5 Gründe, wieso du «nichts zum Anziehen» hast
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5 Gründe, wieso du «nichts zum Anziehen» hast

Stephanie Vinzens
Zürich, am 29.04.2022

Wieso in aller Welt gibt mein prall gefüllter Kleiderschrank so gut wie keine Outfits her? Über dieses Paradoxon habe ich mir lange den Kopf zerbrochen – und fünf Ursachen dafür gefunden.

Die Kleiderstange dicht behangen, die Schrankfächli prall gefüllt – und dennoch ergibt sich aus deinem Textil-Potpourri kein zufriedenstellender Look? Kenne ich, hasse ich. Morgens ratlos auf eine schlecht kuratierte Kleidersammlung zu starren, frustriert und raubt Zeit. Oder noch schlimmer: Gibt dir das Gefühl, ständig neue Klamotten zu brauchen. Das tut der Umwelt und deinem Bankkonto weh. Und deine Outfit-Not wird dadurch höchstens kurzfristig behoben, ja, auf lange Sicht sogar verschlimmert. Lass die Shoppingtour also erstmal sausen und gehe das Problem von Grund auf an.

1. Deine Garderobe ist willkürlich zusammengewürfelt

Dir fehlt es nicht an Kleidern, sondern an Kombinationsmöglichkeiten. Das passiert, wenn du hübsche Dinge shoppst, ohne zu hinterfragen, ob sie deine bestehende Sammlung sinnvoll ergänzen. Wie ich schon in meinem Fehlkäufe-Guide geschrieben habe, versuche ich mittlerweile, Kleidungsstücke als Teil eines Ganzen zu betrachten – wie Möbel in einer Wohnung, die zusammen ein stimmiges Bild ergeben sollen.

Weil wir beim Shoppen natürlich nicht alle unsere Kleider im Kopf haben, lohnt es sich, zu Hause nochmal zu checken, wie gut sich ein neues Teil mit deiner Garderobe verträgt. Lässt es sich nur schwer kombinieren, solltest du seinen Platz in deinem Schrank nochmals überdenken.

2. Du unterschätzt Basics

Früher liess ich mich beim Shoppen nur allzu gerne von Eyecatchern blenden. Lange bestand mein Kleiderschrank deshalb mehrheitlich aus Statement-Pieces. Da ist Outfit-Knappheit vorprogrammiert. Denn es sind Basics wie eine gut sitzende Straight Leg Jeans oder ein weisses Tanktop, die das Gerüst deines Alltagslooks bilden und dein Trendstück so überhaupt erst zur Geltung bringen. Fehlen diese Grundbausteine, wird die tägliche Outfit-Suche zur wahren Herausforderung.

Als Faustregel gilt: 80 Prozent deiner Kleidung sollte aus zeitlosen Klassikern bestehen, die restlichen 20 Prozent dürfen gerne fancy und trendy sein. Klingt langweilig? Dann halte Ausschau nach Basics mit Twist wie etwa lockere T-Shirts mit Schulterpolstern, Langarmshirts mit eleganten Cut-Outs und Tanktops mit Kontrastnaht oder Strickmuster.

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YASSCALLOP Strickoberteil
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3. Du vergleichst dich mit anderen

Influencer:innen und ihre endlos expandierenden Kleiderschränke können dir schnell mal das Gefühl geben, nichts zum Anziehen zu haben. Schon jagst du irgendwelchen Mikrotrends nach, die genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind. Zu wissen, was für mich funktioniert – und was eben nicht – dient mir inmitten der überwältigenden Inspirationsflut auf Instagram und Co. als Ankerpunkt. Den eigenen Stil zu finden, ist ein Thema für sich. Folgende Punkte können dir aber schonmal einen Denkanstoss liefern:

  1. Überleg dir, auf welche Kleidungsstücke du immer wieder zurückgreifst und in welchen Outfits du dich in den letzten Monaten am wohlsten gefühlt hast.

  2. Sei dir bewusst, für welche Anlässe du dich mehrheitlich kleiden musst. Dein Schrankinhalt sollte deinen Lifestyle reflektieren.

  3. Geh deine gespeicherten Insta- und Pinterest-Looks durch und halte Ausschau nach einem roten Faden. Vielleicht lässt sich daraus eine präferierte Stilrichtung herauslesen, auf die du deinen Fokus legen sollst. Als visuelle Stütze dient dabei ein Moodboard.

4. Du gibst dir zu viel Mühe

Wenn ich mir vornehme, mich besonders hübsch anzuziehen, geht das meistens nach hinten los. Ich stehe dann überkritisch vor meinem Schrank und befinde nichts für gut genug. Im Zweifelsfalle gilt: Keep it simple und greife auf Bewährtes zurück. Oftmals siehst du in hochwertigen Basics stilvoller aus als in auffälligen Trendstücken.

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5. In deinem Schrank herrscht Chaos

Die Chancen stehen hoch, dass deine Garderobe mal wieder entrümpelt und neu organisiert werden muss. Wie Kollegin Laura berichtet hat, hängen in Schweizer Schränken durchschnittlich 118 Kleidungsstücke – und fast die Hälfte davon kommt entweder gar nie oder maximal viermal zum Einsatz. Falls du dich schwer damit tust, Kleidung auszusortieren, kannst du sie in einer Box zwischenlagern. Schreib dir ein Datum auf, an dem du die potenziellen Wegzügler nochmals durchgehst. Häufig merkst du in dieser Zeit, dass du absolut gar nichts vermisst hast.

Sind die Schrankleichen weg, kannst du Übersicht schaffen. Und nein, du musst deine Teile nicht penibel nach Farbe sortieren, es reicht, wenn sie gut sichtbar sind und keine zerknüllten Shirts irgendwo in der dunkelsten Schrankecke verkümmern. Ich persönlich ordne meine Sachen stinknormal nach Typ. An meiner zusätzlichen Kleiderstange finde ich es zudem ab und zu auch hilfreich, sie nach potenziellen Outfits zu sortieren.

Auftaktbild: Thom Bradley via Pexels

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Hat grenzenlose Begeisterung für Schulterpolster, Stratocasters und Sashimi, aber nur begrenzt Nerven für schlechte Impressionen ihres Ostschweizer Dialekts.


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