Cowboystiefel sind endgültig im Mainstream angekommen – und alltagstauglicher als du denkst
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Cowboystiefel sind endgültig im Mainstream angekommen – und alltagstauglicher als du denkst

Von der staubigen Prärie des Wilden Westens auf die schillernden Strassen der Modehauptstädte: Wieso Cowboyboots der aufregendste Schuhtrend des Jahres sind.

Als Cowboystiefel zuletzt auf meiner Wunschliste standen, war ich sechs Jahre jünger und sass regelmässig im Westernsattel. Cool fand ich die Boots hauptsächlich in Kombi mit meinem Pflegepferd. Mittlerweile halte ich die kultigen Schuhe auch fernab von Steigbügeln und Stroh für eine modisch kluge Entscheidung – und bin damit nicht alleine.

Ursprünglich wurden die Stiefel im 19. Jahrhundert für die Rancharbeit im Wilden Westen konzipiert. Mitte des 20. Jahrhunderts erlebten Westernfilme und ihre stilisierte Darstellung dieser Pionierzeit eine Hochphase. Die Saga des charismatischen Cowboys war fester Bestandteil der Popkultur und durch sie fanden die spitz zulaufenden Boots mit dem schrägen Absatz und den Kontrastnähten Einzug in die Modewelt. Als Arbeitsstiefel taugen die modernen Interpretationen wohl kaum – als stilvolles It-Piece jedoch allemal.

240 Prozent mehr neue Modelle

Laut Branchenblatt «The Business of Fashion» haben Einzelhändlerinnen in den Staaten und in Grossbritannien vergangenen Frühling 240 Prozent mehr neue Cowboystiefel-Modelle auf den Markt gebracht als in derselben Periode des Vorjahres. Auf Google steigen die Suchanfragen für «Cowboy Boots» derweil seit 2021 kontinuierlich an. Und auch in den sozialen Medien ist der Hype spürbar. Auf Tiktok etwa trendet die Western-Ästhetik samt charakteristischem Schuhwerk. So galoppiert der Hashtag #coastalcowgirl aktuell rasant über die 170-Millionen-Views-Marke hinaus.

Klassische Cowboyboots ergänzen bei Zimmermann ein opulentes, florales Spitzenkleid.
Klassische Cowboyboots ergänzen bei Zimmermann ein opulentes, florales Spitzenkleid.
Quelle: Spotlight
Business-Cowboy bei Prada: Die knöchelhohen Stiefel wirken unter dem Anzug äusserst elegant.
Business-Cowboy bei Prada: Die knöchelhohen Stiefel wirken unter dem Anzug äusserst elegant.
Quelle: Spotlight

Ein Blick auf die Modenschauen für die aktuelle sowie die kommenden Saisons verdeutlicht die Relevanz der Cowboystiefel sowohl in der Frauen- als auch in der Männermode. Grosse Namen wie Prada, Dior, Balmain oder Celine sind nur wenige der tonangebenden Brands, die in ihren Kollektionen mit dem Prärie-Charme spielen.

Dass sich die Modewelt an stilistischen Elementen aus dem Wilden Westen bedient, ist an sich nichts Neues. Cowboyboots haben seit Jahrzehnten eine treue Fangemeinde und marschieren nicht erst seit Kurzem über die grossen Laufstege. So waren sie in den letzten Dekaden mal mehr, mal weniger beliebt. Den kitschig anmutenden Kostümcharakter konnten sie jedoch nie ganz ablegen. Das könnte sich während ihrer jüngsten modischen Renaissance nun ändern.

Von Boho bis Business

Es scheint, als bahnten sich Cowboystiefel gerade ihren Weg von der Nische in den Mainstream. Die Rolle als Alltagsschuh beherrschen die ikonischen Treter dabei besser, als man annehmen könnte. Trotz ihres unverkennbaren Looks können sie überraschend vielseitig getragen werden – sei es im Boho-Chic zum Blumenkleid oder sogar als stilvolle Ergänzung zum formellen Anzug. Entscheidend ist dabei auch die Wahl des Schuhs.

Romantischer Bohemien-Cowboy ...
Romantischer Bohemien-Cowboy ...
Quelle: Instagram @morganerenaudi
... oder funky Space-Cowboy? Du entscheidest.
... oder funky Space-Cowboy? Du entscheidest.
Quelle: Instagram @anais.closet

Da die Anzahl neuer Modelle stark gestiegen ist, werden mittlerweile verschiedenste Präferenzen bedient. So gibt es Cowboyboots nicht mehr nur in der klassischen kniehohen Ausführung, sondern auch als Overknees oder Ankle Boots – oder gar nicht erst als Stiefel. Bei Brands wie Dries van Noten oder Ganni etwa findest du sogar Cowboy-Mules.

Bei Sportmax reichen die Cowboystiefel bis übers Knie.
Bei Sportmax reichen die Cowboystiefel bis übers Knie.
Quelle: Spotlight
Bei Dries van Noten gibt es eine Mules-Version mit offener Ferse.
Bei Dries van Noten gibt es eine Mules-Version mit offener Ferse.
Quelle: Spotlight

Cowboyboots und Minimalismus? Das passt!

Zwei- oder mehrfarbige Stiefel mit auffälligen Ornamenten oder bunte Versionen mit Stickereien schreien geradezu «Yeehaw». Perfekt, wenn du es auffällig magst und mit der Rodeo-Ästhetik experimentieren willst. Sie passen auch besonders gut zu schrillen Nullerjahre-Looks.

Minimalismus-Fans hingegen werden bei unifarbenen Modellen ohne Verzierungen fündig. Diese erinnern nur von der Form her an Cowboystiefel und kommen kniehoch in Veloursleder und gedeckten Farben besonders elegant daher. Knöchelhoch in schwarzem Glattleder machen sie sich zudem toll unter einem Anzug.

Rote Boots mit weissen Stickereien sind exzentrische Blickfänger.
Rote Boots mit weissen Stickereien sind exzentrische Blickfänger.
Quelle: Instagram @georgiasoffe
Richtig schick: ein schnörkelloses Verlours-Modell kombiniert zum Oversized Blazer.
Richtig schick: ein schnörkelloses Verlours-Modell kombiniert zum Oversized Blazer.
Quelle: Instagram @alisontoby

Egal ob du dich für ein verspieltes oder dezentes Paar entscheidest: Cowboystiefel hauchen deinem Look die Coolness rasanter Revolverduelle und schummriger Saloons ein. Sie sind aufregend, weil sie weit mehr als nur gewöhnliches Schuhwerk sind: ein Mythos, der Geschichte, Popkultur und Mode verbindet.

Auf den Geschmack gekommen? Hier sind 7 Vorschläge aus dem Sortiment:

Titelbild: Instagram @chlosertoyou

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Hat grenzenlose Begeisterung für Schulterpolster, Stratocasters und Sashimi, aber nur begrenzt Nerven für schlechte Impressionen ihres Ostschweizer Dialekts.


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