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Gib deinem Schrott ein zweites Leben

Zu Hause stapeln sich Dosen und Flaschen, die eigentlich schon lange auf den Recyclinghof gehören, aber ich schieb die Aufgabe weiter auf. Ist ja auch doof, alles zu Fuss anzuschleppen, nur um mir dann mit etwas Glück noch den letzten Rest Bier über den Pulli zu kippen. Kennst du? Dann versuch's doch mal mit Upcycling.

Aus alt mach neu. So einfach ist das Konzept von Upcycling. Das Wort besteht aus «up» (hoch) und «recycling», also durch Wiederverwertung den Wert eines Produkts steigern. Dabei werden die Materialien nicht wie beim klassischen Recycling zurück zum Rohstoff verarbeitet, sondern in ein anderes Produkt verwandelt. So wird nicht nur eine Menge Energie gespart, sondern es können auch Materialen, die nicht rezyklierbar sind, wiederverwendet werden.

Ein Gefallen für Mutter Natur

Upcycling erfreut sich seit längerem grosser Beliebtheit, auch angetrieben durch ein höheres Abfallbewusstsein unserer Gesellschaft der letzten Jahre. Viele Gegenstände sind noch gut in Schuss, haben aber im eigentlichen Sinne ausgedient. Normalerweise wären sie dann reif für den Container. Durch Upcycling aber bekommen sie neues Leben eingehaucht und finden Platz in unserer Einrichtung anstatt im Müll. Ein gutes Beispiel dafür sind Marmeladengläser. Wer nicht dauernd selbst gemachte Konfi herstellt, der wird die Behälter nicht mehr für den ursprünglichen Zweck benötigen. Aber als Blumenvase oder Lampe mausern sie sich zum Hingucker. So freut sich nicht nur Mutter Natur, sondern auch dein Portemonnaie. Und die lästigen Gänge zum Recyclinghof werden weniger.

Dein Konfiglas bekommt als dekorative Lampe einen neuen Sinn.

Weg mit dem Einheitsbrei

Was ich persönlich am besten an Upcycling finde, ist die individuelle Note. Ich wohne in meiner ersten eigenen Wohnung, musste also mit wenig Geld viel einrichten. Also ab zum schwedischen Möbelriesen und sich vom Sofa bis zum Küchenmesser mit allem eindecken. Netter Nebeneffekt: Bei Freunden meiner Altersklasse fühl ich mich gleich zu Hause, denn wir alle essen am gleichen Tisch. Ist ja bei einem Teil nicht so schlimm, sondern eher witzig. Aber die ganze Wohnung? Lieber nicht. So entdeckte ich das Upcycling für mich. Dadurch kann ich mir Möbelstücke schaffen, die sicher niemand genau so hat. Dazu gehören zum Beispiel ein Bett und ein Schminkspiegel aus Paletten.

Das erwähnte Bett aus alten Paletten bei mir zu Hause.

Brockis als Inspirationsquellen

Falls dir es das Upcycling nun angetan hat, du aber keine «wertlosen» Dinge zu Hause rumstehen hast, dann kann ich dir den Gang in eine Brocki empfehlen. Diese Schlaraffenländer für Vintage-Fans und Hipster vereinen Tausende von alten Gegenständen, die nur darauf warten, abgestaubt und wiedergeboren zu werden. Im ersten Moment wirken viele Dinge nutzlos, wenn du dich aber mit dem Upcycling-Gedanken umsiehst, ändert sich das schlagartig. All die skurrilen Sachen, die du schweren Herzens liegen gelassen hast, da sie daheim nur verstaubt wären, können jetzt in den Einkaufskorb.

Coole Vogelkäfige gesehen, aber keinen Wellensittich zu Hause? Kein Problem, als Pflanzenbehälter oder Laterne peppt er jeden Raum auf. Oder an einer richtig schönen alten Truhe vorbeigekommen, aber schon genug Stauraum? Dann beschert sie dir als Hausbar sicher ein paar feuchtfröhliche Momente. Hab ich übrigens auch selbst bei mir zu Hause und sie zieht jedes Mal die Blicke meiner Gäste auf sich.

Mit der hauseigenen Bar lässt sich der ganze Alkohol wahlweise verstecken oder in Szene setzen.

Mini-Anleitung

Diese Hausbar ist ziemlich einfach gemacht. Alles was du dazu brauchst sind:
Massivholzplatten (oder kostengünstigere Spanplatten), Zahnleisten, Holzklötze, eine Weinkiste, Akkuschrauber und Lasur.

  • Ganz am Anfang musst du erst einmal die Truhe innen ausmessen. Auf diese Masse schneidest du dann die Holzplatten passend zu. Überlege dir, wie du die Regale anordnen willst, damit du die Zahnleisten kürzen und an den Seitenwänden anbringen kannst. Wichtig: Alles vor der Befestigung lasieren. Bei der Farbwahl bist du frei, ich habe meine auf die Truhe abgestimmt.

  • Die Weinkiste kommt ganz unten rein. Wenn du sie passend wählst, musst du nichts anderes machen, ausser sie zu lasieren. Natürlich hätte ich die Weinkiste auch selber machen können, aber in diesem Fall wären Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis gestanden. Und man muss sich das Leben ja nicht immer unnötig kompliziert machen.

  • Das Innenleben ist damit komplett. Aber damit die Truhe aufrecht stehen kann und sich die Tür öffnen lässt, muss sie auf einen Sockel gehievt werden. Nimm dazu die Holzklötze, lasiere sie und bringe je einen in jeder Ecke an. Jetzt fehlen nur Spirituosen, Wein und Bier und fertig ist deine selbst gemachte Bar.

Auch für DIY-Anfänger

Du hast keine Truhe rumliegen und sowieso ist dir das Arbeiten mit Holz nicht ganz geheuer? Kein Problem, für viele Upcycling-Projekte ist kein riesiges Handwerkerwissen gefragt. Vieles lässt sich schon durch etwas Farbe, ein paar Bohrlöcher und Schrauben in etwas Neues verwandeln. Dazu kannst du wirklich alles verwenden, das du zu Hause liegen hast. Du siehst also, deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Falls deine Fantasie dir aber Grenzen setzt, kommen hier ein paar weitere Ideen:

Ein kleiner Sukkulenten-Garten in der ausgedienten Weinflasche.
Bild: TheWhoot.com
Aus der alten Käsereibe wird mit etwas Farbe ein schöner Schmuckhalter
Bild:babble.com
Dieser Messerblock ist etwas für Bücherwürmer mit Kochleidenschaft.
Bild: theownerbuildernetwork.co
Auch aus alten Fahrrädern lassen sich schöne Dinge zaubern, zum Beispiel ein Kerzenleuchter.
Bild: freshideen.com
User
Meinen Horizont erweitern: So einfach lässt sich mein Leben zusammenfassen. Ich liebe es, neue Dinge kennenzulernen und zu erlernen. Neue Erfahrungen lauern überall; ob beim Reisen, Lesen, Kochen, Filme schauen oder Heimwerken.

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