Samsung verspricht: 4 Jahre Sicherheitsupdates für Android-Geräte
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Samsung verspricht: 4 Jahre Sicherheitsupdates für Android-Geräte

Jan Johannsen
Jan Johannsen
Hamburg, am 23.02.2021
Sie klingen nicht besonders sexy, sind aber sehr wichtig: Sicherheitsupdates. Samsung hat angekündigt, viele Smartphones und Tablets vier Jahre lang damit versorgen zu wollen.

Das Versprechen von Samsung gilt für 43 Smartphones und Tablets, die seit 2019 erschienen sind, und umfasst auch günstigere Modelle aus der Galaxy-A-Serie. Die vier Jahre gelten ab dem Verkaufsstart und nicht ab dem Kauf. Um den Aufwand für die eigenen Entwickler*innen nicht zu groß werden zu lassen, bündelt Samsung die monatlichen Security Updates für Android und will sie quartalsweise auf die Geräte bringen.

Dieses Versprechen ergänzt Samsungs Ankündigung aus dem August 2020, Smartphones ab dem Galaxy S10 drei Jahre lang mit Betriebssystem-Updates zu versorgen. Dies allerdings nur für die S-, Note- und Z-Serie. Bei den Geräten der A-Serie schränkt Samsung die Garantie mit dem Zusatz «solange es die Hardware erlaubt» ein.

Der Unterschied: Während die Betriebssystem-Updates neue Funktionen auf die Geräte bringen, schließen die Sicherheitsupdates nur Sicherheitslücken.

Ein erster Blick auf *Android 12**
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Darum sind Sicherheitsupdates wichtig

Die technologischen Unterschiede bei Smartphones derselben Preisklasse werden immer kleiner. Umso wichtiger wird die Frage, wie lange du davon ausgehen kannst, dass Sicherheitslücken beim Gerät gestopft werden. Je länger die Software aktuell und sicher ist, desto länger kannst du ein Gerät benutzen – Akkuleistung und andere Verschleißerscheinungen außen vor gelassen.

Nach einem Sicherheitsupdate wirst du keine neue Funktionen oder optischen Veränderungen auf deinem Smartphone sehen. Das ist enttäuschend. Aber trotzdem ist es wichtig, Sicherheitslücken zu schließen. Jede Sicherheitslücke ist ein potentielles Einfallstor für Angreifer und die gehen in der Regel nicht gezielt vor, sondern nehmen die Geräte, die sie bekommen können. Was genau die Folgen sind, ist sehr unterschiedlich. Es wäre noch nicht einmal der schlimmsten Fall, wenn dein Gerät nicht mehr benutzbar ist. Angesichts des Stellenwerts, den es in deinem Alltag hat, ist das bereits eine große Einschränkung. Sollte es Kriminellen gelingen die Kontrolle zu übernehmen, können sie aber unter anderem dein Online-Banking übernehmen.

Selbst wenn du dein Smartphone auf die Werkseinstellungen zurücksetzen kannst, bleibt die Sicherheitslücke weiter bestehen. Wenn dein Gerät kein Update mehr erhält, ist der Kauf eines neuen Geräts der einzige Weg, die Sicherheitslücke zu schließen.

Diese Galaxy-Geräte bekommen vier Jahre lang Sicherheitsupdates

  • Galaxy Foldable: Fold, Z Fold2 5G, Z Flip, Z Flip 5G
  • Galaxy S: S10, S10+, S10e, S10 5G, S10 Lite, S20 5G, S20+ 5G, S20 Ultra 5G, S20 FE 5G, S21 5G, S21+ 5G, S21 Ultra 5G
  • Galaxy Note: Note10, Note10+, Note10+ 5G, Note20 5G, Note20 Ultra 5G
  • Galaxy A: A10e, A20, A50, A11, A21, A51, A51 5G, A71 5G
  • Galaxy Tab: Tab Active Pro, Tab Active3, Tab A 8 (2019), Tab A with S Pen, Tab A 8.4 (2020), Tab A7, Tab S5e, Tab S6, Tab S6 5G, Tab S6 Lite, Tab S7, Tab S7+
  • Galaxy XCover: XCover FieldPro, XCover Pro

So sieht es bei anderen Herstellern aus

Sehr unterschiedlich und selten zufriedenstellend. Apple versorgt seine Geräte üblicherweise fünf Jahre lang mit Updates. Die Apfelpflücker sind gegenüber Android aber im Vorteil, da sie weniger Geräte haben, die vom selben Hersteller kommen.

Bei Android-Geräten waren bisher Google und Nokia die verlässlichsten Hersteller in Bezug auf Updates. Beide gaben eine Garantie von drei Jahren für Sicherheitsupdates und zwei Jahren für Betriebssystem-Updates. Google für seine Pixel-Phones und Nokia über das Android-One-Programm für alle Modelle. Andere Hersteller kommen auf ähnliche Zeiträume. Meistens jedoch nur bei den teuren Top-Geräten. Je günstiger ein Smartphone, desto eher kannst du bei den Herstellern damit rechnen, keine Updates mehr zu erhalten.

Google und Qualcomm haben im Dezember 2020 eine Initiative gestartet, um Android-Geräte mit Qualcomm-Chipsätzen vier Jahre lang mit Betriebssystem- und Sicherheitsupdates zu versorgen. Der Snapdragon 888 ist allerdings bisher der einzige Chipsatz im Programm und selbst unter den Top-Smartphones noch eine Seltenheit. Samsung zum Beispiel verbaut größtenteils hauseigene Chipsätze und nur selten welche von Qualcomm.

Egal ob es die Updates für zwei, drei oder vier Jahr gibt: Als Nutzer wünsche ich mir eine klare Kennzeichnung auf der Packung oder Produktbeschreibung, bis wann ein Smartphone mit Updates versorgt wird.

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Jan Johannsen
Jan Johannsen
Content Development Editor, Hamburg
Als Grundschüler saß ich noch mit vielen Mitschülern bei einem Freund im Wohnzimmer, um auf der Super NES zu spielen. Inzwischen bekomme ich die neueste Technik direkt in die Hände und teste sie für euch. In den letzten Jahren bei Curved, Computer Bild und Netzwelt, nun bei Galaxus.de.

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