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SportVeloReview 48

Garmin Edge 1030 im Test: Ein Velocomputer für den ambitionierten Fahrer

Du planst dein Training nicht nur präzise, du legst auch grossen Wert auf aussagekräftige Statistiken? Dann ist das «Edge 1030» der Velocomputer für dich. Ich habe das neue Modell von Garmin getestet.

Ganz ehrlich: Mit Velocomputern hatte ich bis jetzt herzlich wenig zu tun. Als Freerider interessierten mich Statistiken über Höchstgeschwindigkeiten, Rundenlängen, Höhendifferenzen und Kalorienverbrauch nicht die Bohne. Für mich zählte beim Biken einfach der Spass. Dort ein Sprung, da ein Drop. Doch seit letztem Jahr, als ich das Downhill-Bike gegen ein Enduro eintauschte, wurden genau diese langweiligen Zahlen immer interessanter. Bisher zeichnete ich alles mit meinem Smartphone auf Strava auf. Doch mein Handy ist sehr ungenau und der Akku geht ziemlich schnell flöten. Ein richtiges Gerät musste mal her. Warum also nicht das absolute Profigerät, das Garmin «Edge 1030»? Ich habe den Super-Velocomputer mit auf ein paar Hausrunden genommen.

Der Computer

Das Garmin Edge 1030 ist das Nachfolgemodell des erfolgreichen Edge 1000. Doch das Gerät wurde deutlich überarbeitet. Auffallend ist der weisse Rahmen und das sehr grosse 3.5 Zoll Touchdisplay. Über drei an der Seite angebrachte Knöpfe lässt sich das Gerät zusätzlich bedienen. Die Akkulaufzeit beträgt nun bis zu 20 Stunden und kann mit einem optionalen Akkupack auf 40 Stunden verdoppelt werden. Das Gerät verfügt über GPS und Glonass-Empfang, einen barometrischen Höhenmesser sowie ANT+, Bluetooth, USB- und WLAN-Schnittstellen. Damit sind die Voraussetzungen für die Kompatibilität mit Pulsgurten, Leistungsmessern, Rollentrainern und vielem mehr gegeben. Der interne 16-GB-Speicher kann mit einer Micro SD oder Micro SDC bis zu 2 TB erweitert werden. Das Gerät ist wasserdicht mit IPX7 und wiegt 123 Gramm.

Vorbereitungen

Wer wie ich keine Erfahrung mit Velocomputern hat, ist gleich in den Startlöchern etwas überfordert. Ich lese mich rund eine Stunde ein, bevor ich mich auf das Bike schwinge. Dabei verzichte ich auf die Anleitung und studiere das Gerät ganz nach «Try and Error» sowie mit Google. Das Menü scheint auf den ersten Blick sehr aufgeräumt zu sein. Mir gefällt die saubere Darstellung. Doch was anfangs gut aussieht, bereitet mir bald etwas Mühe. Die Menüführung ist nicht ganz so intuitiv, wie sie erscheint und daher braucht man eine gewisse Eingewöhnungszeit. Das Garmin Edge 1030 hat im Lieferumfang zwei Montagesets: einmal einen normalen Lenker / Vorbau Aufsatz und eine Aero-Halterung. Ich habe den normalen Aufsatz gewählt. Trotz 35 Millimeter Lenkerdurchmesser hält der bombenfest.

Display und Bedienung unterwegs

Einmal aufgeschnallt wirkt das Edge 1030 wie ein Tablet. Das Gerät ist mit seinem 3.5 Zoll Display recht gross. Die Informationen lassen sich sehr gut ablesen und der Helligkeitssensor funktioniert recht gut. Auf meinen Ausfahrten habe ich nie Probleme damit und auch der Wechsel in den Nachtmodus funktioniert rechtzeitig und reibungslos. Das grosse Display kann man gut mit Handschuhen bedienen. Während der Fahrt kommt es aber öfters mal vor, dass ich mich vertippe. Wenn man beispielsweise in der Hauptanwendung nach rechts wischt, wechselt man von der Velocomputeransicht in den Kartenmodus. Dabei erscheint dann das Menü, das man von oben herunterzieht. Grundsätzlich aber lässt sich das Gerät gut bedienen und ich muss äusserst selten den Handschuh ausziehen.

Akkulaufzeit

Laut Garmin hat das Edge 1030 bis zu 20 Stunden Akkulaufzeit. Während meiner Feierabendrunden kann ich diese Zeit nicht wirklich ausnutzen. Da ich das Gerät vorgängig nicht voll aufgeladen habe, geht mir aber tatsächlich der Saft aus. Ich bin mit rund 25 Prozent Akkuleistung losgefahren und zirka zwei Stunden unterwegs. Kurz vor dem Ziel schaltet das Gerät in den Stromsparmodus und lässt sich nicht mehr bedienen. Ich befürchte schon, dass die Strava-Werte nun für die Füchse sind. Als ich dann das Gerät wieder am Stormkreis habe, berechnet es die Route fertig und lädt sie hoch. Gott sei Dank!

Navigation und Kartenmaterial

Um die Navigation auf dem Trail zu testen, will ich mir ein paar GPX-Dateien runterladen und auf das Gerät bringen. Weil sich der Computer über Bluetooth mit der Garmin Connect App auf dem Handy synchronisiert, denke ich, das sei ein Kinderspiel. Ich nehme an, ich kann einfach Tracks per Handy runterladen und dann über die App synchronisieren. Leider stellt sich heraus, dass man das nur über Umwege hinkriegt. Also nehme ich den klassischen Weg: GPX-Dateien auf den Laptop herunterladen und per USB-Gerät rüber ziehen.

Dann geht es auf meinen Hometrail: den Bachtel im Züri-Oberland.

Die einfachste Route führt einmal rund um den Hügel herum, weil da die Steigung am angenehmsten ist. Das will das Edge 1030 aber irgendwie nicht ganz wahrhaben. Stattdessen will es mich über die direkteste, steilste und somit anstrengendste Route lotsen. Auch die Neuberechnung der Route klappt erst gegen Ende des Aufstiegs. Zum Glück kann man in den Navigations-Einstellungen mögliche Vermeidungen und Routing-Methoden auswählen. Ob dies immer funktioniert, müsste ich vermehrt testen. Die Ortung klappt allerdings perfekt. Das Navi zeigt immer auf den Meter korrekt an, wo ich mich befinde. Was aber im Zürcher Oberland nicht sonderlich schwierig sein sollte. Positiv aufgefallen sind mir die akustischen Signale, die vor scharfen Kurven warnen. Somit verpasse ich auf dem Trail die Abzweigung nicht. Wie genau das dann in den Alpen funktioniert, würde mich allerdings schon sehr interessieren.

Als Basiskarte ist Garmins Europa-Fahrradkarte gespeichert, doch wer will, kann sich alternative topographische Karten besorgen und auf das Gerät laden. Speziell für Mountainbiker eignet sich die Version mit TOPO-Karte. Garmins Karte ist von Haus aus bereits sehr detailliert. Auch die POI wie Restaurants, Sehenswürdigkeiten usw. sind aktuell und es fehlt an nichts.

Garmin Connect: mit Strava verbunden

Richtig cool ist die integrierte Strava-Funktion. Sobald ich eine Tour beendet habe, werden die Daten automatisch auf das persönliche Strava-Konto geladen. Spannend für Premium-Mitglieder von Strava ist die Möglichkeit, Live-Segmente angezeigt zu bekommen. Somit kann man die KOM gleich in Angriff nehmen und sich direkt mit anderen messen.

Fazit

Für wen eignet sich nun das Garmin Edge 1030 genau? Für den Durchschnitts-Feierabend-Fahrer oder doch für den Trainings- und Techniknerd? Nüchtern betrachtet brauche ich als Durchschnittsfahrer das nicht. Für ein paar Hausrunden und ein bisschen Strava aufzeichnen reicht ein Activity Tracker und/oder ein Handy vollkommen. Die Möglichkeiten des Edge 1030 wären damit nicht ausgeschöpft. Das Gerät eignet sich für den besonders ambitionierten Fahrer, der sein Training äusserst genau verfolgen möchte. In Verbindung mit Leistungssensoren, Pulsgurt und Trainingsplänen entfaltet es erst seine wahre Stärken. Auch wer sich online gerne live mit Trainingspartnern messen möchte, ist mit dem Gerät perfekt bedient. Besonders für Abenteurer, die mehrere Tage unterwegs sind und grosse Touren, wie zum Beispiel eine Alpenüberquerung vorhaben, ist das Gerät perfekt.

  • Edge 1030 (Europa)
  • Edge 1030 (Europa)
  • Edge 1030 (Europa)
Showroom
CHF 546.–
Garmin Edge 1030 (Europa)
Der brandneue GPS-Velocomputer von Garmin für ambitionierte Radsportler. Mit extra langer Akkulaufzeit, umfangreichen Navigationsfunktionen, 3.5 Zoll Touchdisplay, Unfallerkennung und Fahrer-zu-Fahrer-Nachrichten.
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User
In Marokko einsame Pointbreaks surfen oder doch lieber den «Never End» im Laaxer Bikepark runterdonnern? In der Reuss surfen gehen oder doch lieber Backflips über Dirtjumps üben? Dank meiner beiden grossen Hobbys finde ich immer eine Alternative, auch wenn das Wetter einmal nicht mitspielt. Freeride- und Slopestyle-Contests überlasse ich heute lieber den jungen Wilden mit Knochen aus Gummi und organisiere mit meinem Verein Contests im Bikepark Rüti. Als Category Marketing Specialist im Bereich Bike kann ich meine Passion auch in meinem Job täglich ausleben.

4 Kommentare

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User Shortnik

Hallo Herr Feucht, vielen Dank für Ihren Test! Haben Sie den "FallichaufdieFressegibtAlarm-Modus" auch angesehen oder sogar getestet? Ich bin mir nämlich am überlegen ob ich sowas brauche, da ich meist alleine mit dem Bike unterwegs bin. Gruess Chris

09.05.2018
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User Daniel Feucht

Hallo Shortnik! Nein, die Unfallbenachrichtigung habe ich noch nicht getestet.....ich stürze zum Glück äusserst selten ;-). Ich habe mir die Funktion jedoch angesehen und auch eine Notfallperson konfiguriert. Ich denke, gerade wenn man alleine unterwegs ist kann das Sinn machen. Wie oft dann aber eine Fehlmeldung verschickt wird kann ich nicht festhalten.

09.05.2018
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Antworten
User Anonymous

GPS Daten kann man auf verschiedene Wege aufs Gerät bringen. 1. Über IQ Apps wie z.B. Komoot. Auf Komoot lassen sich Routen am PC/Mac sehr gut planen. Es sind auch Singletrails verzeichnet. 2. Über das Smartphone und die Garmin Connect Mobile App. Über den Smartphone Browser einfach die GPS Route herunterladen und in Garmin Connect importieren. Danach sind die Routen unter Strecke in der App zu finden und lassen sich einfach auf das Garmin Gerät übertragen.

Ich selber habe keinen Edge1030, jedoch einen Fenix 5x und einen Edge1000, da funktioniert der Import wie beschrieben.

11.05.2018
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