
Das Skylight von Philips ist eine gelungene Dachfenster-Illusion
Hast du dein Büro im Keller oder ein Bad ohne Tageslicht? Dann wäre das Skylight von Philips etwas für dich. Es bringt den blauen Himmel in den Raum. Ich habe die Lampe ausprobiert.
Was haben U-Boote, Geheimdienst-Folterkeller und die Kabinen fürs Personal auf Kreuzfahrtschiffen gemeinsam? Kein Tageslicht. Auch das typische innenliegende Schweizer Badezimmer passt in diese Reihe. Architekten bauen häufig für die Ausnützungsziffer, weniger dafür, dass du beim Schminken oder Rasieren die Morgensonne siehst.
Mit dem Skylight kannst du «Räume verwandeln», wie es seitens des Herstellers heisst. Und zwar indem die Lampe «das Gefühl von Tageslicht nach drinnen bringt». Ausserdem hilft es dabei, deine biologische Uhr zu regulieren und kann sogar die natürliche Vitamin-D-Produktion des Körpers unterstützen.
Ist diese Lampe die Erleuchtung, die sich viele Menschen wünschen? Philips bietet mir eine Lampe für einen Test an. Ich nehme an, denn es gibt da in einer Ferienwohnung ein Zimmer, das kein Fenster hat und nur ein wenig Tageslicht vom Flur her bekommt. Dort montiere ich die Lampe, unterstützt von einem Mann vom Fach. Christoph ist Elektriker und hat in seinem Leben bereits mehr Lampen an Decken und Wände geschraubt als ich Beiträge für das Magazin geschrieben habe.
Mit ihm zusammen packe ich das Skylight aus dem Karton. Für den Test habe ich die kleine Version bekommen. Sie misst 45 mal 65 Zentimeter und ist acht Zentimeter hoch. Die grössere Version ist sogar 90 lang mal 60 Zentimeter breit.
Der erste Eindruck ist positiv. Die Lampe ist durch Karton gut geschützt, es gibt kein Styropor oder Plastik. Das Skylight ist zusätzlich in einer Art Kissenbezug eingepackt. Ausser der Lampe gibt es im Karton Anleitungen für Montage und Betrieb, Sicherheitshinweise, eine Fernbedienung, den Deckenhalter sowie Schrauben und Dübel.
Das Skylight besteht aus einem weissem Metallrahmen und einem Panel aus Kunststoff, der wie Milchglas aussieht. Alles ist sauber und wertig verarbeitet, es gibt keine scharfen Grate, die sonst gerne mal beim Spritzgussverfahren entstehen. Die Lampe fühlt sich rundum glatt an.

Wie montiert man das Skylight?
Das Metall sorgt für Gewicht: Das Skylight wiegt gut sechs Kilogramm. Das erklärt auch, warum die Deckenhalterung mit zehn Schrauben montiert werden soll. Christoph und ich entscheiden aber wagemutig, dass wir nur acht Löcher (fünf Millimeter) in die massive Betondecke bohren. Die Arbeit ist schnell erledigt – besonders für ihn als Profi mit einem Profigerät, also einer Schlagbohrmaschine mit richtig Power und Staubsaugeraufsatz.
Die Löcher zeichnen wir mit Bleistift an. Philips hat den Rahmen clever gestaltet. So ist es auch bei nicht ganz exakten punktgenauen Bohrungen noch möglich, die Lampe gerade zu befestigen, also zum Beispiel exakt parallel zur Kante von Decke zur Zimmerwand.
Wir nutzen die Schrauben und Dübel, die Philips beigelegt hat. Es sind zwar keine Markenprodukte, aber gut genug. Mit dem Akkuschrauber sind die Schrauben innerhalb von Minuten versenkt und der Rahmen sitzt fest an der Decke.
Jetzt geht es ans Aufhängen der Lampe. Und das ist hier wörtlich gemeint. Zwei Stahlseile mit Karabinern verbinden die Lampe mit der Deckenhalterung. Sobald das Skylight so gesichert ist, macht sich Christoph an die Stromer-Arbeit. Er steckt die Drähte aus der Decke in den Plastikblock mit Lüsterklemmen. Es sind die altmodischen zum Schrauben. In der Preisklasse der Lampe wären moderne Steckklemmen auch schön, sagt Christoph. Zum Schluss kommt noch der Erdungsdraht.


Jetzt muss die vertikal nach unten hängende und verkabelte Lampe nur noch horizontal an die Decke. Dafür positionieren wir sie auf der Wandhalterung und schieben sie dann knapp zwei Zentimeter, sodass sie fix einrastet. Das ist schlau. Zum Abhängen genügt es, das Skylight leicht nach oben gegen die Decke zu drücken und in die entgegengesetzte Richtung zu schieben. Dann ist sie wieder befreit.
Einen kleinen Nachteil hat der Mechanismus: Zwischen Decke und Oberkante der Lampe bleibt ein Spalt von ein paar Millimetern. Das Skylight ist also optisch nicht komplett mit der Decke verbunden.
Wie leuchtet das Skylight?
Der Spalt ist vergessen, sobald ich die Lampe zum ersten Mal einschalte. Nach Drücken des Lichtschalters verbraucht sie 40 Watt und erstrahlt mit voller Lichtstärke, also 3800 Lumen. Zur Einordnung: Das ist die Helligkeit von sechs alten 60-Watt-Glühbirnen oder von einem modernen LED-Baustrahler.
Das Skylight gibt das Licht über die milchige rechteckige Fläche im Rahmen ab. Dadurch entsteht tatsächlich die Illusion eines Dachfensters. Vor allem, weil die Lampe im «Energize»-Modus mit himmelblauem Licht arbeitet. Die verbauten LED beleuchten die Innenseiten des Rahmens nicht gleich, so entsteht eine Schattenwirkung wie bei einem echten Fenster auch. Das kleine Zimmer, in dem wir das Skylight montiert haben, wirkt viel heller und es kommt mir vor, als wäre oben an der Decke neuerdings ein Fenster.
Im folgenden Video siehst du die Lichtwirkung, wenn ich die verschiedenen Modi durchschalte.
Ein paar Zahlen aus der Praxis zur Leuchtkraft: In etwa einem Meter Entfernung von der Lampe messe ich 400 Lux im stärksten Modus «Energize». In Büros muss gemäss Arbeitsinspektoraten eine Beleuchtungsstärke von 500 Lux erreicht werden. Dafür stehen dort oft entsprechende Leuchten über den Schreibtischen. Das Skylight von Philips schafft fast die gleiche Helligkeit, obwohl sie bei mir auf 2,60 Meter Deckenhöhe hängt.
Mein Testgerät hat noch einen Bonus: Sie ist mit dem VitaUp-Modul ausgestattet. Das Skylight gibt nach Drücken der Taste auf der Fernbedienung Licht mit UVB-Strahlung ab. UVB-Strahlung braucht unser Körper, um Vitamin D zu produzieren. Philips darf nicht behaupten, dass die Lampe bei den Nutzerinnen und Nutzern Vitamin D produziert. Dazu fehlt der wissenschaftliche Beleg. Deshalb werden Formulierungen wie «kann unterstützen» verwendet. Die Strahlung aus dem Skylight ist zudem immer noch um Faktoren geringer als bei einem Spaziergang zur Mittagszeit. Aber: Das Licht des Skylights trifft mit der richtigen Wellenlänge für Vitamin-D-Produktion auf die Haut, also mit etwa 280 bis 320 Nanometern.



Wie bedienst du das Skylight?
Wie oben geschrieben, kann ich das Skylight am einfachsten per Lichtschalter an der Wand bedienen. Damit hole ich aber nicht das Maximum aus der Lampe heraus. Denn sie bietet fünf verschiedene Helligkeitsstufen: «Refresh», «Energize», «Focus», «Relax» und «Rest». Die ersten drei Stufen sind die hellsten, die zwei anderen sind deutlich dunkler. Unabhängig von diesen voreingestellten Lichtstufen kannst du die Helligkeit nach Wunsch einstellen und anpassen.
Dazu gibt es eine Fernbedienung. Ich kopple sie durch einen langen Druck auf die Einschalttaste mit der Lampe. Die Fernbedienung reagiert auf Berührung, gibt aber kein haptisches Feedback. Beleuchtet ist sie auch nicht, was das Einschalten im Dunkeln erschwert. Vor allem auch, weil das Gerät quadratisch ist und ich den oben links platzierten Einschaltknopf nicht ertasten kann. Praktischer ist dagegen, dass das kleine Panel magnetisch ist. Ich kann es also an einer metallenen Oberfläche anheften. Oder ich verwende die kleine Metallplatte im Lieferumfang und klebe sie an die Wand. So ist die Skylight-Fernbedienung immer gut aufgeräumt.

Im Idealfall rührst du die Fernbedienung den ganzen Tag nicht an. Nämlich dann, wenn du den «Auto Rhythm» nutzt. Bei dieser Option schaltest du das Skylight an, woraufhin es das Licht im Verlauf eines Tages simuliert. Philips empfiehlt, den Modus zwischen sechs und acht Uhr am Abend zu starten. Dann passt die Dauer der Lichtszenen am besten zur Realität. Das Skylight selbst hat keine eingebaute Uhr. Ausserdem nervig: Auch nachts wird das Skylight nie ganz dunkel, es bleibt im «Rest»-Modus, wo es immer noch minimal leuchtet. Damit disqualifiziert sich der Tagesrhythmus-Modus für jedes Schlafzimmer.
Den Vitamin-D-Modus kann ich zwar per Fernbedienung aktivieren. Es gibt aber keine Anzeige auf dem Panel, ob der Modus gerade aktiv ist. Ich muss den Blick dafür nach oben zum Skylight richten, wo eine kleine blaue LED leuchtet.
Und was ist mit Hue?
Vielleicht hast du den Testbericht nur angeklickt, weil du ein Fan von Philips’ Hue-System bist. Du hast dir womöglich schon überlegt, wie du das Skylight in deine Szenen integrierst. Tja, da muss ich dich enttäuschen.
Die Skylight-Serie ist nicht mit Hue kompatibel. Obwohl die Lampe aus dem gleichen Haus kommt. Obwohl man sich das wünschen würde und auch erwarten könnte. Immerhin kostet das Skylight in der kleinen Ausführung schon um die 500 Franken. Selbst eine Tischlampe für den Bruchteil des Preises ist Hue-fähig. Nun, Philips hat sich entschieden, die Skylights ohne smarte Steuerung auf den Markt zu bringen, kein Zigbee, kein WLAN, kein Matter over Thread. Nichts. Für mich eine verpasste Chance.
Wer möchte, nutzt einen Workaround. Dafür setzt du ein Wandschaltermodul ein. So kannst du immerhin das Skylight über die Hue-App ein- und ausschalten. Szenen-Steuerung oder Beleuchtungsmodus gehen dann aber trotzdem nicht.
Philips Hue Wandschaltermodul (1-Kanal) für nicht smarte Lampen, Einzelpack
Fazit
Eine gelungene Illusion, die smart noch besser wäre
Was das Skylight von Philips kann, gab es bisher eher für professionelle Bereiche, zum Beispiel für Büros, Empfangshallen und Arztpraxen. Die Lampe liefert eine sehr gelungene Illusion eines Dachfensters. Das gelingt, weil Lichtstärke und -temperatur im Zusammenspiel mit dem Rahmen ein Schattenspiel erschaffen.
Die Installation ist trotz der insgesamt zehn Schrauben auch für Laien gut machbar. Das Skylight überzeugt zudem mit einer übersichtlichen und gut verständlichen Fernbedienung. Lediglich der Tagesrhythmus-Modus trübt den positiven Gesamteindruck. Um ihn zu nutzen, muss ich das Skylight zwingend am frühen Abend einschalten. Und damit leben, dass es nie ganz dunkel wird. Für die Hue-Fans ist es eine Enttäuschung, dass die Lampe sich nicht ins smarte Zuhause integrieren lässt – und vielleicht sogar ein Grund, die Lampe nicht zu kaufen.
Pro
- zuschaltbare UVB-Strahlung
- unkomplizierte Montage an der Decke
- verständliche Fernbedienung
- fünf verschiedene Lichtstimmungen
- Wirkung wie ein Dachfenster
Contra
- fehlende Hue-Kompatibilität
- umständlicher Start für Tagesrhythmus-Modus
Journalist seit 1997. Stationen in Franken, am Bodensee, in Obwalden und Nidwalden sowie in Zürich. Familienvater seit 2014. Experte für redaktionelle Organisation und Motivation. Thematische Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Werkzeugen fürs Homeoffice, schönen Sachen im Haushalt, kreativen Spielzeugen und Sportartikeln.
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