Was du über Rollentrainer wissen musst
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Was du über Rollentrainer wissen musst

Daniel Feucht
Zürich, am 06.11.2019
Leistungsfähigkeit, Reaktion und Koordination – all das kannst du mit einem Rollentrainer trainieren. Die Modelle eignen sich je nach Bauart, Bremssystem und Interaktionsmöglichkeiten für unterschiedliche Niveaus.
Hinweis: Dieser Beitrag erschien erstmals im Oktober 2018 und wurde aktualisiert.

Wenn das Training draussen langsam kalt und riskant wird, ist ein Rollentrainer die beste Alternative. Ich erkläre dir, was es für Unterschiede gibt zwischen den Modellen gibt.

Bauformen

Freilaufrollen eignen sich optimal für das Aufwärmen vor dem Rennen. Du fährst mit deinem Velo auf drei Kunststoffrollen und bewegst dich dabei frei. Weil dein Velo nicht fix befestigt ist, wird das Fahren auf der Strasse mit diesen Rollentrainern realistisch simuliert. Erfahrene Fahrer können damit sehr gut Fahrtechnik, Gleichgeweicht, Koordination und einen runden Tritt trainieren.

Feste Rollentrainer eigenen sich für alle Niveaus. Egal ob Hobbysportler oder Profiathlet – damit kann jeder trainieren, denn das Hinterrad wird fest eingespannt. Der Widerstand wird über die Trittfrequenz und Gangschaltung erzeugt. Fortschrittliche Modelle verfügen über Ergometer-Funktionen und die Möglichkeit, den Widerstand zu erhöhen. Das kann über einen mechanischen Hebel oder über eine elektronische Verbindung erfolgen.

Bei Direktantrieb-Rollentrainern wird das Velo ohne Hinterrad angebracht. Dank dieser Konstruktion gibt es keine durchdrehenden Reifen und laute Geräusche bleiben aus. Direktantriebe haben einen progressiven Widerstand, sind hauptsächlich interaktiv und eignen sich optimal für Profis.

Rollenbremsen

Bei der Art der Widerstandserzeugung kannst du zwischen verschiedenen Bremstypen wählen, die Vor- und Nachteile mit sich bringen. Nur Freilaufrollen haben in der Regel kein spezielles Bremssystem. Der Widerstand ist dabei von der eigenen Trittfrequenz abhängig.

Magnetbremse: Sie gehört zu den verbeitesten Bremsenarten. Bei dieser Variante wird ein Schwungrad angetrieben, das von einem Magneten gebremst wird. Je kleiner die Distanz zwischen Magnet und Schwungrad, desto grösser der Widerstand. Und je schwerer das Schwungrad, desto höher die Bremsleistung. Rollentrainer mit Magnetbremsen lassen sich über einen mechanischen Hebel regulieren. Die Vorteile gegenüber Geräten mit Luftwiderstand sind die reduziertere Geräuschkulisse sowie der progressivere Widerstand.

Fluid- bzw. Strömungswiderstand: Damit ausgestattete Modelle sind technisch anspruchsvoller und eignen sich für Fortgeschrittene und Profis. Die Bremswirkung wird durch einen Rotor erzeugt, der sich selbst im Ölbad dreht. Dank dieser Technik sind die Geräte sehr leise und erzeugen ein angenehmes und realistisches Fahrgefühl.

Elektromagnetische Bremse: Diese Variante wird in den teureren Geräten verbaut. Hierbei wird Strom durch Elektromagnete geleitet, um den Widerstand zu erhöhen.

Motorbremse: Die Bremswirkung wird durch das Getriebe eines elektrischen Motors erzeugt. Dieser Motor hat den Vorteil, dass er nicht nur bremsen, sondern auch das Rad antreiben und somit Gefälle simulieren kann.

Interaktiv, Smart oder Basic

Rollentrainer lassen sich auch nach ihren Interaktionsmöglichkeiten kategorisieren. Basic-Modelle sind sehr einfach gehalten und bieten keine Möglichkeit, die eigene Leistung zu überwachen. Smarte Rollentrainer besitzen über Ergometer weitere Funktionen. Sie können Trainingsdaten an deinen Velocomputer, Desktop oder Smartphone senden. Damit kannst du deine Leistung überwachen und dein Training verbessern. Einen Schritt weiter gehen interaktive Rollentrainer. Sie können nicht nur die geleisteten Trainingsdaten anzeigen, sondern lassen sich auch über den Velocomputer, Desktop oder Tablet direkt steuern. Deine Leistungsdaten werden an die von dir verwendete Software weitergeleitet. Diese passt dann den Widerstand automatisch an. Du kannst dank dieser Funktion real existierende Strecken nachfahren, online gegen andere Velofahrer antreten und deine Leistungsfähigkeit vergleichen.

Welchen Rollentrainer für wen?

Einsteiger
Möchtest du dich als Einsteiger bloss ein bisschen fit halten, reicht dir ein einfacher fester Rollentrainer mit mechanischer Magnetbremse wie zum Beispiel der Tacx Blue Matic T2650. Die maximal erreichbare Bremsleistung von 700 Watt reicht dabei vollständig aus. Der Widerstand lässt sich bequem am Lenker mit einem Hebel in zehn Stufen einstellen.

Ambitioniert
Du verfolgst einen aktiven Trainingsplan und willst wissen, welche Trittfrequenz, Geschwindigkeit und Leistung du erbringst? Dann empfehle ich dir, einen smarten oder interaktiven Rollentrainer mit entweder elektromagnetischem oder Fluidwiderstand zu wählen. Mit ihnen kannst du deinen Output überwachen und tracken.

Profi
Du willst intensiv trainieren, sammelst Trainingsdaten wie wild und willst dich online mit anderen messen? Dann brauchst du definitiv einen interaktiven Rollentrainer. Wenn du ein Zweitrad hast, ist ein Gerät mit Direktantrieb von Vorteil, da du es fix installiert in der Wohnung stehen lassen kannst und kaum Geräusche beim Trainieren entwickelst. Top-Geräte haben einen sehr hohen maximalen Widerstand, wodurch sie extreme Steigungen simulieren können und dir im Training alle Möglichkeiten bieten. Wenn du einen Rollentrainer möchtest, der die Velofahrt möglichst realistisch erscheinen lässt, dann solltest du auf eine Motorbremse wie beim Tacx Neo Smart setzen.

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Daniel Feucht
Daniel Feucht
Category Marketing Manager, Zürich
In Marokko menschenleere Pointbreaks surfen oder doch lieber den nächsten Enduro-Trail runterdonnern? In der Reuss surfen gehen oder doch lieber Backflips über Dirtjumps üben? Dank meiner beiden grossen Hobbys finde ich immer eine Alternative, auch wenn das Wetter einmal nicht mitspielt. Freeride- und Slopestyle-Contests überlasse ich heute lieber den jungen Wilden mit Knochen aus Gummi und organisiere mit meinem Verein Contests im Bikepark Rüti. Als Category Marketing Manager im Bereich Bike und Wintersport kann ich meine Passion auch in meinem Job täglich ausleben.

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