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SportWassersportReview 022

Vom SUP-Skeptiker zum Fan in 45 Minuten

Stand-up-Paddler habe ich anfangs belächelt. Genau wie Liegevelofahrer. Während Liegevelos immer noch ihr berechtigtes Schattendasein fristen, ist SUP längst ein Trend. Junge, Alte, Männer, Frauen, Kinder – alle paddeln im Stehen über die Seen. Wird Zeit, dass ich es endlich einmal ausprobiere.

Mit dem Guruu Union 320 im Gepäck mache ich mich auf zu neuen Ufern. Das Board ist günstig, aufblasbar und für den Allround- und Touring-Einsatz auf dem See gedacht. Also genau das Richtige für Einsteiger wie mich und dazu sieht es auch noch vorzeigbar aus. Bevor es mich trägt, muss ich es allerdings erst mal selbst tragen, weshalb das Gewicht bei Aufblasspasssachen für mich ein wesentlicher Faktor ist. Mein Kajak hat mir in seiner Tragetasche schon das eine oder andere einschneidende Erlebnis beschert, das SUP hängt mit 7,5 Kilogramm und etwas Zubehör in seiner Tragetasche dagegen nicht allzu schwer über der Schulter. Trotzdem ist alles dabei:

  • Das Guruu Union 320
  • Ein in der Länge verstellbares Paddel
  • Eine Finne
  • Eine Doppelhubpumpe
  • Ein Repair-Kit
Überschaubar viele Einzelteile: Das Guruu samt Zubehör.

Ufff... pumpen!

Am Zürichsee angekommen, verteile ich die Sachen vor mir auf der Wiese. SUPs habe ich bislang nur im aufgeblasenen Zustand gesehen, mein Guruu ist noch schlaff. Also her mit der Pumpe, die einen ordentlichen Eindruck macht. Ihr Schlauch lässt sich problemlos ans Ventil schrauben, dann kann ich loslegen. Schnell wirkt das Board prall, aber ein Blick auf die Druckanzeige der Pumpe zeigt: es ist längst noch nicht prall genug. Um es auf empfohlene 1,03 Bar zu bringen, braucht es ordentlich Power. Ich komme ins Schwitzen, der Sport beginnt beim SUP offenbar schon an Land, aber das ist okay. Es gibt schlechtere Warm-ups. Nach einer Weile gönne ich meinen Armen etwas Entlastung und schalte die Pumpe fürs Finale auf Einzelhub um. So bekomme ich genug Luft ins Board gepresst, aber ein kleiner Kampf ist es schon.

Die Pumpe leistet gute Dienste, etwas Kraft brauchst du trotzdem.
Ein Klick und die Finne sitzt.

Ein grosses Leichtgewicht

Insgesamt hat die Aktion nicht viel mehr als fünf Minuten gedauert und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 3,20 Meter lang, 81 Zentimeter breit und 12 Zentimeter hoch. Mein Guruu. Es wirkt mit seinen zwei Lagen und der rutschfesten Oberfläche gar nicht mehr wie aufgeblasen, sondern ziemlich massiv. Ich nehme ihm ab, dass es bis zu 130 Kilogramm trägt. Trotzdem lässt es sich widerstandslos am Tragegriff packen und auf den Rücken drehen. Überraschenderweise wiegt es immer noch nicht mehr als 7,5 Kilogramm, das hatte ich bei der Grösse fast vergessen. Mit einem Klick lässt sich die Finne einrasten, das war’s. Ab ins Wasser!

Mit ein paar Handgriffen bugsiere ich das Board in den See und lege das Paddel quer darüber. Es schaukelt sanft im Wasser, ich stehe etwas ratlos daneben. Was jetzt? Selbstbewusst draufspringen? Oder ganz vorsichtig auf allen Vieren beginnen? Ich entscheide mich für die Sicherheitsvariante und knie mich hin, bevor ich mich langsam aufrichte und feststelle, dass meine Sorgen unbegründet waren. Es steht sich weitaus stabiler als ich dachte und ich sorge nicht gleich mit einem Sturz für Belustigung beim Uferpublikum. Als aufrechtes Treibgut laufe ich aber Gefahr, direkt wieder zu stranden.

Gut... am Anfang muss ich doch ab und zu etwas ums Gleichgewicht kämpfen.

Wie läuft das jetzt mit dem Paddeln?

Beim Guruu Union ist ein Paddel aus Aluminium und Kunststoff dabei, das sich in der Länge verstellen lässt. Clip öffnen, Schaft herausziehen, Clip schliessen, fertig. Dann kann’s losgehen. Wenn man es kann. Bei meinen ersten Paddelzügen merke ich, dass die Sache jetzt doch ein wenig komplexer wird. Ich kämpfe noch mit dem Gleichgewicht und es geht auch nicht sofort in die Richtung, die ich mir vorgestellt habe. Ich manövriere, korrigiere und richte das Board im Zeitlupentempo neu aus.

Als mir die ersten Züge gelingen und ich langsam Fahrt aufnehme, beginne ich, die neue Perspektive zu geniessen. Statt wie im Kajak knapp über der Wasserfläche zu hängen und mit den Armen vor dem Körper zu arbeiten, habe ich auf dem SUP den Kopf weit oben und die Haltung ist ziemlich entspannt. Im Stehen habe ich eine grosse Reichweite und kann das Paddel ordentlich durchziehen. Macht man das mit sportlichem Anspruch und höherer Frequenz, sind nicht nur Arme und Schultern, sondern auch Beine und Rumpfmuskulatur ordentlich gefordert.

Viel Spass mit wenig Equipment

So weit bin ich bei meiner ersten Ausfahrt aber noch nicht. Ich konzentriere mich darauf, möglichst stabil zu stehen und sauber zu paddeln, während ich mich am Ufer entlang bewege. Das reicht mir für den Anfang und für grössere Touren bin ich ohnehin nicht ausgerüstet. Ausserhalb der Uferzone von 300 Metern ist eine Schwimmhilfe Pflicht.

Ich beginne aber zu verstehen, was so viele Leute daran reizt, viele Stunden auf dem SUP zu verbringen. Man kann mit ziemlich wenig Equipment ziemlich viel Spass haben und mit etwas Übung auch grössere Strecken zurücklegen. Vom Wasser trennen mich nur ein paar Zentimeter. Hinsetzen oder aufs Board legen ist kein Problem, ich fühle mich viel freier als in einem Boot. Ja, ich bin vom Skeptiker zum Fan bekehrt.

Fazit

Die Begeisterung lässt auch nicht nach, als ich wieder an Land gehe. Was habe ich schon mit Kajaks und Schlauchbooten gekämpft, bis die mühsam reingepumpte Luft wieder draussen und alles ordentlich verstaut war. Das Guruu ist dagegen ganz schnell wieder so platt, als wäre es nie auf dem See gewesen. Ich habe zwar keinen Vergleich zu anderen SUPs, aber falls du mit dem Sport anfangen und nicht zu viel Geld investieren willst, kann ich dir das Guruu Union 320 ans Herz legen. Mir hat nichts gefehlt. Mein Guruu und ich – wir werden uns wiedersehen. Dachte ich. Aber inzwischen sind alle Guruus weg.

Was jetzt?

Neu im Sortiment haben wir den etwas kleineren roten Bruder des Guruu: Er ist ein paar Zentimeter kürzer, auch nicht ganz so breit und auf maximal 115 Kilogramm ausgelegt. Für mich reicht das locker.

  • Wave 305 (Paddel, 10')
  • Wave 305 (Paddel, 10')
  • Wave 305 (Paddel, 10')
Guruu Wave 305 (Paddel, 10')
Das Guruu Wave 305 ist das ideale Board für Einsteiger und ein vielseitiger Allrounder. Im Set enthalten sind ein Paddel, eine Luftpumpe, ein Reparatur-Kit und eine praktische Tasche.
3

Verfügbarkeit

  • Aktuell nicht lieferbar und kein Liefertermin vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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Das Airboard Fun Set hat ähnliche Allround-Qualitäten und könnte für mich eine weitere Alternative sein. Besonders, weil ein Rucksack dabei ist. Das finde ich sehr viel praktischer als Tragetaschen.

  • Fun Set (Paddel, 11')
  • Fun Set (Paddel, 11')
  • Fun Set (Paddel, 11')
Airboard Fun Set (Paddel, 11')
Das von einer Schweizer Firma entwickelte Brett, ist mit einer Drop-Stich-Konstruktion aufgebaut und passend für die ganze Familie. Inklusive Rucksack, Pumpe und Aluminium Paddel.
3

Verfügbarkeit

  • Aktuell nicht lieferbar und kein Liefertermin vorhanden.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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Michael Restin, Zürich

  • Editor
Das Glück ist flüchtig, also bleibe ich in Bewegung. Auf dem Bike, am Ball (Grösse und Farbe egal) und bei allem, was der Fantasie zweier Kinder entspringt. Ich liebe es, meinen Spieltrieb auszuleben und Zufällen eine Chance zu geben. Denn wenn der Weg das Ziel ist, dann soll es ein schöner sein.

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