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Essen + TrinkenPortrait 08

Schlecht kochen ist ihr Beruf: «Worst of Chefkoch»

Die deutschen «Food-Blogger des Jahres 2017» waren für eine Kochshow im Zürcher KOSMOS zu Gast. Klingt nicht sehr spannend. Jonathan Löffelbein und Lukas Diestel betreiben aber den Blog «Worst of Chefkoch» – eine Sammlung der miesesten Community-Rezepte.

«Jetzt wird das Moped im Ofen auf geil kalibriert und wir sehen uns in 15 Minuten» sagt Löffelbein vor der Pause und schiebt die «Apfelwurst» in den Ofen. Zuvor hat er eine ganze Lyoner-Wurst mit Schlitzen versehen, die Schlitze mit Ketchup und Senf gefüllt und Apfelschnitze reingesteckt. Das Rezept von Userin «Beate1963» ist nur die Spitze des Eisbergs. Auf ihrem Blog präsentieren die Zwei Rezepte, die nur als «Vergehen an der Menschheit» bezeichnet werden können.

Von der Bieridee zum Vollzeitjob

«Eigentlich haben wir den Blog für uns und unsere Freunde gegründet. Die Idee kam im Biergarten. Wir dachten, das ist ein Spass-Projekt und es verläuft sich nach einem Monat eh wieder» erzählt Jonathan. Auf Chefkoch.de kann die Community eigene Kreationen hochladen. Das kommt nicht immer gut. Die hässlichsten, absurdesten und lustigsten Rezepte sammeln Jonathan und Lukas und veröffentlichen sie auf einem Gratis-Blog. «Plötzlich wurden Onlinemagazine auf uns aufmerksam. Ze.tt, Bento, T-Mobile. Alle haben über uns berichtet. Wir haben dann panisch im Nachhinein einen Facebook und einen Instagram-Account eröffnet».

Eineinhalb Jahre und über 40 Bühnenauftritte später, sind sie zum ersten Mal in der Schweiz zu Gast. Dass Jonathan und Lukas mehr Bühnen- als Kocherfahrung haben, ist offensichtlich. Beide sind Hobbyschauspieler und Slam-Poeten. Sie traten schon vor «Worst of Chefkoch» mit ihren Texten auf. Es sind die Texte, die die Show zusammenhalten. Zu jedem Rezept gibt es eine kurze Geschichte, sowohl auf ihrem Blog, als auch auf der Bühne und seit dem letzten Herbst gedruckt als Taschenbuch.

Worst of Chefkoch
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Worst of Chefkoch
Die Rezeptsammlung des Grauens

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Lyrik im Speckmantel

Ist «Worst of Chefkoch» nun eine Koch-Show? Eine Comedy-Show? Oder sogar Kultur? Tatsächlich ist es ein bisschen von allem. Während gekocht wird, bekommt das Publikum Texte gelesen. Dabei schweifen die beiden Freunde (sie wohnen gemeinsam in einer WG) auch gerne mal ab und erzählen Anekdoten aus ihrem Leben. Tatsächlich, es ist ein wilder Ritt und du musst dich auf Schabernack gefasst machen. Das Publikum darf und soll die Gerichte auch kosten. Für mich als Rampensau kein Problem, dachte ich zumindest. Nach der «Tomatenplatte á la Andi» (ja, das A muss ein «Accent aigu» haben) gebe ich auf. Es war das erste Rezept des Abends.

Was folgte, waren Rezepte jenseits jeglichen Geschmacks. Hier wird Nutella mit Käse gemischt, Salzstangen als Grundlage für Auflauf benützt oder Vodka mit Maggi serviert. Zur Unterhaltung und zum Ekel des Publikums. Kultur, verpackt in einer spassigen Bühnenshow. Als Liebhaber von Poetry-Slam und Witzen unter der Gürtellinie kam ich voll auf meine Kosten. Ein paar Besucher haben wohl mehr Kultur erwartet und haben den Saal früher verlassen. Ein paar Besucher dürften wohl mehr Schenkelklopfer erwartet haben. Jedem und jeder kann man es nicht recht machen. Schliesslich ist es so, wie beim Nufleika Toast: Nur weil die einzelnen Zutaten schmecken, schmeckt alles zusammen nicht unbedingt.

Wer mehr von «Worst of Chefkoch» will, der kann Jonathan und Lukas bei Facebook oder Instagram folgen oder ihren Blog abonnieren.

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Simon Balissat, Zürich

  • Editor
Als ich vor über 15 Jahren das Hotel Mama verlassen habe, musste ich plötzlich selber für mich kochen. Aus der Not wurde eine Tugend und seither kann ich nicht mehr leben, ohne den Kochlöffel zu schwingen. Ich bin ein regelrechter Food-Junkie, der von Junk-Food bis Sterneküche alles einsaugt. Wortwörtlich: Ich esse nämlich viel zu schnell.

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