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Corsair K83: Die Tastatur für Couch-Potatoes

Corsair will mit der K83-Tastatur das Wohnzimmer erobern. Die Tastatur mit Multimedia-Hotkeys, Trackpad und Joystick vermag aber nicht zu überzeugen.

Kann ich mit dem Ding spielen? Das frage ich mich, als ich die Corsair K83 in den Händen halte. Die Tastatur hat rechts einen Joystick und zwei Maustasten. Ich soll also links die WASD-Tasten bedienen und mit dem Stick die Maus simulieren. Fast so, wie beim Zocken mit Controller. Das will ich gleich testen.

  • K83 (DE, Kabel, Kabellos)
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CHF 167.–
Corsair K83 (DE, Kabel, Kabellos)
Das schlichte Design aus gebürstetem Aluminium passt in jedes moderne Wohnzimmer.
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Wie spielt’s sich mit der K83-Tastatur?

Ich habe noch das Notebook Rog Strix Scar II von Asus rumliegen und «Metro: Exodus» drauf. Zugegeben, einen Shooter mit dem Stick des K83-Keyboards zu spielen, ist nicht sonderlich fair. Da kann die Tastatur ja nur abstinken, denke ich mir vor den ersten Schritten im postapokalyptischen Russland. Und tatsächlich: Die Steuerung ist so schwammig, dass ich nach fünf Minuten aufgebe. Ich verkrampfe mich beim Betätigen der R-Taste, die sich hinten an der Tastatur befindet. Der Stick ist so etwas von unangenehm zu bedienen, dass ich mir sogar den N64-Controller zurücksehne.

Ich überlege mir, für welche Art Spiel der Stick brauchbar ist. Für ein Strategiespiel kommt er jedenfalls nicht in Frage. Da ist die Maus klar Nummer 1. Ein Renn- oder sonstiges Sportspiel möchte ich auch nicht damit spielen. Dafür ist WASD einfach nicht gemacht. Das einzige Genre, das ich mir vorstellen könnte, mit dieser Tastatur zu spielen, sind RPGs. Aber auch nur, wenn’s nicht zu hektisch zu und her geht. Also am besten rundenbasiert. Für alle weiteren Spiele erachte ich die K83 in Verbindung mit dem Stick als ungeeignet.

What’s in the box?

Nach so viel Kritik zum Einstieg schaue ich mir an, was sonst noch alles in der Corsair-typsich gelb/schwarzen Schachtel ist. Es gibt nämlich auch Positives zur Tastatur zu sagen: Corsair liefert nebst dem Keyboard ein 1.8 Meter langes Micro-USB Kabel zum Aufladen, einen 2.4 GHz-USB-Drahtlosempfänger und die Bedienungsanleitung.

Die Tastatur ist schlicht gehalten. Die Deckplatte ist aus dunkelgrauem Aluminium. Das verleiht dem Teil einen edlen Look. Die abgerundeten Tasten machen den Look der Tastatur weniger aggressiv als eine Gamer-Tastatur mit Ecken und Kanten. So fügt sich das Keyboard in jedes Wohnzimmer, ohne aufzufallen. Dazu trägt auch die Grösse bei: Mit 38.1×12.5×2.8 Zentimetern ist die Tastatur verhältnismässig klein und mit 490 Gramm leicht. Mir gefällt das K83 sehr gut.

Die grauen WASD-Tasten heben sich von den anderen Tasten ab. Statt Zahlenblock befindet sich auf der rechten Seite ein rundes, kapazitives Touchpad inklusive linker und rechter Maustaste. Oberhalb des Pads gibt’s einen Joystick, einen Lautstärkeregler – der durch Druck auch als Mute-Taste fungiert –, eine Taste zum Einstellen der Hintergrundbeleuchtung und eine Funktionssperrtaste. Am Gehäuserahmen oberhalb des Joysticks befindet sich die L-Taste der Maus und auf der Rückseite des Gehäuses unterhalb der L-Taste liegt die R-Taste.

Der Eingang für das Ladekabel befindet sich am oberen Gehäuserahmen auf Höhe der F12-Taste. Rechts neben dem Port liegt der Ein- und Ausschalter. Mit voller Ladung gibt Corsair übrigens 1.67 Tage Akkuleistung an. In meinem fünftägigen Test habe ich die Tastatur regelmässig gebraucht und habe immer noch um die 50 Prozent Akku.

Funktionen noch und nöcher

Eine Tastatur, die sich «Entertainment Keyboard» schimpft, muss über die nötigen Tasten zur Steuerung von Multimedia-Inhalten verfügen. Corsair hat auch daran gedacht. Durch Druck auf die Funktionssperrtaste lässt sich zwischen Gaming- und Medien-Modus umschalten. Im Medienmodus fungieren die Funktionstasten als Hotkeys zur Multimediasteuerung. Damit lässt sich unter anderem der Mediaplayer starten sowie zwischen Drahtlosmodi und Anwendungen wechseln. Das ist praktisch und ich gewöhne mich schnell daran, die Tasten zu nutzen.

Im Gaming-Modus übernehmen die Funktionstasten ihre eigentliche Funktion und der Joystick fungiert als Maus. Beim Gamen hältst du die Tastatur wie einen Controller. Dank den L- und R-Tasten auf der Ober- und Rückseite der Tastatur erreichst du mit der rechten Hand nebst dem Joystick auch die Mausstaten.

Durch Druck auf Fn + Enter gibt dir ein LED zwischen Esc- und F1-Taste Infos über den Ladezustand des Keyboards. Noch ein Wort zum Lautstärkeregler: Das Verstellen der Lautstärke funktioniert sehr gut. Vom Stummschalten lässt sich aber nicht dasselbe behaupten: Jedes Mal, wenn ich stummschalten möchte, verstelle ich gleichzeitig die Lautstärke, da ich den Regler nach oben bewege.

Selbstverständlich lässt sich die Tastatur auch personalisieren. Das funktioniert mit Corsairs iCue-Software. Hier konfigurierst du nebst Tastaturbelegung auch die erweiterte Gestensteuerung und Hintergrundbeleuchtung. Das funktioniert einwandfrei. In Sachen Softwaresteuerung ist Corsair echt spitze. Mit Herstellern wie Roccat oder Razer habe ich weniger gute Erfahrungen gemacht. Um Änderungen vorzunehmen, musst du entweder per Wifi oder Kabel verbunden sein. Über Bluetooth klappt’s nicht.

So tippt es sich auf den 78 Tasten

Corsair setzt beim K83 auf sogenannte «Ultra-low Profile Scissor»-Switches – Corsairs Bezeichnung für Scissor Switches. Dabei handelt es sich um eine Abwandlung von Rubberdomes. Bei dieser Switch-Technologie wird im Gegensatz zu den mechanischen Switches das Signal durch Druck auf eine Kuppel aus Kunststoff elektronisch ausgelöst.

Wie üblich für Scissor-Switch-Tastaturen ist der Tastenhub eher kurz. Genaue Angaben habe ich keine gefunden, ich schätze den Tastenhub auf 2 Millimeter.

Ich bin Fan von mechanischen Tastaturen. Deshalb behagt mir das Tippgefühl auf der K83 nicht besonders. Mir fehlt das befriedigende Feedback. Umso erstaunter war ich, dass ich mich nach kurzer Zeit an die Tastatur gewöhnt habe. Es schreibt sich definitiv besser darauf als auf so mancher Notebooktastatur. Passend zum Einsatzzweck im Wohnzimmer ist die Tastatur sehr leise.

Erstaunlich gut klappt das Tippen auf dem Schoss. Die Unterseite des Tastaturgehäuses rutscht auf Jeans beinahe nicht. Ich habe mich daher selten bis nie vertippt. Die Tastatur kannst du übrigens nicht hochstellen. Das ist aber auch nicht nötig, da das Keyboard für den Schoss gedacht ist, und da stören «Tastaturbeine» nur. Zudem ist die K83 oben leicht erhöht, wodurch auch das Tippen auf dem Tisch gut von der Hand geht.

Das Touchpad, naja…

Das Touchpad bietet kein haptisches Feedback. Die Maustasten brauche ich bei Touchpads nie. Bei der K83 habe ich sie doch genutzt, damit ich ein Feedback bei meinen Eingaben habe.

Das Touchpad in der Tastatur zu integrieren, ist an sich eine gute Idee. Leider ist sie nur mässig umgesetzt. Das Pad ist für mich zu klein und reagiert nicht immer, wie es sollte. Obwohl für bis zu Vier-Finger-Gesten ausgelegt, reagiert es bei Eingaben mit mehr als einem Finger sehr unzuverlässig. Speziell Zwei-Finger-Gesten registriert das Touchpad nicht sehr gut. Scrollen ist ein wahrer Graus. Einen ganzen Bürotag möchte ich nicht mit dem Touchpad bestreiten. Koppelst du die Tastatur mit dem Fernseher, reicht das Pad aber aus – Youtube lässt sich immer noch besser mit der Tastatur bedienen als mit der Fernbedienung.

Verbindung mit Fernseher und Co.

Da ich keinen kompatiblen Smart-TV oder keine Android-TV-Box habe, gebe ich die K83 Kollege Martin Jud mit nach Hause. Er verbindet den Drahtlosempfänger mit seiner Samsung Smart Connect Box. Die Tastatur nimmt sofort Kontakt auf und er kann seinen Smart-TV mit der Tastatur bedienen. Die Zeigergeschwindigkeit ist laut Martin aber sehr langsam. Ob das an der Tastatur oder dem Smart-TV liegt? Er verbindet die Tastatur per Drahtlosempfänger mit der Android-Box. Auch hier klappt die Verbindung reibungslos und die Zeigergeschwindigkeit stimmt. Es muss also am älteren Smart-TV liegen. Martin befindet das Touchpad übrigens als zu klein. Die Bedienung mit Stick hingegen gefällt ihm.

Martin hat sich für euch aus dem Fenster gelehnt und auch versucht, die K83 mit der PS4 zu koppeln: Per Stick läuft gar nichts und über Bluetooth wird das Gerät zwar erkannt, ist aber nicht kompatibel.

Obwohl ich den Sinn darin nicht sehe, das Smartphone mit Tastatur und Touchpad zu steuern, teste ich auch, ob das klappt. Die Tastatur kannst du mit zwei Bluetooth-Geräten koppeln und zwischen diesen beiden per Druck auf die F6- und F7-Tasten wechseln. Zum Koppeln drückst du Fn + F6 oder F7. Innert weniger Sekunden verbindet sich die K83 mit meinem Smartphone und ich steuere es mit Tastatur und Touchpad. Sinnbefreit, aber irgendwie witzig.

Interessant aber zu teuer und unausgereift

Die K83 von Corsair überzeugt mich vom Design sowie dem Konzept der Tastatur und Touchpad in einem. Das Keyboard liegt gut auf dem Schoss und das Tippen geht auch für einen Fan mechanischer Tastaturen leicht von der Hand. Die Bedienung mit den Multimedia-Hotkeys macht grossen Spass.

Leider kann ich vom Touchpad nicht dasselbe sagen. Es ist zu klein und unzuverlässig. Der Joystick zum Spielen ist für mich keine Option. An die Steuerung kann und will ich mich nicht gewöhnen. Es mag Leute geben, die sich daran gewöhnen, ich gehöre nicht dazu. Wenn schon mit Joystick, dann mit einem vollwertigen Controller.

Die K83 taugt vor allem als reine Wohnzimmertastatur – zum Gamen brauchst du trotz Joystick eine Maus. Würde ich die Tastatur kaufen? Nein. Das liegt vor allem daran, dass ich im Wohnzimmer keine Tastatur rumliegen haben will. Aber selbst wenn, finde ich über 160 Franken für eine Tastatur zu teuer, die ich dann ausschliesslich vor der Glotze verwende. Und wenn das wichtigste Verkaufsargument, das Touchpad, nicht richtig reagiert, sowieso nicht.

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Kevin Hofer, Zürich

  • Editor
Technologie und Gesellschaft faszinieren mich. Die beiden zu kombinieren und aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten ist meine Leidenschaft.

3 Kommentare

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User Anonymous

Pffffff "Gamen".. ist doch perfekt wenn ich meinen PC an den TV angeschlossen habe und Anno spielen will.
Nur der Preis... Autsch!

24.05.2019
User Hubsyn

Die Frage ist doch, warum sollte man Anno mit dem Stick anstelle dem Touchpad oder der Maus spielen? Denke die Steuerung mit dem Stick ist viel mühsamer. Wenn ein Touchpad ausreicht, kann man sich auch die Logitech K400 oder etwas in der Art anschauen. Hat kein Stick, kostet dafür aber 2 drittel weniger.

24.05.2019
Antworten
User Anonymous

Wie sieht es aus mit Photo- Viedeobearbeitung mit Lighroom, Photoshop & co?

25.05.2019