deutschen «Die Brut des Teufels» geworden. Wieso auch nicht?

Und wenn mich nicht ganz alles täuscht, dann ist «Terror of Mechagodzilla», in dem die deutsche Synchronisation das Wort «Cyborg» als «Kih-Bork» radebrecht.

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Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Senior Editor, Zürich
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

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