Das sind die versteckten Buchempfehlungen aus «And Just Like That»

Das sind die versteckten Buchempfehlungen aus «And Just Like That»

Natalie Hemengül
Zürich, am 10.02.2022

Mit modischen Statements habe ich im «Sex and the City»-Sequel gerechnet. Nicht aber mit heimlichen Buchempfehlungen. Leider musst du schon verdammt genau hinschauen, um herauszufinden, welche Bücher Carrie Bradshaw in der Serie liest. Ein Blick durch die Leselupe.

Keine Sorge, dieser Artikel enthält keine Spoiler.


Ich hätte mir «And Just Like That» – die Fortsetzung der Erfolgsserie «Sex and the City» – ganz bequem auf dem Sofa mit einem Eimer Popcorn im Arm reinziehen können. Habe ich aber nicht. Stattdessen beschritt ich einen mühsamen Pfad und sass mehrere Stunden lang angespannt auf meinem Bürostuhl, während ich mit zusammengekniffenen Augen auf den Bildschirm starrte. Den Zeigefinger klickbereit auf der linken Maustaste. Pause. Zurückspulen. Play. Pause. Ich neigte abwechslungsweise meinen Kopf zur Seite, machte fleissig Notizen und überraschte mich selbst zwischendurch mit erfolgreicher Detektivarbeit. Pause. Zurückspulen. Play. Pause. So ging das die ganzen zehn Folgen lang. Und wofür? Lass mich ausholen.

Bücher sind Carries neue Accessoires

Aufmerksamen Fans der Serie dürfte nicht entgangen sein, dass Protagonistin Carrie Bradshaw (Sarah Jessica Parker) in den neuen Folgen der Serie neben plakativ inszenierter Mode auch sehr viele Bücher zur Schau stellt. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass sie sie zu ihrem neuen Accessoire macht. Dass Carrie als ehemalige Kolumnistin und Buchautorin gerne liest, dürfte die Zuschauer:innen nicht verwundern. Aber tatsächlich bekommen wir in den zehn Folgen gefühlt mehr literarische Werke zu sehen als in allen alten Folgen (94) und Filmen (2) zusammen. Die Schmöker stehen nicht nur in Carries zahlreichen Bücherregalen. Sie stapeln sich auch auf dem Boden, dem Nacht- und Kaffeetisch, ihrem Hocker, auf Kommoden, in ihren Handtaschen und gelegentlich trägt sie sie sogar in den Armen durch die Gegend. Kurzum: Sie sind überall.

Bücher, Bücher, Bücher.
Bücher, Bücher, Bücher.
Bild: Craig Blankenhorn/HBO Max

Absicht, wie Michael Cory – der Requisiteur der Serie – in einem Interview mit der Vogue verrät. Alle Bücher aus der Serie seien in enger Zusammenarbeit mit den Drehbuchautor:innen und Schauspielerinnen ausgesucht worden. Allein für den Charakter Carrie sollen über 120 Bücher zusammengekommen sein. Es sind alles andere als unbedeutende Requisiten, sondern, wenn du so willst, Empfehlungen eines literarisch versierten, fiktionalen Charakters.

Während einzelne Titel in der Serie namentlich erwähnt werden, bleiben andere eher im Hintergrund. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, aus zweiter Gruppe so viele Titel wie möglich zu identifizieren. Anhaltspunkte waren Coverfarben, Fonts, verschwommene Titel-Fragmente und mögliche Buchstabenkombinationen, die mich via Google-Suche und zahlreicher Umwege zum jeweils richtigen Werk geführt haben. Das Ergebnis meiner Arbeit? Eine Liste von Büchern, die ich selbst nie gelesen habe, nun aber auf meiner To-Read-Liste stehen.

Stehen im Regal

«Goodbye To All That – Writers on loving and leaving New York» von Sari Botton

«The Other Black Girl» von Zakiya Dalila Harris

«Manhattan Beach» von Jennifer Egan

«Swing Time» von Zadie Smith

«One Last Stop» von Casey McQuiston

Liest Carrie in der Serie

«Who They Was» von Gabriel Krauze

«Crying In H Mart» von Michelle Zauner

Wandern in ihre Handtasche

«Fight Night» von Miriam Toews

«White Teeth» von Zadie Smith

Trägt sie durch die Gegend

«The Case Of The Missing Servant» von Tarquin Hall

«Underground Railroad» von Colson Whitehead

«A Constellation Of Vital Phenomena» von Anthony Marra

Carries Nachtlektüre: «Who They Was» von Gabriel Krauze.
Carries Nachtlektüre: «Who They Was» von Gabriel Krauze.
Bild: Craig Blankenhorn/HBO Max

Wer noch mehr in Carries Bücherregal herumschmökern will, wird auf dem offiziellen «And Just Like That»-Instagram-Account in den Story-Highlights «Books» fündig.

Auftaktbild: Craig Blankenhorn/HBO Max

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Als Disney-Fan trage ich nonstop die rosarote Brille, verehre Serien aus den 90ern und zähle Meerjungfrauen zu meiner Religion. Wenn ich mal nicht gerade im Glitzerregen tanze, findet man mich auf Pyjama-Partys oder an meinem Schminktisch. PS: Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse, sondern auch mich. 


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