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iPadOS Beta: Keine Sensation, aber sehr schön gelöst

Apple hat in der Nacht auf heute die Public Beta des iPad-Betriebssystem iPadOS veröffentlicht. Ein erster Blick auf die Features zeigt, dass die Software eigentlich nichts neu erfindet, aber endlich den Formfaktor des Tablets respektiert.

Das iPad ist der de facto Standard, wenn es um Tablets geht. Das liegt zum einen daran, dass Apples Geräte wirklich gut sind und zum anderen daran, dass Android Tablets sich oft und gerne mit wenig zufrieden geben. Bei den Systems-on-a-Chip wird gespart – wo ist mein Kirin-980-Tablet mit AMOLED Screen? – und die Software wird oft nicht gepflegt.

Bei der Software hat sich Apple auch nicht mit Ruhm bekleckert. Denn der Konzern, der nicht nur auf Funktionalität achtet, sondern auch auf Design und Schönheit, hat das iPad am Wegrand liegen lassen, wenn es um Design geht. Einfach iOS drauf, das Betriebssystem für iPhones, und dann hat das gepasst.

Die Public Beta des iPadOS ist auf iOS aufgebaut und sieht daher nicht sensationell neu aus

Bis heute. Denn in der Nacht auf heute ist die erste Public Beta von Apples iPadOS veröffentlicht worden. Das heisst, dass du bereits heute die neue Software Apples testen kannst.

So kriegst du Apples iPadOS

iPadOS zu installieren ist ziemlich einfach, braucht aber etwas Geduld. Die Installation dauert gut und gerne eine halbe Stunde. Aber du als Mensch kannst dich während der Zeit grösstenteils entspannen, denn die Maschine erledigt den anstrengenden Part für dich.

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Wichtig auch: Du brauchst für die Installation die Safari-App auf deinem iPad. Mit Chrome oder Snowhaze geht das nicht ganz so einfach. Wenn du also die ganze Sache möglichst stressfrei über die Bühne bringen willst, dann nimm Safari.

So geht's:

  1. Geh in Safari auf deinem iPad auf https://beta.apple.com/sp/betaprogram/
  2. Erstelle dir dort einen Account
  3. Geh in Safari auf https://beta.apple.com/profile und lad dir dein Profil herunter.
  4. Öffne die Einstellungen auf deinem iPad
  5. Gleich unter deinem Nutzerbild siehst du eine Anmerkung «Profile Downloaded». Klick darauf und installiere es
  6. Geh auf Settings → General → Software Update
  7. Installiere das Update

Es kann einige Minuten dauern, bis das iPad sich mit Apples Server abgesprochen hat und erkennt, dass du ein Beta Tester bist. Aber wenn du das Profil installiert hast, dann geht das früher oder später.

Warnung: Das ist eine Beta

Bei der aktuellen Version iPadOS handelt es sich um eine Public Beta. Das heisst, dass die Software nicht ganz final ist. Da und dort können Bugs auftreten, möglicherweise auch kritische. Das sollte zwar nicht vorkommen, aber es ist möglich. Insbesondere bei Apple zweifle ich daran, dass irgendwelche grossen Bugs daherkommen, die dein iPad zerschiessen. Denn Apple veröffentlicht selten Halbfertiges, auch wenn es eine Beta ist.

Trotzdem: Wenn du dein iPad für etwas kritisch wichtiges brauchst, überleg dir das Update gut und warte vielleicht bis zur finalen Veröffentlichung.

Rechtlich sollte ich vielleicht erwähnen, dass weder ich noch Digitec Galaxus für allfällige Schäden und dergleichen Garantie übernehmen, wenn du mit einer Beta agierst. Blablabla, sei einfach vorsichtig und dir bewusst, was du tust.

Die ersten Schritte

Nach der Installation wirst du von einem «Welcome»-Dialog begrüsst. Das iPad ist neu wirklich begeistert von Apple Pay und will, dass du dir dort einen Account zulegst. Nein. Dark Mode? Einschalten. Analytics teilen? Nein danke. Ja. Weiter. Amen. Et Cetera.

Split Screen? Nicht neu, aber gut. Genau wie die meisten Features unter iPadOS

Der Desktop sieht aus wie immer. Fast wie immer. Die Icons sind etwas kleiner und vor allem nutzt Apple endlich mal den Platz, den das Display des iPads bietet. Denn neu sind da sechs Icons auf einer Zeile sowohl im Landscape wie auch im Portrait Mode, Das klingt jetzt nacht nicht besonders viel – ich meine auch, dass da locker noch eines reinpassen würde – aber immerhin besser als die faustgrossen Icons unter iOS.

Ansonsten fühlt sich iPadOS wie ein etwas moderneres iOS an. Kaum verwunderlich, denn Apple baut das Betriebssystem auf iOS auf, denn keiner will, dass die zig Millionen Apps im Apple App Store – Rest in Peace, iTunes – nicht auf iPads verwendet werden können. Das Menü ist Dark Mode sei dank dunkel und anders als Google hat Apple begriffen, dass ein Dark Mode von AMOLED-Schwarz, also HEX #000000, lebt. Bei Google ist das meist ein Dunkelgrau, was im Kontext von «Das spart etwas Akku und ist angenehmer für die Augen» genau gar nichts bringt.

Neo Notes und ein besseres Today: Die neuen Features

Doch nur mit etwas Bildschirmfläche ist es für Apple nicht getan. Besonderes Augenmerk fällt in den ersten paar Minuten mit iPadOS auf die Today View. Eigentlich kennst du das schon von jedem iOS-Produkt: Du bist auf deinem Home Screen, wischst nach rechts und ein Bildschirm mit deinen Widgets und allen Informationen taucht auf. Bisher war das ein ganzer Bildschirm, wovon auf dem iPad ein signifikanter Teil ungenutzt blieb.

Apples Today View ist auf einmal attraktiv

Neu ziehen sich die sechs Icons zusammen und der Shortcut-Bildschirm wird zum Teil des Home Screens. Sehr schön. Die Widgets können frei konfiguriert werden. Besonders neugierig bin ich auf die Scripting-Funktionen. Die Shortcuts App ist nicht neu, sie ist schon seit iOS 12 verbaut, aber jetzt, wo die Today View endlich nützlich und angenehm scheint, gewinnt sie ungemein an Attraktivität. Aber ein Script braucht etwas mehr Zeit und einen spezifischen Use Case. Oder eine nette Funktion. Die Widgets sind app-abhängig. Je nach App, die du installiert hast, kannst du andere Widgets im Side Panel, das einst der Today Screen war, verankern. Die neuesten Trailer auf IMDB? Easy. Plex? Passt auch. Zum ersten Mal sehe ich mich, den Today Screen im Alltag brauchen.

Wenn deine Lieblings-App kein Widget bereitstellt, kannst du dir Shortcuts einrichten. Das ist dann praktisch, wenn du unzählige Apps auf unzähligen Bildschirmen hast und diese nicht sortierst. Doch nur mit «öffne App» ist es hier nicht getan. Du kannst dir Routen zusammenstellen von «current location» zu einer beliebigen Adresse, dir Systemdaten einblenden lassen und so weiter. Das ist grösstenteils selbsterklärend und witzig, aber wenn du mit deinen Apps auf dem Home Screen schön Ordnung hast, dann ist dieses Panel abgesehen vom Scripting recht nutzlos.

Der einzige Bug in der Beta, den ich bisher entdeckt habe

Apropos, hier treffe ich den einzigen Bug an, den ich in der Beta-Veranstaltung Apples dieses Jahr gesehen habe. Wenn ich im Scripting Mode eine Einstellung am Text machen will, dann hat Apple den Dark Mode vergessen.

Ganz nett, aber keine Sensation

Sind wir ehrlich: iPadOS war Jahre überfällig. Jetzt, wo wir das Betriebssystem haben, überwältigt es nicht. Viel mehr ist es ein Seufzer mit dem Wort «Endlich…» darin. iPadOS liefert Features, die als Minimum für ein Betriebssystem auf einem Tablet erwartet werden können, aber irgendwie hatten wir die noch nicht. Warum auch immer.

Notes hat auch ein kleines Update erhalten

iPadOS ist demnach keine Sensation, zeigt aber, dass Apple nach wie vor an das Konzept Tablet glaubt und dort aktiv entwickelt. In der aktuellen Version ist iPadOS nett und wesentlich praktischer und kompakter als iOS, aber der grosse Wow-Effekt bleibt aus.

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Dominik Bärlocher, Zürich

  • Senior Editor
Journalist. Autor. Hacker. Ich bin Geschichtenerzähler und suche Grenzen, Geheimnisse und Tabus. Ich dokumentiere die Welt, schwarz auf weiss. Nicht, weil ich kann, sondern weil ich nicht anders kann.

21 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen

User Pachifig

Lieber Dominik

Deine kleine "Vorstellung" von iPadOS ist enorm kontraproduktiv - nach dem Lesen hat man das Gefühl, iPadOS hat noch weniger Neuerungen als der uninformierte Leser zu Beginn wahrscheinlich überhaupt angenommen hat. Es klingt nach 1. neuem Homescreen inkl. Widgets, 2. Dark Mode und 3. aktualisierter Notes App (lol)

Dabei bringt iPadOS endlich (!, damit hast du absolut recht) Funktionen und Features auf das iPad, die so lange nötig waren um produktiv arbeiten zu können:
- Komplett überarbeitetes Multitasking System
- die Möglichkeit eine App in mehreren Instanzen zu öffnen
- endlich Desktop-class Surfing in Safari
- neue Quick-Gesten für Copy, Cut und Paste
- enorm reduzierte Latenz für den Apple Pencil, sodass er gar nicht mehr nachhinkt, auch beim schnellen schreiben/zeichnen
- endlich ein funktionierendes File Management System
- einen Download Manager
- Unterstützung von USB-Sticks und externen Festplatten

Das sind nur wenige Punkte unter vielen Neuerungen, wie z.B. freie Sprachwahl für einzelne Apps, aktualisierte Standard-Apps von Apple, usw. usw.

Ich bin absolut deiner Meinung, dass das alles schon lange hätte kommen müssen und das iPad sich jetzt erst langsam brauchbar anfühlt statt nur underwhelming. Aber so wie du deinen Bericht formuliert hast, könnte man fast meinen, das sei abschliessend und wirklich kaum Neuerungen dabei. Aber im Gegenteil – für iPad Verhältnisse ist das fast schon "bahnbrechend".

25.06.2019
User Anonymous

Stimmt aber auch. Es sind fast nur offensichtliche Hürden eliminiert worden. Liegt aber daran, dass Apple keine Absicht hat, das Tablett zu einem "Computer" zu machen. Sonst wären da noch viele viele Verbesserungen möglich. Genau darum kann man sehr wohl etwas ernüchtert sein. Auch weil die Anforderungen vom Hersteller hier nicht mit denen vom Kunden übereinstimmen. Kennen wir ja von Apple nicht anders.

25.06.2019
User RetoBarbon

"funktionierendes File Management System" ... danke für diesen Hinweis. Auf das warte ich sehnlichst. Mein IPad Pro fand nach irgendeinem Update den Zugang zu G-Drive und Mega einfach nicht mehr. Ich hatte einiges probiert, insbesondere App neu aufsetzen. Wollte nicht. Genau dieser Punkt ist aber bei Apple ein wirklich grosses Versäumnis, da geradezu zwingend für professionellen Nutzen.

26.06.2019
Antworten
User Marco_CH

Naja, dieses "Review" ist äusserst lustlos. Macht keinen Spass zu lesen. Die Änderungen am iPadOS sind wirklich bedeutend. USB Zugriff, der neue Files Manager, Safari als vollwertiger Browser, das ist nicht wenig. Zudem, jetzt als separates OS wird es auch je länger je mehr von iOS abweichen können und iPad spezifisch werden. Man kann es gerne runterreden, aber die Abkoppelung von iOS ist bedeutend und wird jetzt noch unterschätzt. das iPad wird mit diesem Entwicklungsschritt ein Riesending werden.

25.06.2019
User Yoshwassabi

"Wo bleibt die Sensation?" Wieso genau erwarten eigentlich alle immer wieder Sensationen?? Wieso genau werden jedes Jahr mit allen möglichen Gerüchten die Erwartungen so hoch geschürt, dass am Schluss immer alle enttäuscht sind? Selbst wenn sie wirklich gute neue Features bringen sind dann doch immer alle enttäuscht weil es nicht DIE SENSATION gegeben hat. Ich finde das irgendwie krank.

25.06.2019
User Yaykob

Wann ist mit der finalen Version zu rechnen?

25.06.2019
User Pachifig

Mitte September – zwischen Vorstellung des neuen iPhones und dessen Release.

25.06.2019
Antworten
User Anonymous

Bin mal gespannt, wann es überhaupt ne „positive“ Überschrift in bezog auf Apple gibt. Bei Sony, MS oder WD werden immer gehyped. Muss ggfs an der Gewinnmarge liegen 🤷🏼‍♂️... how ever negatives merkt man sich eben einfacher/schneller und auf die Kritikwelle springen viele schneller mit auf...

Können denn die Google Tablets zB eine App 2x im Vordergrund offen sein? Parallel noch eine dritte od vierte? Drag‘n‘drop Zwetschen den Apps?
Also hat das iPadOS doch schon erhebliche Neuigkeiten. Oder sehe ich da was falsch?
Die Keynote hatte hier wirklich gute Sachen aufgezeigt welche auch hier schon von div Posts aufgeführt.

25.06.2019
User jeevanandk

Bei Google Tablets können die Apps aber dafür völlig frei wie Fenster bewegt werden. Etwas was ich auch mit iPad OS vermisse, etwa wenn eine App wie YouTube kein PiP untersützt, dann kann man das Ding nur in einem völlig ungeeigneten Sidepanel anzeigen, 90% vom Panel wird schwarz bleiben, eine horizontale Aufteilung geht nicht, wäre aber für Browsen und nebenbei ein Video schauen praktisch. Mir würde es schon reichen, wenn man die Sidepanels nicht nur rechts sondern auch oben anbringen könnte.

25.06.2019
User Preed

Die UPC Tv App, und die Crunchyroll App um nir zwei zu nennen unterstützen Picture in Picture. Das Problem ist nicht iOS oder Apple sondern dass Google es nicht in die App einbindet. Genau so wie nur 720p während Netflix und Vimeo 1080 und 1440p anbieten.

25.06.2019
Antworten
User deadstar

Ich schätze die Mr. Robot Hommage.

25.06.2019
User Dominik Bärlocher

Hello, Friend.

25.06.2019
Antworten
User tahiti831

Danke für den Bericht, was mich noch interessiert ist der Download manager, ist sowas jetzt dabei? Also kann ich Programme die nicht im Appstore sind auf das Pad laden?

25.06.2019
User Anonymous

Du kannst neuerdings beliebeige Dateien herunterladen, einen Download manager hat es also.

Programme, die nicht im Appstore sind, kannst du noch immer nicht (und wirst wohl auch nie können). Es sei denn, du bist ein registrierter Entwickler.

25.06.2019
User Pachifig

Es gibt schon Möglichkeiten, auch ohne Jailbreak oder DevAccount Apps zu sideloaden. Aber ist halt immer etwas risikoverbunden, da nicht offiziell unterstützt und auch nicht geprüft oder kuratiert durch Apple.

25.06.2019
User tahiti831

Danke euch für die Antworten.

Eig schade, aslo das IPad ist in dem Fall immernoch ein übergrosses Telefon mit jetzt leicht "besseren" Funktionen.
Mein early 11 MacBook pro gibt langsam auf. Die neuen sind mangels Qualität (Butterfly) eig keine Option. Für mich wäre ein Computer in Tablet form das Richtige.
Ist Apple klar, dass sie mich zu MS (Surface) förmlich zwingen?

25.06.2019
User Anonymous

@Tahiti831 Ist so gewollt. Ein iPad wird wohl nie ein Notebook ersetzen können, da dies Apple so nicht will. -> Wie auch umgekehrt (Macbook mit touchscreen? ; )
Um fair zu bleiben, ich finde die Surface Geräte auch nicht so toll. Im Moment würde ich empfehlen: Willst du einen Computer, dann kauf einen Computer. Willst du ein Tablet, dann kauf dir ein Tablet.

25.06.2019
User Anonymous

@tahiti831 habe ein 2018 iPad und für viele Anwendungen ist es absolut ausreichend. Als Laptop ersatz müsste es aber ein iPad Pro sein. dessen Multitasking mächtiger und Apple Pencil 2 ist nochmals deutlich geiler.

Alles was ich auf dem iPad nicht hinbekomme ist programmieren. Ansonsten geht eigentlich alles. Der Arbeitsfluss ist anders, wurde aber dem Format entsprechend hervorragend angepasst.

Der iPad Appstore hat auch ganz geile Sachen.

25.06.2019
Antworten
User daccurda

Weiss man schon welche iPads genau unterstützt werden? Also wenn ich mir jetzt eins der billigeren, normalen iPads kaufe, wird das dann auch iPadOS bekommen?

26.06.2019
User simweg

Alle iPad Pro Modelle, iPads der Generation 5 & 6, alle iPad Air Modelle, iPad Mini 4 & 5 (offiziell von Apple so kommuniziert)

26.06.2019
Antworten
User Spriga

Interessant digitec schreibt das; Rechtlich sollte ich vielleicht erwähnen, dass weder ich noch Digitec Galaxus für allfällige Schäden und dergleichen Garantie übernehmen, wenn du mit einer Beta agierst. Blablabla, sei einfach vorsichtig und dir bewusst, was du tust.

Aber bei Apple steht das ; Wird durch die Installation von Public Beta-Software aus dem Apple Beta Software-Programm meine Hardwaregarantie unwirksam?
Nein, durch die Installation der Public Beta-Software wird die Hardwaregarantie nicht unwirksam.
(Quelle: beta.apple.com/sp/betaprogr...)
Was stimmt jetzt?

26.06.2019