Du bist nicht mit dem Internet verbunden.
Galaxus Logo
Meinung Fotografie2243

First World Problem: Mich überfordern Speicherkarten mit 1 TB

Auf einem fingernagelgrossen Plättchen haben 1 Terabyte Daten Platz. Das ist faszinierend – aber beim Fotografieren eher ein Problem als eine Hilfe. Jedenfalls für mich. Zum ersten Mal kommt mir der Gedanke, dass ich nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Speicherplatz haben kann.

Mittlerweile gibt es MicroSD-Karten mit 1 Terabyte Speicher. Also 1000 GB. Bislang war ich immer der Ansicht, dass mehr Speicher besser ist und ich gar nie genug haben kann. Doch jetzt sehe ich das anders.

Extreme microSD A2 V30, inkl. Adapter (1000GB, Class 10)
CHF 699.–
Sandisk Extreme microSD A2 V30, inkl. Adapter (1000GB, Class 10)

Verfügbarkeit

  • ca. 3-4 Wochen

Bei sofortiger Bestellung.
Alle Angaben ohne Gewähr.

Details anzeigen

Die 1-TB-Karten sind im Verhältnis zu den 500-GB-Karten sehr teuer. Das bedeutet auch, dass ein Defekt oder Verlust entsprechend schwer wiegt. Für ein Backup müsstest du eine zweite 1-TB-Karte kaufen, denn sonst ist das Klumpenrisiko bei einem Datenverlust viel zu hoch.

Dieses Problem wird sich irgendwann von selbst lösen. Die momentan höchste Speicherkapazität wird früher oder später deutlich günstiger werden. Es gibt aber andere Probleme, die bleiben.

Die Organisation wird immer schwieriger

Im Smartphone oder zum Filmen von 4K-Material ist 1 TB möglicherweise praktisch. Zum Fotografieren nicht. Dafür verwende ich im Moment Karten mit 64 GB. Das reicht so ganz grob für 1500 Fotos, wenn ich RAW und JPEG gleichzeitig speichere. Bei einer 1-TB-Karte wären das 24 000 Fotos.

Schon wenn ich 200 Fotos in Lightroom importiere, dauert das ewig. Die Vorstellung, mich im Importdialog mit 24 000 Bildern zurechtfinden zu müssen, bereitet mir Alpträume. Ich habe schon Probleme mit 240 Fotos, wenn diese aus vielen unterschiedlichen Sessions stammen.

Wahrscheinlich könnte ich diese Fotos alle von der Karte löschen. Aber ganz sicher bin ich nicht.

Ich neige wie wohl jeder User dazu, Speicher einfach irgendwie zu füllen. In diesem Fall heisst das: Ich mache unnötig viele Fotos; mehr schlechte Fotos und mehr vom Gleichen, das ich schon habe. Weil aber der Speicherplatz nichts kostet, kopiere ich dann einfach mal alles auf die Festplatte – für alle Fälle.

Das nützt nicht nur nichts, das schadet.

Früher konnte ich mir noch einreden, dass ich den Müll später aussortiere. Mittlerweile weiss ich: Das werde ich nie im Leben tun. Alleine die unscharfen Bilder auszumisten, würde ewig dauern – und damit ist es ja noch nicht getan.

Nehmen wir zum Beispiel die Sternebewertungen – angeblich ein Mittel, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Kein Mensch ist in der Lage, Zigtausende Fotos miteinander zu vergleichen, um zu beurteilen, ob ein Foto nun drei oder vier Sterne bekommen soll. Es ist ein Teufelskreis: Um die Fotos zu bewerten, müsste ich erst mal den Überblick haben. Aber den Überblick erhalte ich erst, nachdem ich die Fotos bewertet habe.

Die Aufmerksamkeit wächst nicht mit

Nun kannst du einwenden: Die vielen Fotos stören ja nicht, solange die Bildverwaltung schnell genug läuft und solange du die guten Bilder trotzdem findest.

Bei mir ist allerdings weder das eine noch das andere der Fall. Die Software arbeitet schwerfällig, ich habe ein kleines Puff auf der Speicherkarte und ein mittleres auf dem PC. Unbegrenzt Speicher macht alles nur schlimmer. Es wäre sicher möglich, auch mit einer Million Fotos klar zu kommen, aber es erfordert eine über Jahre perfektionierte Organisation. Die zu erarbeiten, macht mir etwa so viel Spass wie das Ausfüllen der Steuererklärung.

64 GB scheint mir nach wie vor eine praktische Grösse zum Fotografieren.

Ich kann heute wohl hundert Mal mehr Fotos speichern als vor zehn Jahren; aber Zeit und Aufmerksamkeit wachsen nicht mit, die sind immer noch gleich. Der Unterschied zwischen dem, was ich speichere, und dem, was ich im Kopf verarbeiten kann, wird immer grösser. Für mich ist darum klar: Ich bleib bei meinen 64-GB-Karten.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

Einsteiger-Fototipp: Reservier auch Budget für Objektive
KaufratgeberFotografie

Einsteiger-Fototipp: Reservier auch Budget für Objektive

<strong>Ferienkameras:</strong> Angebote für jeden Reisetyp
AktionFotografie

Ferienkameras: Angebote für jeden Reisetyp

Ausgewählte <strong>Kingston Flash-Produkte</strong> zum Aktionspreis! Gültig bis 27.6.
AktionComputing

Ausgewählte Kingston Flash-Produkte zum Aktionspreis! Gültig bis 27.6.

Avatar

David Lee, Zürich

  • Senior Editor
Durch Interesse an IT und Schreiben bin ich schon früh (2000) im Tech-Journalismus gelandet. Mich interessiert, wie man Technik benutzen kann, ohne selbst benutzt zu werden. Meine Freizeit ver(sch)wende ich am liebsten fürs Musikmachen, wo ich mässiges Talent mit übermässiger Begeisterung kompensiere.

22 Kommentare

3000 / 3000 Zeichen
Es gelten die Community-Bedingungen

User d3vilsadvocate

Die Lösung liegt darin, bessere Software zu benutzen und schlechte Fotos noch auf der Kamera zu löschen. Schwierig, aber machbar.

04.06.2019
User xazax

Genau, grundsätzlich: Bilder öfter kontrollieren und nicht blind von allem 2-3 Shots machen und während dem Reisen unterwegs auf der Cam aussortieren. Sonst droht der Datentod...

04.06.2019
User Mc4air

Ganz genau. Fotos direkt auf der Kamera zu löschen scheint unter Fotografen sehr verpönt. Heute habe ich aber einen elektronischen Sucher (beste Erfindung seit gefärbten Eiern) und brauche den 3-Zoll Bildschirm wirklich nur noch, um geschossene Bilder anzuschauen. Live View mache ich nicht, alle Daten habe ich im Sucher.
Warum also das Display nicht brauchen um bereits so effizient wie möglich auszusortieren?

04.06.2019
User Anonymous

Und stell dir vor bei 1TB wenn du 4 Wochen eine Reise machst und die Karte einen Defekt hat...viel Spass...ich bevorzuge meine 32GB Karten und wechsle sie ab und an

04.06.2019
User Anonymous

Nein schlechte Fotos NICHT direkt auf der Kamera löschen.
Unscharfe, zu helle oder zu dunkle, ja.. aber nicht alle.
Man kann doch nicht einfach generell einfach sagen dass man es so machen müsste.
Bilder wirklich erst löschen wenn man sich sicher ist dass man es nicht gebrauchen kann.
Und das geht erst am PC/Laptop. Bilder wo man 5-6 mal das gleiche hat... okay.
Ich hatte schon paar mal Fotos gelöscht die ich doch lieber behalten hätte.

04.06.2019
User urswuergler

Ich schliesse meine Kamera gerne via HDMI-Kabel an den Fernseher an - das bedeutet aufschlussreiche Darstellung und direktes Löschen auf der Karte. Importieren von unbrauchbaren Fotos ist Zeitverschwendung.

05.06.2019
Antworten
User virtubit

Zitat: "Im Smartphone oder zum Filmen von 4K-Material ist 1 TB möglicherweise praktisch. Zum Fotografieren nicht." Genau so ist es. Long story short.

04.06.2019
User ExcaliburCH

Mir reicht meine 64GB Karte vollkommen aus. Es ist in meiner "Karriere" erst zwei Mal passiert, dass ich die Karte während eines Shootings durch eine Leere austauschen musste. Bei einer normalen Shooting-Session mache ich maximal 300 Bilder und das ist dann schon ausserordentlich viel. Löschen tue ich aber erst am PC. Erst da kann ich die Qualität wirklich einschätzen. Auf dem kleinen Kameradisplay ist mir das zu vage. Auf dem Monitor sehe ich auch viel besser, ob ein vielleicht gutes Bild noch gerettet werden kann, falls es Mängel aufweist.

04.06.2019
User Copypasteroli

Die Lösung liegt darin zu wenig Geld für so was zu haben.

06.06.2019
User Anonymous

Ich lade die Fotos in der Regel am selben Tag aber sicher innerhalb einer Woche runter, schaue mir mit Bridge (Apple) die Fotos an und lösche auch sofort, wenn sie meine Kriterien nicht erfüllen. Das geht sehr schnell und einfach. So bleiben bei ca. 2000 Fotos noch ca. 100 übrig. Von diesen wiederum markiere ich nur die wirklichen Topshots mit fünf Sternen. Diese werden für Fotobücher oder grossformatige Bilder für die Wand gebraucht.

Wer schaut sich schon später tausende Bilder noch digital an, sei es am TV oder Mac/PC. Ein Fotobuch nimmt man immer noch gerne in die Hand und ein Bild an der Wand macht auch was her.

04.06.2019
User andreaswa

Ich habe mir angewöhnt, KEINE Bilder zu löschen. Mittlerweile habe ich auf dem Rechner, mit Lightroom verwaltet, über 70'000 und finde in kurzer Zeit das jeweils gewünschte Bild. Und warum lösche ich die angeblich schlechten Bilder nicht?

Ich habe seit 2004 RAW Aufnahmen gemacht, damals mit der legendären Canon G2, später mit DSLR. Zum Glück habe ich die Bilder von 2004 und 2005, als ich an diversen Konzerten fotografierte, nicht gelöscht. Damals als "ungenügend" beurteilte Fotos können dank dem technischen Fortschritt bei der Software in vielen Fällen gerettet werden. Fantastisch, was heute mit Rauschfiltern etc. erreicht werden kann.

Selbst kleine Unschärfen in Bildern können mit Photoshop's Filter "Verwacklung reduzieren" noch ganz passabel korrigiert werden. Ganz spannend, wenn Bilder von Familienmitgliedern so gerettet werden können.

Zur Speicherkarte: ich nehme nie eine grössere Karte als 32 GB (somit knapp 1000 Bilder in RAW + JPG bei meiner Kamera) - die Datenverlustgefahr bei grossen Karten ist mir zu gross und ich lade jeweils auf Reisen abends meine Bilder in einen Online Speicher sowie zusätzlich auf meinen Laptop. Somit komme ich etwa mit 5 Karten gut aus. Reserve muss ja vorhanden sein... ;-)

04.06.2019
User darth_fima

Verstehe das Problem. Habe selber über das verlängerte Weekend etwas über 4000 Bilder mit Sternebewertung versehen.

Ich selber habe mir ein eigenes Regelwerk erstellt wie ich die Bilder bewerte. So bin ich relativ schnell vorangekommen und konnte mich von 40% der Bilder trennen, welche ich sowieso nie bearbeitet hätte.

04.06.2019
User milo1985

Also ich bin auch überaus zufrieden mit 2 Slots in der Kamera, 2 64gb und 2 16gb Karten. Auf die 64gb Karten kommen unkomprimierte RAW's über 700 Bilder pro Karte), auf die 16gb Karten kommen die JPEG's OOC, und dazu, auf Reisen, die WD My Passport Wireless Pro als Backup. Mehr brauche ich nicht.

Meine Gedankten hinter diesem Vorgehen sind: Ich backuppe (was für ein Wort) und verwende lieber mehrere Karten, als dass ich eine Karte verwende und meine 7843 RAW's einfach weg sind, falls die Karte kaputt geht. Bei meinem Vorgehen ist höchstens ein Tag Urlaub im eimer - Dies war aber früher auch nicht anders, wenn man den Film nicht korrekt eingelegt hat :D

05.06.2019
User Anonymous

1TB Speicherkarte in eine Kamera ist nonsense so meine persönliche Meinung. Ich habe 32GB Karten und 2x 64GB. Ich wechsle lieber die Karten und habe eine Sicherheit, als dass ich in den Ferien 1TB versuche zu füllen und die Karte dann einen Defekt hat. Ich hatte noch nie Datenverluste bei meinen Karten aber riskieren will ich es auch nicht da leider nicht alle Kameras zwei Slots haben gehe ich diesen Weg. Für Handys...naja macht sicher mehr Sinn aber ich habe keine Ahnung wie ich meine 128GB voll kriege. Aber jedem das Seine.

04.06.2019
User Larantuka

;-D vielleicht solltest du mal in dich gehen und an dir arbeiten, David...meine wegen dem kleineren und mittleren Puff! Nein im Ernst, ich hab zwar ein wenig dazugelernt, bin aber nach wie vor der Meinung, so ein wenig Puff und Chaos gehört einfach zu einem kreativ tätigen Menschen...aber vielleicht ist das auch nur eine Ausrede... finde aber auch, man soll sich das Leben nicht noch unnötig mehr erschweren als es schon ist und mit 1 TB Speicherkarten arbeiten, macht in den allerwenigsten Fällen Sinn. Ein paar 32er und 64er reichen Vollkommen, da kann man auch mal eine im Puff nicht mehr finden ohne gleich die Krise zu bekommen:-)

05.06.2019
User Anonymous

Mhhh... Wer Events schiesst weiss genau schon in der Kamera Bilder zu bewerten.(hab ich lange nicht benutzt, aber dann ist mir das Licht aufgegagen) Und, grosse teure Karten, die nicht kaputt gehen, erlauben mir einfach zu schiessen ohne noch an ein weiteres Ding denken zu müssen. Batterien wechseln ist ja schon schlimm genug. Dann Bilder einfach auf Lightroom Mobile schon irgendwo unterwegs anschauen und bewerten. Ich habe aufgehört an die "Don't put all eggs in one basket" Idee zu glauben. Es gibt ja viele Cloudlösungen.

04.06.2019
User Wyrx

"Für ein Backup müsstest du eine zweite 1-TB-Karte kaufen, denn sonst ist das Klumpenrisiko bei einem Datenverlust viel zu hoch."
Ich würde niemandem empfehlen eine zweite SD Karte für Backups zu kaufen. Viel zu teuer, umständlich und unsicher.

Am besten kauft man sich für sowas ein NAS (Network Attached Storage). Da kriegt man mehr Speicher für weniger Geld, kann also mehrere Karten sichern. Wenn man sich noch ein zweites NAS kauft, kann man ein tägliches, automatisches Backup einrichten. Man muss nicht mehr selber daran denken, und kann das Backup somit nicht mehr vergessen.

Vorausgesetzt man betreibt das NAS mit einem redundanten RAID, kann man bei einem Ausfall einfach die betroffene Platte ersetzen. Wenn der Speicher knapp wird, kann man ebenfalls die Platten austauschen, und muss so keine Migration oder dergleichen durchführen (man muss aber jede Platte eine nach der anderen austauschen, und warten bis die vorherige Platte in das RAID eingebunden ist, was viel Zeit in Anspruch nimmt).

Ebenfalls ein Vorteil von einem NAS mit redundantem RAID: Man ist vor Datenkorruption (bit rot) geschützt. Sofern das NAS ein modernes Filesystem nutzt, wie BTRFS oder ZFS, kann das Gerät mithilfe von automatisch erstellten Checksums eigenständig überprüfen, ob Datenkorruption vorliegt, und selbstständig korrigieren.
Bei komprimierten Bildern kann bereits ein einziges korruptes bit das ganze Bild unerkennbar machen. Da bit rot jederzeit geschehen kann und meist unbemerkbar ist, kann es oft vorkommen, dass man das gute Backup mit einem korrupten Bild überschreibt.

Ausserdem sind NAS allgemein äusserst praktisch. Eine Anschaffung lohnt sich definitiv, insbesondere dann, wenn man viele Daten sichern muss.

04.06.2019
User urswuergler

@ Wyrx: es geht vermutlich um die Speicherung beim Fotografieren. Viele Kameras verfügen über einen zweiten Karten-Slot. Wer wichtige Aufnahmen macht (z.B. Hochzeitsfotografie), braucht das. Habe selbst schon erfahren müssen, dass Karten eben nicht absolut zuverlässig sind.

05.06.2019
User David Lee

Genau, gemeint war ein Backup, das gegen einen Kartenausfall während der Fotosession schützt.

06.06.2019
Antworten