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Meine Leiche im Keller

Ich hatte meinen Tischtennisschläger wirklich gern. Jetzt ist er hinüber. Kein Wunder, denn ich habe ihn jahrelang missachtet und misshandelt. Das Urteil: fahrlässige Tötung. Mach's nicht wie ich. Sei schlau bei der Schlägerwahl und erspare ihm die Qual.

Wäre dies ein echter Kriminalfall, würde mich Daniel Gubler im Handumdrehen überführen. Dem Geschäftsführer von Tischtennis Gubler entgeht nichts, was auf Misshandlungen hindeutet. Er wäre als Schläger-Pathologe die Idealbesetzung.

In der Badi gegrillt und gekillt

Daniel Gubler blättert in abgezogenen Schlägerbelägen und liest in ihnen wie in einem Buch. Das ist auf der Rückseite einfach, weil dort das Datum zu finden ist, an dem die Beläge einst bei ihm auf Schläger geklebt wurden. «2005!», sagt er kopfschüttelnd. Natürlich längst unbrauchbar. Doch auch an der Vorderseite erkennt er an der Abnutzung, ob der Spieler was drauf hatte oder nicht. Und dann ist da noch ein verdächtig aussehende Belag, dem es wohl gar nicht gut erging. «Sonnenschaden», lautet die Diagnose. Wahrscheinlich in der Badi gegrillt und dadurch gekillt.

Willkommen in der Tischtennis-Pathologie: Hier bleibt kein Verbrechen am Schläger verborgen.

Ich denke verschämt an meine Leiche im Keller. Den Schläger, der seinen ersten und einzigen Belag wohl zu der Zeit aufgeklebt bekam, als Twix noch Raider hiess. Und dem ich wohl so ziemlich jedes erdenkliche Leid zugefügt habe, obwohl ich ihn mochte. Dabei weiss ich nicht mal, ob wir jemals zusammengepasst haben. Er gefiel mir einfach und war auch nicht ganz billig, aber ob ich das entsprechende Niveau für ihn hatte? Zumindest zweifelhaft. Im Video erfährst du ein paar grundlegende Dinge, die du bei der Schlägerwahl beachten solltest.

Von Knallern, Granaten und Katapulten

Drei Lehren, die ich aus diesem Gespräch und meinen Fehlern der Vergangenheit gezogen habe:

1. Kauf keinen Knaller, wenn du keine Granate bist

Wenn der Schläger nicht zu deinem Spielniveau passt, hast du keinen Spass. Ein «Knaller» wie im Video – also ein extrem schneller Schläger, der entsprechend schwer zu kontrollieren ist – gehört nur in die Hände granatenmässig guter Spieler. Spielern wie Pedro Osiro.

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Wie schnell ein Schläger ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Holz, dem Belag und der Schwammunterlage darunter. Je dicker der Schwamm, desto grösser seine Katapultwirkung und damit der Speed. Merke: Tempo ist gut. Kontrolle ist besser. Also kontrolliere die Eigenschaften eines Schlägers, für den du dich interessierst.

  • Schläger Swiss-Line (1.50mm)
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Gubler Schläger Swiss-Line (1.50mm)

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2. Nichts ist für die Ewigkeit

Das gilt vor allem für den Belag deines Schlägers. Wenn er nichts mehr taugt, kannst du nicht mehr mit dem entsprechenden Spin oder Schnitt spielen und bist gezwungen, deine Schläge anzupassen, bis du nur noch Ping Pong spielst. Profis wechseln die Beläge alle paar Wochen, Freizeitspieler sollten es ein- bis zweimal im Jahr tun. Lässt sich der Ball widerstandslos über deinen Belag ziehen, ist der definitiv hinüber. Je nachdem in welcher Preisklasse du dich bewegst und wie du dich spielerisch entwickelt hast, kann es auch sinnvoll sein, direkt den Schläger zu wechseln. Ich habe weder das eine noch das andere getan und bereue es heute.

3. Sonne und Schläger vertragen sich nicht

Die UV-Strahlung macht den Belag schnell spröde und unbrauchbar, drum hat dein Schläger in der prallen Sonne nichts zu suchen. Tischtennis ist nicht umsonst ein Hallensport und wenn du etwas auf deinen Schläger hältst, dann schützt du ihn und er wandert nach dem Spiel zurück in seine Hülle. Ich hatte auch mal eine. Wo die abgeblieben ist, weiss ich allerdings wirklich nicht.

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Die Obduktion meiner Kellerleiche

Zartbesaitete sollten jetzt wegschauen, es gibt erste Verwesungsspuren.

Leichenfledderei: sprödes Holz, Schwammunterlage und Belag meiner Kellerleiche.
Was habe ich nur mit diesem Belag gemacht?
Ruhe in Frieden.

Keine schönen Bilder. Aber ein paar schöne Erinnerungen kommen auch hoch, denn ich war mal stolz auf diesen Schläger. Als er dann langsam abbaute und der Belag nicht mehr griffig war, habe ich ihn leider nicht ersetzt. Ich fürchte sogar, in meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich ihn mit Haarspray bearbeitet. In der Hoffnung, dass das irgendwas bringt. Leider nein. Der Schläger verschwand im Keller, die Sache ist inzwischen verjährt. Meine gerechte Strafe habe ich trotzdem bekommen. Nach ambitionierten Anfängen bin ich inzwischen ein lausiger Spieler. Aber gut: Jeder hat eine Leiche im Keller. Du doch auch. Oder?

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Michael Restin, Zürich

  • Editor
Das Glück ist flüchtig, also bleibe ich in Bewegung. Auf dem Bike, am Ball (Grösse und Farbe egal) und bei allem, was der Fantasie zweier Kinder entspringt. Ich liebe es, meinen Spieltrieb auszuleben und Zufällen eine Chance zu geben. Denn wenn der Weg das Ziel ist, dann soll es ein schöner sein.

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