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Beauty + KörperpflegeKnowhow 03

DIY: Kann man sich auf ein selbstgemachtes Deo verlassen?

Worin liegt der Unterschied zwischen Antitranspirant und Deodorant? Und was hat es mit den umstrittenen Aluminiumsalzen auf sich? Unsere Bloggerin Stephanie Widmer bringt Licht ins Dunkel und wagt dabei einen Selbstversuch.

Bei grosser Hitze dauert es meist nicht lange, bis sich die ersten Schweissflecken unter den Achseln abzeichnen. Ein sehr unangenehmes Gefühl, wie ich finde. Jedoch auch ein Natürliches: Mit dem Schwitzen versucht unser Körper seine Temperatur zu regulieren. Kosmetikfirmen versprechen mit Deodoranten und Antitranspiranten, dass Schweissflecken der Vergangenheit angehören. Was steckt dahinter und wo genau liegt der Unterschied?

Antitranspirante vs. Deodorants

Antitranspirante stoppen, meist mit Hilfe von Aluminiumsalzen, die Transpiration (Schwitzen) – aber nur an den Stellen, wo sie aufgetragen werden. Die eben genannten Salze bilden eine dünne Gel-Schicht vor den Porenausgängen und sollen das Schwitzen verhindern.

Deos hingegen haben die Aufgabe den lästigen Geruch loszuwerden. Sie helfen nur bedingt, Schweissflecken zu vermeiden. Meistens wird der umstrittene Inhaltsstoff Triclosan verwendet. Dieser hemmt die Vermehrung von Bakterien, welche für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind. Einige Quellen berichten darüber, dass dieser Inhaltsstoff im Verdacht stehen soll, den Hormonhaushalt zu beeinflussen und zu Bakterienresistenzen (später auch zu Antibiotikaresistenzen) beizutragen.

Streitfrage: Aluminiumsalze, gefährlich oder nicht?

In verschieden Medien, Foren und Fachzeitschriften finde ich oft negative Meldungen über Aluminium, welches in Antitranspiranten vorkommt. Jedoch sind diese Meldungen ganz unterschiedlich, was die Auswirkungen betrifft. Dies löst nicht nur bei mir eine Verunsicherung aus. Wo sich alle einig sind: Aluminium gelangt – insbesondere durch gereizte oder verletzte Haut nach der Rasur zum Beispiel – in unseren Körper. Der meist verwendete Aluminiumstoff Chlorohydrat gilt als nervenschädigend und steht im Verdacht negative Wirkungen auf Fruchtbarkeit und Kinder im Mutterleib zu haben. Ebenfalls soll er Auswirkungen auf die Knochenentwicklung haben können. Einige Studien verweisen auf einen Zusammenhang hinsichtlich der Bildung von Brustkrebs und dem Auftreten von Alzheimer Erkrankungen. Diese Auswirkungen von Antitranspiranten sind jedoch nicht komplett erforscht und werden von diversen Stellen angezweifelt. Ich kann also nicht eindeutig feststellen, ob diese Auswirkungen tatsächlich existieren und sehe mich vorerst nach Alternativen um.

Alternativen

Heute gibt es eine sehr grosse Auswahl an aluminiumfreien, ökologischen Produkten. Durch gesetzliche Richtlinien ist erkennbar, ob Aluminiumsalze enthalten sind oder nicht. Grundsätzlich könnte man auf Produkte mit der Bezeichnung «Antitranspirant» oder «48-Stunden Schutz» und ähnliche Aufschriften verzichten. Oder es genügt ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Naturkosmetik-Hersteller verzichten gänzlich auf Aluminium, sowie auf bedenkliche Inhaltsstoffe. Mit zertifizierten Bio-Kosmetik-Produkten trifft man also eine super Wahl.

DIY-Deo-Spray: Mein Selbstversuch

Wer den herkömmlichen Deos trotzdem nicht traut, kann sich auch ganz einfach seinen eigenen herstellen. Ich habe den Selbstversuch gewagt. Im Internet bin ich auf verschiedene Rezepte gestossen. Über Deo-Creme, Deo-Puder, Roll-Deo oder Deo-Bar habe ich alles gefunden. Die Herstellprozedur für oben genannte Varianten erschienen mir als zu aufwendig. Deshalb entschied ich mich für den Deo-Spray, bestehend aus nur drei Zutaten:

Das Rezept, das ich benutzt habe, stammt aus diesem Buch:

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Zutaten:  

  • 90 ml Wasser (abgekocht)
  • 1 Teelöffel Natron (in der Drogerie oder online erhältlich) 
  • 8-10 Tropfen Ätherisches Öl (z.B. Lavendel, Pfefferminz oder Vanille) 
  • eine Sprühflasche (eine leere Parfum-Flasche funktioniert genauso gut) 
  • Trichter

Als Deo-Wirkstoff hier simples Natron, welches helfen soll, Gerüche zu neutralisieren und Bakterien zu bekämpfen. Achte beim Einkauf von Natron bitte darauf, dass es sich um Natriumhydrogencarbonat und nicht Natriumcarbonat (Waschsoda) handelt. Ätherische Öle sorgen für einen erfrischenden Duft und vermindern Schweissränder auf der Kleidung. Dazu wirken gewisse Öle desinfizierend und helfen dabei, das Schwitzen zu unterbinden – jedoch nur in geringem Masse. Achte beim Kauf unbedingt darauf, dass es sich um ein Bio-Zertifiziertes Öl handelt.

Und so wird's gemacht:

Schritt 1:   Wasser abkochen und abkühlen lassen.

Schritt 2:   Sobald die Temperatur unter 50 Grad Celsius gesunken ist, das Natron im Wasser auflösen und gut vermischen. Grobkörniges Natron wie z.B. Kaiser-Natron zuvor mit einem Mörser fein mahlen, damit es sich besser auflöst und nicht die Sprühflasche verstopft.

Schritt 3: 8-10 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl hinzufügen und die Mischung in die Sprühflasche füllen. Gut schütteln.  

Achtung: Einige Menschen reagieren allergisch auf ätherische Öle. Teste das Deo deshalb zuerst an einer weniger empfindlichen Hautpartie. Eine allfällige allergische Reaktion sollte sich innerhalb von 24 Stunden bemerkbar machen.

Mein DIY-Fazit: Du weisst, was du hast

Für mein Deo habe ich einen meiner Lieblingsdüfte, den Lavendel, verwendet. Vor jeder Anwendung musste ich es kurz kräftig schütteln, da sich die Inhaltsstoffe immer wieder voneinander getrennt haben. Das Spray hinterliess nach jedem Benutzen ein sehr erfrischendes und kühlendes Gefühl auf der Haut. Zudem wurde das Auftragen für mich durch den Lavendel-Duft zu einem entspannenden Morgen-Ritual. Der grösste Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Deo ist aber der günstige Preis. Ausserdem kommen nur natürliche Zutaten rein und keine zweifelhaften Aluminiumverbindungen oder sonstige aggressiven Bakterienhemmer. Da meine Sprühflasche wiederverwendbar ist, vermeide ich damit auch unnötigen Plastikmüll.

Dennoch schwitze ich stark und das DIY-Deo-Spray verhindert eine Fleckenbildung nur begrenzt. In einem zweiten Versuch würde ich einen zusätzlichen Teelöffel Natron beimischen, um zu schauen, ob sich was verändert. Vermutlich ist das Austüfteln der richtigen Mengenverhältnisse hier der Schlüssel zum Erfolg. Insgesamt war der Selbstversuch aber eine interessante Erfahrung für mich, die ich jedem empfehlen kann.

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Stephanie Widmer, Kaufdorf

Ich heisse Stephanie, bin 28 Jahre jung und lebe mit meinem Mann und meinem Sohn im schönen Kanton Bern. Meine Leidenschaft gilt der Mode, Beauty, Food und allem, was das Leben etwas schöner macht. Wer sich meiner Reise durch diese Themenwelten anschliessen möchte, kann dies auf meinem Blog blackvelvet-diary.ch

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